Guy Maddin, OM (* 28. Februar 1956 in Winnipeg, Manitoba) ist ein kanadischer Regisseur und Drehbuchautor von Spiel- und Kurzfilmen.
Maddin studierte ursprünglich Wirtschaft an der Universität von Manitoba in Winnipeg. Das Filmhandwerk brachte sich der Autodidakt selbst bei. Großen Einfluss auf ihn hatten dabei die Filmwissenschaftler George Toles und Steve Snyder, die Maddin an der Universität kennenlernte und die später an seinen Filmen mitwirkten. Auch sein Kommilitone John Paisz beeindruckte Maddin mit einer Reihe von Low-Budget-Kurzfilmkomödien.
Die besondere Qualität Maddins ist seine Vorliebe, den Stil und die Ästhetik von alten Stummfilmen und frühen Tonfilmen nachzubilden. Abgesehen von diesem stilistischen Merkmal seines Schaffens zeichnen sich seine Filme thematisch vor allem durch die Verwendung von Klischees, psychologisch-sexuellen Konfliktsituationen, durch bizarre bis surreale Geschichten und ihren skurrilen Humor aus. Es ist diese selbstbewusste Vereinigung von frühen Filmtechniken mit einer postmodernen Sensibilität, die Maddins Filme unverwechselbar macht.
Sein Stummfilm Brand Upon The Brain! von 2006 wurde bei zahlreichen Aufführungen mit der Live-Begleitung eines Orchesters, Geräuschemachern, einem Sänger und einem Erzähler gezeigt. Auftritte als Live-Erzähler hatten neben Isabella Rossellini unter anderem Laurie Anderson, Crispin Glover, Daniel Handler, Udo Kier, Lou Reed, Eli Wallach und Guy Maddin selbst.
2011 wurde er in die Wettbewerbsjury der 61. Internationalen Filmfestspiele von Berlin berufen. 2014 waren er und seine damalige Frau, die Filmkritikerin Kim Morgan, Gastkuratoren des Telluride Film Festivals.
Für seine Arbeit als Drehbuchautor wurde Maddin 2018 in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.
Im Oktober 2024 gehörte Maddin zu den Unterzeichnern eines Aufrufs zum Boykott israelischer Kulturinstitutionen, „die an der überwältigenden Unterdrückung der Palästinenser mitschuldig sind oder diese stillschweigend beobachtet haben“.
1988: Geschichten aus dem Gimli Hospital (Tales from the Gimli Hospital)
1991: Indigo High-Hatters (Kurzfilm)
1992: Lawinen über Tolzbad (Careful)
1993: The Pomps of Satan (Kurzfilm)
1995: Sissy Boy Slap Party (Kurzfilm)
1995: Odilon Redon or The Eye Like a Strange Balloon Mounts Toward Infinity (Kurzfilm)
1995: The Hands of Ida (Kurzfilm)
1996: Imperial Orgies (Kurzfilm)
1997: Twilight of the Ice Nymphs
1998: Maldoror: Tygers (Kurzfilm)
1998: The Cock Crew (Kurzfilm)