Guntram Martin Palm (* 21. Juni 1931 in Berlin; † 11. Februar 2013 in Korb, Baden-Württemberg) war ein deutscher Jurist, Politiker (FDP/DVP, CDU), unter anderem als Finanzminister, und Landeszentralbankpräsident.
Guntram Palm wurde als Sohn einer Schorndorfer Apothekerfamilie geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten in Tübingen und Heidelberg auf, das er mit beiden juristischen Staatsexamina abschloss. 1959 wurde er in Tübingen mit der Dissertation Siedlungs-, Verfassungs- und insonderheit kirchliche Rechtsgeschichte des Winterbach-Schorndorfer Raumes im Mittelalter zum Dr. jur. promoviert. Er war seit dem Sommersemester 1952 Mitglied der Studentenverbindung Akademische Gesellschaft Stuttgardia Tübingen. Anschließend war er als Rechtsanwalt in Stuttgart tätig. Von 1992 bis zur Pensionierung im Jahr 2000 übte er das Amt des Präsidenten der Landeszentralbank Baden-Württemberg aus. Als solcher war er Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank.
Guntram Palm war evangelisch und mit Ute Palm, geborener Dollmann, verheiratet; aus der Ehe stammen drei Kinder, Christoph Palm, ebenfalls Politiker und von 2000 bis 2016 Oberbürgermeister von Fellbach, Ulrich Palm, Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer, sowie Michael Palm (Spieleautor). Guntram Palm wohnte in Korb-Kleinheppach und starb am 11. Februar 2013 im Alter von 81 Jahren in seinem Wohnhaus in Korb im Rems-Murr-Kreis.
Palm trat zunächst in die FDP/DVP ein, war von 1964 bis 1972 Mitglied des Baden-Württembergischen Landtages, zeitweise Vorsitzender des Ausschusses für Verwaltung und Wohnungswesen, und amtierte von 1966 bis 1976 als Oberbürgermeister der Stadt Fellbach. Er wechselte 1975 zur CDU und war von 1980 bis 1992 erneut Landtagsabgeordneter. Anfang 1992 rückte für ihn Karl Walter Ziegler in den Landtag nach.
Palm amtierte ab 1976 unter Minister Karl Schiess als Politischer Staatssekretär im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg. Nach dem Rücktritt Traugott Benders infolge des Suizids der RAF-Terroristen in Stuttgart-Stammheim wurde er am 2. November 1977 als Justizminister in die von Ministerpräsident Hans Filbinger geführte Landesregierung berufen. Er übernahm am 30. August 1978 als Nachfolger von Lothar Späth die Leitung des Innenministeriums und wechselte am 4. Juni 1980 als Ressortchef ins Finanzministerium von Baden-Württemberg. Am 13. Januar 1991 schied er aus der Landesregierung aus und wurde als Minister von Gerhard Mayer-Vorfelder abgelöst.
Großes Bundesverdienstkreuz, 1981
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, 1986
Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern, 1990
Ehrenbürgerwürde der Großen Kreisstadt Fellbach, 1991
Das Atrium bei der Schwabenlandhalle in Fellbach heißt Guntram-Palm-Platz, 2017
Kabinett Filbinger IV (Baden-Württemberg)
Kabinett Späth I (Baden-Württemberg)
Kabinett Späth II (Baden-Württemberg)
Kabinett Späth III (Baden-Württemberg)
Kabinett Späth IV (Baden-Württemberg)
Palm, Guntram. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 927.
Literatur von und über Guntram Palm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Werke von und über Guntram Palm in der Deutschen Digitalen Bibliothek