An diesem Tag

H&M

Schwedisches Textilhandelsunternehmen

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H&M (Kurzform für Hennes & Mauritz) ist ein schwedisches Fast-Fashion-­Unternehmen. Über Ladengeschäfte und den Onlinehandel bietet H&M weltweit Kleidung, Accessoires und Schuhe für Damen, Herren und Kinder sowie dekorative Kosmetik und Wohnaccessoires an. Zum Konzern gehören seit 2007 nach Unternehmenskäufen weitere Marken, die zum Teil über eigene Ladengeschäfte vertrieben werden.

Erling Persson reiste 1946 in die USA und kam mit der Idee zurück, günstige Kleidung anzubieten. Am 4. Oktober 1947 eröffnete er im schwedischen Västerås sein erstes „Hennes“-Geschäft, in dem er Damenbekleidung verkaufte. Hennes ist schwedisch und bedeutet so viel wie „ihrer/ihre/ihr(e)s“ (englisch „hers“). 1968 wurde der Jagdbekleidungshändler Mauritz Widforss übernommen, der Herrenbekleidung im Sortiment führte, was die Aufnahme einer Herrenkollektion in das Angebot und die Namensänderung in Hennes & Mauritz zur Folge hatte. Die erste deutsche Filiale eröffnete 1980 im Hamburger Hanseviertel (wurde 2003 aufgegeben). In der Schweiz begann H&M bereits 1978 und in Österreich 1994. 1998 erwarb das Unternehmen die Internet-Domain HM.com für den Onlinehandel.

Am 8. Oktober 2004 fand H&Ms Börsengang an der Börse Stockholm statt, die Aktie hat die WKN 872318 und ISIN SE0000106270. Größter Anteilseigner mit rund 45 % der Aktien ist 2022 Stefan Persson.

Zwischen 2008 und 2010 übernahm der H&M-Konzern sukzessive das schwedische Modeunternehmen Fabric Scandinavien AB und bezahlte insgesamt 552 Millionen Schwedische Kronen (ca. 62 Millionen Euro) für die Akquisition. Die ehemaligen Fabric-Marken Monki, Cheap Monday und Weekday wurden in die H&M-Gruppe überführt und bestehen dort als eigenständige Marken.

Seit 2015 ist H&M Mitglied im deutschen Bündnis für nachhaltige Textilien und in der Initiative ACT (Action, Collaboration, Transformation) zur Verbesserung der Produktionsbedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Unternehmensgruppe wird seit den 2000er Jahren wiederholt für ihren Umgang mit Mitarbeitern, mit der Umwelt und für ihre Unternehmenskommunikation kritisiert.

H&M betrieb 2022 über 4.000 Läden in 76 Ländern, in 56 davon ergänzt um einen Onlineshop. 2013 waren es noch etwa 3100 Filialen in 53 Ländern gewesen. Mit rund 500 Filialen und etwa einem Zehntel des Umsatzes ist China 2021 der größte Absatzmarkt. 2007 war noch Deutschland mit einem Viertel des Umsatzes der größte Markt. Im Juni 2008 fasste H&M mit einem Geschäft in Kairo im Franchising-Verfahren auf dem afrikanischen Kontinent Fuß. Die Expansion von H&M wurde am 13. September 2008 mit der Eröffnung der ersten Filiale in Japan fortgeführt. Im Januar 2013 wurde die erste Filiale in Südamerika in Santiago de Chile eröffnet. Den Höchststand an Filialen hatte H&M in Deutschland im Jahr 2018 mit 468 Geschäften, seitdem sinkt die Zahl kontinuierlich.

Infolge des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 stellte H&M Anfang März 2022 die Verkäufe in Russland ein. Mitte Juli 2022 wurde bekanntgegeben, dass sich H&M nach einem Abverkauf der restlichen Warenbestände komplett vom russischen Markt zurückzieht; zu diesem Zeitpunkt waren etwa 6000 Mitarbeiter in den 170 russischen Filialen beschäftigt.

Die Absatzländer sind firmenintern in „Areas“ unterteilt; in den Gebieten werden die Läden von einem „Area Team“ gesteuert. In den Absatzländern ist ein „Country Team“ in einem „Support Office“ tätig, das die Schnittstelle zwischen den Verkaufsgebieten und der Firmenzentrale bildet. Das deutsche „Support Office“ befindet sich in Hamburg, wie auch das deutsche „Distribution Center“.

Das Führungsteam eines Geschäfts besteht aus dem „Store Manager“ und „Department Managern“, die für die einzelnen Abteilungen zuständig sind. Hinzu kommen „Visual Merchandiser“, die mit der Warenpräsentation betraut sind, „Shop Controller“ für Kassenabrechnung und Arbeitszeiterfassung etc., sowie Lagerverantwortliche für Warenannahme, Auspacken etc. Mitarbeiter im Verkauf werden als „Sales Advisor“ bezeichnet.

H&M besitzt kaum eigene Produktionsstätten, sondern lässt die Ware vor allem in Asien, überwiegend in China und Bangladesch, herstellen. Laut eigenen Angaben arbeiteten 2022 über 602 Hersteller in über 1519 Fabriken in Europa, Asien und Afrika für die H&M-Gruppe. Laut dem H&M-Nachhaltigkeitsbericht von 2011 produzierten 747 Hersteller für H&M. Davon wurden 150 als langfristige Partner aufgeführt, von denen 58 % der Ware bezogen wurde. Jeweils rund 60 dieser langfristigen Partner waren in Ost- und Südasien tätig, 30 in Europa, Nordafrika und der Türkei. Insgesamt wurde von Partnern in 1652 Fabriken weltweit für H&M produziert. 392 davon wurden als Schlüsselfabriken erwähnt, die mit 52 % zur Gesamtproduktion beitragen und von denen sich 186 in Asien befinden. Seit 2013 veröffentlicht H&M seine Lieferantenliste vollständig.

Unter dieser Marke werden in den H&M-Geschäften seit den 1970er-Jahren (zuvor hieß die Marke Hennes bzw. Hennes & Mauritz) Bekleidung und Accessoires für Damen, Herren und Kinder im unteren bis mittleren Preissegment verkauft. H&M-Untermarken sind unter anderem Divided (jugendliche Damen- und Herrenmode), L.O.G.G. (Freizeitmode), &denim (Jeans), H&M+ (große Damengrößen), MAMA (Schwangerschaftsmode), Trend (gehobene Modekollektionen), Basics (Unterwäsche), Conscious (nachhaltig produzierte Artikel), Premium Quality (hochwertigere Materialqualitäten), H&M Edition (gehobene Herrenkollektion, seit 2017), H&M Studio (halbjährige Designer-Kollektion) und by H&M (Kosmetik). Die Marken für Businessmode Hennes (Damen) und Conwell (Herren) wurden eingestellt. Für den Wohnbereich wurde 2009 die Marke H&M Home eingeführt, die zu Beginn nur online erhältlich war. Seit 2018 gibt es die H&M Home-Produkte auch in Ladengeschäften.

Ende 2017 begann H&M, die Ladengeschäfte in London und Stockholm mit Cafés namens It's Pleat auszustatten. Für 2019 kündigte H&M die Umgestaltung der bislang oftmals mit Ware überladenen Ladengeschäfte hin zu moderneren und kundenfreundlicheren Einkaufsorten mit Cafés und externen Marken im Sortiment an.

Im November 2004 präsentierte H&M erstmals eine Kooperationskollektion mit einem international bekannten Modedesigner. Seither sind in regelmäßigen Abständen Designer-Kollektionen von H&M und bekannten Designer-Modemarken, die preislich etwas oder auch deutlich über dem sonstigen H&M-Sortiment, aber dennoch weit unter dem Niveau der eigentlichen Designer-Marke liegen, exklusiv in den H&M-Filialen und seit Ende der 2000er-Jahre zusätzlich auch im eigenen Onlineshop angeboten worden. H&M lässt hierfür bei den eigenen Zulieferern in hohen Volumina die von den Designern entworfenen Artikel zu günstigen Herstellkosten produzieren. Die in Stückzahl und Angebotszeitraum limitierten Kollektionen haben in der Vergangenheit mitunter großes Medieninteresse ausgelöst und zu Warteschlangen vor den H&M-Filialen geführt. Das Unternehmen musste Einlass-Konzepte entwickeln, um dem Kundenandrang gerecht zu werden.

Karl Lagerfeld (November 2004) – Bekleidung und Accessoires für Damen und Herren

Elio Fiorucci (Frühjahr 2005) – hundertteilige Kollektion mit Damenmode und Accessoires. Die Kooperation fand mit dem Designer Elio Fiorucci statt. Die von ihm 1967 gegründete Modemarke Fiorucci, die er 1989 an den japanischen Jeans-Hersteller EDWIN verkaufte, war daran nicht beteiligt. Wegen Rechtsstreitigkeiten mit EDWIN wurde die Kollektion bspw. in den USA nicht verkauft.

Stella McCartney (November 2005) – Damenkollektion mit Bekleidung und Accessoires

Viktor & Rolf (November 2006) – fünfzigteilige Kollektion für Damen und Herren

Roberto Cavalli (2007) – zwanzig Herren- und 25 Damenartikel unter dem Motto „roberto cavalli @ H&M“. Von einem Cavalli-Damenkleid im Wert von 299 Euro, geschneidert aus acht Meter plissiertem Goldlamé, gab es weltweit nur 800 Stück. Es war eines der teuersten Kleidungsstücke, das die schwedische Modekette bis zu diesem Zeitpunkt in ihren Läden verkauft hatte.

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