Die Hannover-Messe (Eigenschreibweise Hannover Messe, bis 1962: Deutsche Industrie-Messe) ist eine Industriemesse mit internationaler Bedeutung. Sie findet jedes Frühjahr in Hannover (Niedersachsen) auf dem Messegelände Hannover statt, dem zweitgrößten Messegelände der Welt.
Trotz Abspaltungen, wie beispielsweise der Light+Building (Frankfurt) und der drupa (Düsseldorf), ist die Hannover-Messe nach wie vor die größte Investitionsgütermesse. 2017 verzeichnete die Hannover-Messe einen Besucherrekord mit 225.000 Besuchern (217.000 im Vergleichsjahr 2015). Davon kamen mehr als 75.000 aus dem Ausland. Die Hauptbesucherländer waren China (9.000), Niederlande (6.200), Indien (5.300) und das Partnerland Polen, das mit 5.000 Besuchern einen neuen Rekord verzeichnete.
Die Hannover-Messe besteht aus unterschiedlichen internationalen Leitmessen, die die gesamte industrielle Wertschöpfungskette widerspiegeln. Einzelne Leitmessen sind im Zweijahres-Rhythmus auf der Messe vertreten, sodass sich das Bild der Hannover-Messe stets wandelt. Die Kernthemen der Hannover-Messe sind:
Energie- und Umwelttechnologien
Produktionstechnologien und Dienstleistungen
1986 wurde die CeBit von der Hannover-Messe abgespalten. Die größte Messe für Informationstechnik fand bis 2018 jährlich am selben Standort statt.
Veranstalter der Hannover-Messe ist die Deutsche Messe AG.
Auf Initiative des niedersächsischen Wirtschaftsministers Alfred Kubel und Gustav Bratke, Oberstadtdirektor von Hannover, wurde 1947 die Deutsche Messe- und Ausstellungs-A. G. Hannover-Laatzen gegründet, welche in Konkurrenz zur Leipziger Messe die erste „Exportmesse 1947 Hannover“ ausrichtete. Auf diese Weise legte man den Grundstein für die internationale Etablierung des Messeplatzes Hannover und den Erfolg der seitdem stattfindenden Hannover-Messe.
Allerdings hatte bereits im April 1947 Brian Robertson, der Militärgouverneur der britischen Zone, eine Direktive zur Ausrichtung der Messe erlassen:
Die Messe sollte den wirtschaftlichen Wiederaufbau ankurbeln. Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates der Bizone, Erich Köhler, gab dieser Hoffnung Ausdruck:
Da während der Messe Fischbrötchen ohne Lebensmittelmarken verkauft wurden, sprachen die Hannoveraner von einer Fischbrötchenmesse. Dieser Name hat sich teilweise bis heute erhalten.
Seit 1950 gab es auf der Hannover-Messe einen Bereich „Büroindustrie“. Dieser bekam 1970 eine eigene Halle, die durch den Architekten Ernst Friedrich Brockmann 1969/1970 errichtete Halle 1 CeBIT (für Centrum für Büro- und Informationstechnik). Dieses Segment wuchs in den folgenden Jahren so stark, dass die CeBIT ab 1986 jährlich als eigenständige Messe einen Monat vor der Hannover-Messe stattfand. Ein letztes Mal fand die CeBIT im Jahr 2018 in Hannover statt. Aufgrund des starken Zustroms von Privatinteressenten, die als Besucher im Messekonzept nicht eingeplant waren, gab es speziell für diese Zielgruppe in den Jahren 1996 und 1998 eine CeBIT Home.
Das Motiv der Hannover-Messe, ein stark stilisierter Hermeskopf, blieb seit der ersten Exportmesse 1947 fast unverändert. Es ziert auch den dort seit 2004 verliehenen Innovationspreis Hermes Award.
Im Jahr 2009 waren folgende vierzehn Messen Teil der Hannover-Messe:
Interkama: Messe für Prozessautomation (verfahrenstechnische Industrie)
Factory Automation: Messe für Fertigungsautomation
Industrial Building Automation: Messe für Gebäude- und Produktionsautomation
Digital Factory: Messe für integrierte Prozesse und IT-Lösungen