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Hallenkirche

Kirche mit gleich hohen Schiffen

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Die Hallenkirche ist ein Bautyp einer Kirche, der durch die Gestalt des Langhauses gekennzeichnet ist. Dessen Schiffe sind von gleicher oder annähernd gleicher Höhe und meist unter einem gemeinsamen Dach vereinigt. Im Unterschied zur Basilika hat die Hallenkirche keinen Obergaden. Neben der Saalkirche, der Basilika, der Querkirche und dem Zentralbau bildet dieser Bautyp einen der Grundtypen des christlichen Kirchenbaus. Eine Querkirche hat den Altar in der Mitte einer Längswand, kann also entweder den Saalkirchen oder den Hallenkirchen angehören.

Neben der am häufigsten anzutreffenden dreischiffigen Form gibt es fünfschiffige und asymmetrische Formen mit nur einem Seitenschiff. Es gibt auch symmetrische Hallenkirchen mit mittlerer Säulenreihe und zwei oder vier Schiffen.

Hallenkirchen können schlichte Holzbalkendecken oder Gewölbe besitzen. Sie sind mit oder ohne Querhaus anzutreffen und mit unterschiedlicher Ausbildung des Chors erbaut.

Als „Staffelhalle“, „Stufenhalle“ oder „gestufte Halle“ bezeichnet man einen Bau, bei dem das Mittelschiff etwas höher aufragt als die Seitenschiffe. Die Gewölbe des Hauptschiffs können zwar etwas höher ansetzen als die der Seitenschiffe, aber die Höhenbereiche überlappen einander.

Von einer „Pseudobasilika“ spricht man, wenn das Mittelschiff deutlich höher aufragt als die Seitenschiffe und eine Mittelschiffwand (Obergaden) über den Arkaden ausbildet, die jedoch – anders als bei einer echten Basilika – fensterlos bleibt. Während bei einer Basilika die Außenwände der Kirche relativ niedrig bleiben können, gehen bei Hallenkirchen die äußeren Fensterwände über die volle Höhe des Baus und erreichen bei großen Bauten beachtliche Maße.

In der Frühzeit der Entwicklung wurden Stufenhallen mit Tonnengewölben errichtet. Dabei liegt die Basis der Längstonne des Mittelschiffs über den Scheiteln der Arkadenbögen, aber es gibt keine Obergaden. Die Seitenschiffe können dabei Quertonnen haben, oder Kreuzgratgewölbe, manchmal auch Halbtonnen, die sich an das Mittelschiffsgewölbe anlehnen und so dessen Seitenschub aufnehmen.

In der Spätzeit, nämlich ab der Renaissance, wurden auch Stufenhallen mit Mitteltonne und dem Querschnitt eines Palladiofensters gebaut, mit flach gedeckten Seitenschiffen und einer Längstonne über dem Mittelschiff. Auch hier gibt es keinen Obergaden, aber die Decke des Mittelschiffs liegt vollständig über Anschlüssen und Decken der Seitenschiffe.

Außer Kirchenräumen, bei denen der gesamte mehrschiffige Bereich aus gleich hohen Schiffen besteht, gibt es auch Kirchen, bei denen das Langhaus den Querschnitt einer Hallenkirche hat, der Chor aber den einer Basilika. Umgekehrt gibt es auch Kirchen mit basilikalem Langhaus, aber mit einem Hallenchor.

Auch bei Kirchen mit Vierungskuppel kann das Langhaus eine Halle mit gleich hohen Schiffen sein.

Bei dreischiffigen Hallenkirchen können die Schiffe etwa gleich breit sein, was bei gleicher Höhe eine weitgehende Gleichwertigkeit zufolge hat, oder die Seitenschiffe können deutlich schmaler sein als das Mittelschiff, dienen dann eher der für viele gotische Kirchen typischen Wandauflösung. Wenn das Kirchenschiff bei gleich breiten (Teil-)Schiffen auch nur drei Joche lang ist, bewirkt das eine Annäherung an den Zentralbau, allerdings oft ohne Betonung des Zentrums. Bekannt ist die Bezeichnung westfälisches Quadrat, aber derartige Kirchenschiffe finden sich beispielsweise auch in Süddeutschland und in Schlesien.

Manche Hallenkirchen haben sogar fünf (Teil-)Schiffe. So wurde der Kolberger Dom in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, St-Éloi in Dünkirchen (Nordfrankreich) erst 1782 von drei auf fünf Schiffe erweitert.

Es gibt aber auch Hallenkirchen mit gerader Anzahl von Schiffen. Ist eine einschiffige Kirche nachträglich um ein weiteres Schiff erweitert worden, so ist die Breite der Schiffe oftmals ungleich und die Kirche auch hinsichtlich des Chors zumeist asymmetrisch.

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Hallenkirchen wurde planmäßig zweischiffig angelegt. Solche Kirchen sind üblicherweise symmetrisch.

Die kleinste Form der zweischiffigen Hallenkirche ist die Einstützenhalle; ein Pfeiler in der Mitte des Kirchenschiffs stützt vier Gewölbejoche. Eine Häufung derartiger Kirchen findet sich auf der schwedischen Insel Gotland.

In Nordhessen gibt es ein paar sehr einfache zweischiffige Hallenkirchen mit flachen Holzdecken. Hölzerne Pfeiler tragen einen Längsbalken, der die Decke in der Mitte abstützt.

Auch diese Form gibt es als Einstützenhalle.

Die wohl ersten Säulenhallen mit gleich hohen Gewölben in allen Schiffen waren Krypten.

Als älteste Hallenkirche nördlich der Alpen gilt die um 1017 errichtete Bartholomäuskapelle in Paderborn.

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