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Hans-Helmuth Knütter

Deutscher Politikwissenschaftler

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Hans-Helmuth Knütter (* 9. Mai 1934 in Stralsund) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Autor. Er war von 1972 bis 1997 Professor und ab 1993 geschäftsführender Direktor des Seminars für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Außerdem war er bis Mitte der 1990er Jahre als Extremismusexperte für die Bundeszentrale für politische Bildung und das Bundesministerium des Innern tätig.

In seinen aktiven Jahren im Wissenschaftsbetrieb durchlief der Christdemokrat Knütter eine Wandlung von konservativ nach neurechts. Er publiziert seit den 1990er Jahren in rechten Verlagen und Medien, wie etwa der Wochenzeitung Junge Freiheit, und wirkt als Referent bei Veranstaltungen am rechten Rand des politischen Spektrums. Er vertritt wissenschaftlich umstrittene Thesen und ist durch seine „Anti-Antifa-Kampagnen“ weitestgehend isoliert. Verschiedenen Beobachtern gilt er darüber hinaus als ein „Vordenker“ der neuen bzw. extremen Rechten.

Herkunft und Akademischer Werdegang

Pommersche Herkunft und Geschichtsstudium in Berlin

Knütter wurde 1934 als Sohn des langjährigen Bürgervereinsvorsitzenden (bis 1932) und promovierten Apothekers Rudolph Knütter im pommerischen Stralsund geboren. Laut eigenen Angaben verließ Hans-Helmuth Knütter 1950 als politischer Flüchtling die DDR. Nach dem Abitur 1954 studierte er von 1954 bis 1959 Geschichte, Soziologie und Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Wissenschaftliche Assistenz am Bonner Seminar

Zum Sommersemester 1959 wurde er vom Demokratie- und Totalitarismusforscher Karl Dietrich Bracher, den er bereits aus Berlin kannte, als erster und zunächst einziger wissenschaftlicher Assistent eingestellt. Er sollte helfen, das 1959 von Bracher gegründete Bonner Seminar für Politische Wissenschaft aufzubauen. Er fungierte zunächst als eine Art Geschäftsführer der Einrichtung. In seinen Aufgabenbereich fielen u. a. der Aufbau der Seminarbibliothek und die Einstellung wissenschaftlicher Hilfskräfte.

Im November 1959 stellte er das Manuskript fertig und 1960 wurde er an der Philosophischen Fakultät als erster Schüler Brachers mit der Dissertation Das Bild des Nationalsozialismus in der Publizistik der radikalen Rechten nach 1945. Eine Studie zum Problem der Kontinuität und Anpassung politischer Ideen zum Dr. phil. promoviert.

Mitte der 1960er Jahre führte er für das Deutsche Studentenwerk empirische Studien zu Bonner Studentenwohnheimen durch und war in diesem Rahmen Tutor des aus der Industrie kommenden Honorarprofessors Ulrich Haberland. 1967 wurde er zum Akademischen Rat und 1971 zum Akademischen Oberrat ernannt.

1961 begann Knütter mit den Arbeiten an seiner Habilitation. Nach neun Jahren erfolgte im Wintersemester 1970/1971 seine Habilitation an der Philosophischen Fakultät mit der Schrift Die Juden und die deutsche Linke in der Weimarer Republik 1918–1933, die 1971 in den von den Professoren Karl Dietrich Bracher und Hans-Adolf Jacobsen, der Zweitgutachter der Arbeit war, herausgegebenen Bonner Schriften zur Politik und Zeitgeschichte veröffentlicht wurde.

Professur für Politische Wissenschaft

Nach der Habilitation wurde ihm die Privatdozentur und damit die Venia Legendi für die Wissenschaft von der Politik verliehen. Während Brachers Gastprofessur in Oxford (1971) vertrat er dessen Lehrstuhl für Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte. Knütters Berufung 1972 als außerordentlicher Professor (C-3) für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn war wegen seiner konservativen Weltanschauung von zahlreichen Studentenprotesten begleitet. 1991 wirkte er als Gastdozent an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; 1992 legte er ein Forschungssemester ein. Ab 1993 war er als geschäftsführender Direktor und Vorstandsmitglied (zuletzt als stellvertretender Geschäftsführer) des Seminars für Politische Wissenschaft der Universität Bonn tätig. 1997 wurde er emeritiert. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren Zeitgeschichte, politische Bildung und Extremismusforschung; die Vorlesungen handelten vor allem von Demokratie und Parlamentarismus.

Knütter betreute, auch noch nach seiner Emeritierung, mehrere Doktoranden. Er war langjähriger Vertrauensdozent der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Zu seinen Schülern gehörten u. a. Rüdiger May (1975), Günther Rüther (1979), Norbert Jacobs (1992), Christiane Florin (1996), Claus Wolfschlag (2001) und Lars Normann (2008).

Knütter lebt heute in Bornheim im Süden Nordrhein-Westfalens, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politische und publizistische Tätigkeit

Als Reaktion auf die allgemeine Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre und deren Erscheinungen in Bonn gründete Assistent Knütter gemeinsam mit Gerd Langguth, damals Student, die „Aktion Demokratische Mitte“ (ADM), einen Zusammenschluss von konservativen Studentengruppen, Korporierten und dem RCDS.

1970 trat er dem Bund Freiheit der Wissenschaft (BFW) bei, für den er als Experte für politischen Extremismus tätig wurde. Der BFW nahm vor allem Stellung zur Bildungspolitik und entwickelte ein konservatives Profil. In einer hochpolitischen Zeit der 1970er Jahre lehnte Knütter die durch den hessischen Kultusminister Ludwig von Friedeburg (SPD) initiierte Rahmenrichtlinien für Gesellschaftslehre (1972) ab, die Teil der Auseinandersetzung um die Schulpolitik waren. Knütter trat der CDU Nordrhein-Westfalen bei und wurde ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Ortsverbandes Rösberg der CDU Bornheim.

Knütter war zudem Anfang der 1980er Jahre gemeinsam mit Peter Eisenmann, Klaus Hornung und Werner Münch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der konservativ ausgerichteten Vierteljahresschrift Gesellschaft-analysiert.

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