Hannes Dufek (* 28. Oktober 1984 in Wien) ist ein österreichischer Komponist, Improvisationsmusiker und Organisator im Bereich der Neuen Musik.
Nach der 2003 abgelegten Matura studierte Dufek zunächst Philosophie an der Universität Wien, bald schon aber Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MDW) bei Chaya Czernowin und Michael Obst.Noch während des Studiums gründete er 2006 mit den Komponisten Christoph W. Breidler und Fernando Riederer zusammen den Verein und nachfolgend das Ensemble Platypus und war bis 2019 dessen Obmann. Ziel dieser Gründung war es, vor allem jungen Komponistinnen und Komponisten zu mehr Möglichkeiten und verstärkter Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu verhelfen. Zudem war Dufek zwischen 2011 und 2014 im Vorstand der IGNM Sektion Österreich, in diese Zeit fällt ebenso die Zusammenarbeit mit der Theatergruppe makemake produktionen und der österreichischen Regisseurin, Intendantin und Theatermacherin Sara Ostertag (2011–2017).
Nach dem Studienabschluss im Jahr 2012 arbeitete Dufek zunächst vorrangig als freischaffender Komponist und Organisator im Bereich Neuer Musik, verstärkt tritt er auch als Improvisationsmusiker in Erscheinung (Auftritte z. B. mit Alexander Chernyshkov und Marina Poleukhina, Dario Fariello, Igor Gross, Irene Kepl, Jakob Gnigler u. a., Mitwirkung im Ensemble Call Our Shifts (mit u. a. Gloria Damijan, Réka Kutas†, Lukas Thöni, Michael Franz Woels sowie dem Schriftsteller Hanno Milesi, auch verschiedene Projekte mit der irischen Kostüm- und Setdesigerin Claire Blake) Ab 2014 nahm er sein Doktoratsstudium an der Kunstuniversität Graz (KUG) mit einer Arbeit zum Thema Utopische Potenziale in zeitgenössischem Musikschaffen auf, dieses schloss er 2019 ab.
Die organisatorische Arbeit für das Ensemble Platyus endete im Jahr 2019. Seitdem ist Dufek vorrangig wieder als Komponist tätig, seit 2023 auch als Lehrbeauftragter an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie temporär an der Anton Bruckner Universität Linz. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
In der Zeit mit dem Ensemble Platypus organisierte Dufek in Wien fünf sogenannte KomponistInnen-Marathons – Festivals für zeitgenössische Musik (u. a. im Wiener Konzerthaus, im Wiener WUK, beim Festival Wien Modern, aber auch im Echoraum oder dem Haus der Musik in Wien) Austauschprojekte (mit Mexiko im Jahr 2009, mit Japan im Jahr 2014, mit Großbritannien im Jahr 2017) und Konzertreihen (z. B. im Banne des Unbekannten im Echoraum), zudem eine Zusammenarbeit mit dem Plattenlabel Col legno zur Veröffentlichung von Musik junger Komponistinnen und Komponisten. Als Mitglied von makemake produktionen komponierte er Musik für verschiedene Musiktheaterproduktionen (u. a. 2011 MOMO oder Die Legende vom Jetzt, 2014 Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, 2017 Der Atlas der abgelegenen Inseln, 2017 Major Dux oder Der Tag, an dem die Musik verboten wurde).
Im Jahr 2017 war er einer der Impulsgeber der Initiative #mitderstadtreden, deren Ziel neben dem Erhalt des Wiener Echoraums als Spielstätte für Neue und improvisierte Musik die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die (stilistisch offene) Freie Szene der Musik in Wien ist. Zudem hat er die CD-Publikationen To Catch A Running Poet von Maja Mijatović (2019, NEOS Music) und A Mis-Encyclopaedia of Musical Imperfections von Márcio Steuernagel (2024, Austrian Gramophone) organisatorisch und jeweils als Verfasser des Booklet-Textes begleitet.
Hannes Dufek erhielt unter anderem Kompositionsaufträge vom Festival Wien Modern, von der Jeunesse Musicale, dem Ensemble Platypus, dem ÖENM, dem Münchner Volkstheater, von makemake produktionen, vom Ensemble reconsil, dem Carinthischen Sommer, dem Osterfestival Hall in Tirol und Vierhalbiert, von ExVoCo (Stuttgart), von Cantando Admont, des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich, der IGNM-Sektion Österreich sowie von SNIM – Spontanes Netzwerk Improvisierter Musik. Darüber hinaus arbeitet er häufig mit KünstlerInnen wie etwa Maja Mijatović, Kaoko Amano, Christie Finn, Felix Behringer, Jan Satler oder auch Helēna Sorokina zusammen.
2011: 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der MusikTriennale Köln
2012: Preis des Theodor-Körner-Fonds
2012: STELLA Preis der Assitej Austria in der Kategorie Herausragende Musik
2017: STELLA Preis der Assitej Austria in der Kategorie Herausragende Produktion
Cello Sonata "The Arch of Constantine" (2026) – für Cello
lens / eye (2025) – für Cembalo und Bildprojektion
Utopian Particles / Free Radicals (2025) – für Klavier und fixed media
studies in intimacy III: alone/plateaux (vs. the inexhaustible variation) (2024) – für Mezzosopran (Alt)
15 momente für wk (2023) – für Klavier
band / linie / horizont II: limited perspectives (2018) – für Klavier solo oder mehrere Klaviere
AUSSEN (2017) – für Tenorhackbrett, Diktaphone und verschiedene Objekte