An diesem Tag

Guillaume Henri Dufour

Schweizer Humanist, General, Politiker und Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz

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(* 15. September 1787 in Konstanz; † 14. Juli 1875 in Les Eaux-Vives, heimatberechtigt in Genf, ab 1848 Ehrenbürger von Bern, Biel und Thun) war ein Schweizer General, Ingenieur, Kartograf, Politiker und Humanist.

Dufour war der erste General in der Geschichte der Armee des Schweizer Bundesstaats. Die von ihm geplanten Festungsbauten sind als Dufourbefestigungen (französisch Fortifications Dufour) bekannt. Als Kartograf erwarb er insbesondere Verdienste durch die Erstellung der ersten detaillierten topographischen Karte der Schweiz, der «Dufourkarte». Als Mitglied des 1863 in Genf ins Leben gerufenen Komitees der Fünf war er einer der Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und von 1863 bis 1864 dessen erster Präsident. Ausserdem verfasste er militärische, naturwissenschaftliche, technische und historische Schriften.

Dufour war aufgrund seines vielseitigen Wirkens bereits zu Lebzeiten ausserordentlich populär und galt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Menschen in der Schweiz. Schon zu seinen Lebzeiten wurde der höchste Gipfel der Schweiz nach ihm benannt, die Dufourspitze. Auch heute noch wird Dufour als eine der herausragendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Schweiz angesehen.

Guillaume Henri Dufour wurde am 15. September 1787 im damals zu Vorderösterreich gehörenden Konstanz geboren. Die Eltern waren Bénédict Dufour, Uhrmacher und später Abgeordneter in der Genfer Nationalversammlung, und seine Frau Pernette Valentin. Die Vornamen Guillaume Henri stammen wahrscheinlich vom Grossvater mütterlicherseits, Guillaume Henri Valentin, der zusammen mit seiner Frau bei der Taufe zugegen war. Die Taufe fand am 7. Oktober 1787 im Konvent der Dominikaner auf der Dominikanerinsel in Konstanz statt. Versehentlich wurde nur der Vorname Henri anstelle von Guillaume Henri im Taufregister notiert. Der Fehler wurde erst im Jahr 1804 ausgebessert, indem der fehlende Name Guillaume nachgetragen und das frühere Versäumnis vermerkt wurde.

Als Guillaume Henri zwei Jahre alt war, kehrten seine Eltern nach Genf zurück, das sie 1782 verlassen hatten. Er machte in Genf seinen Schulabschluss.

Seine Enkelin war Marguerite de Beaumont, Schwester der reformierten Frauengemeinschaft Communauté de Grandchamp.

Studium und Karriere in der Armee

Nach der Schulzeit studierte Dufour Geisteswissenschaft und Physik. 1798 wurde Genf von Frankreich annektiert. Dufour – nun französischer Staatsbürger – studierte von 1807 bis 1809 an der École polytechnique in Paris und von 1809 bis 1810 an der École supérieure d’application du génie in Metz. Wegen der britischen Seeblockade wurde Dufour – ohne seine Ausbildung beenden zu können – im Dezember 1810 nach Korfu geschickt, wo er bis 1814 blieb. In einem Scharmützel vor der Küste erlitt er schwere Verbrennungen, die ihn für sein Leben prägten. Er heiratete und hatte mit seiner Frau im Laufe ihrer Ehe vier Töchter.

Im Jahr 1811 trat er in die französische Armee ein, die er nach mehreren Einsätzen und seiner Beförderung zum Hauptmann 1817 verliess, um nach Genf zurückzukehren, das 1815 eidgenössisch geworden war. Im gleichen Jahr wurde er in diesem Rang in die neu geschaffene Schweizer Armee eingegliedert, in der er 1827 zum Oberst befördert wurde.

In den 1820er Jahren bot er private Abendkurse in Mathematik, Geometrie, Vermessungskunde und Hydraulik für Schüler ab zwölf Jahren an, die nach seinem Austritt aus der französischen Armee eine willkommene Einnahmequelle waren und ihm mehr einbrachten als die Stelle eines Kantonsingenieurs, die er deshalb 1824 vorerst ablehnte.

Im Jahr 1819 war er an der Gründung der ersten eidgenössischen Militärschule in Thun beteiligt. An dieser war er bis 1831 als Oberinstruktor des Geniewesen und von 1831 bis 1834 als Kommandant im Range eines Obersten tätig. Er unterrichtete, unter anderem, Louis-Napoleon Bonaparte, den künftigen französischen Kaiser Napoleon III., mit dem er auch später freundschaftlich verbunden blieb.

Ab 1831 war er Chef der Generalstabsabteilung. In dieser Funktion oblag ihm die Organisation der Verteidigung der Schweiz im Kriegsfall. Am 21. Oktober 1847 wurde er von der Tagsatzung zum General und damit zum Befehlshaber der eidgenössischen Truppen ernannt und erhielt den Auftrag, den Sonderbund aufzulösen. Dies gelang ihm nach einem nur vierwöchigen und relativ wenig Opfer verursachenden Feldzug (gemäss offiziellen Angaben: 150 Tote / 400 Verletzte), der mit der Kapitulation der Sonderbund-Kantone endete. Bereits während dieser Auseinandersetzungen achtete Dufour streng auf die Einhaltung humanitärer Grundsätze bei den Kampfhandlungen. So schickte er zum Beispiel am 13. November 1847, als alles für die Offensive bereit war, Leutnant de Cerjat als Abgesandten zu den Behörden der Stadt Freiburg, um sie aufzufordern, sich zu ergeben, um eine tödliche Schlacht zu vermeiden. Der überlieferte Grundsatz von General Dufour „Il faut sortir de cette lutte non seulement victorieux, mais aussi sans reproche“ (Man muss aus diesem Kampf nicht nur siegreich hervorgehen, sondern auch ohne Tadel) galt als Führungsmaxime an seine unterstellten Kommandanten.

Mit seinem behutsamen Vorgehen im Sonderbundskrieg konnte Dufour nicht nur einen Zusammenbruch der Eidgenossenschaft durch eine Intervention ausländischer Mächte verhindern, sondern er schuf damit eine Grundlage für einen gemeinsamen Weg der zerstrittenen Kantone im Rahmen des 1848 gebildeten Bundesstaates.

In den Jahren 1849 (Büsinger-Handel), 1856 (Neuenburgerhandel) und 1859 (Savoyerhandel) wurde ihm von der Bundesversammlung erneut der Oberbefehl über die Schweizer Armee übertragen, um im Rahmen verschiedener Auseinandersetzungen Übergriffe auf die Schweiz zu verhindern. Er war damit nach der Verabschiedung der Bundesverfassung von 1848 der erste von der Bundesversammlung ernannte General in der Geschichte der Schweiz.

Tätigkeit als Ingenieur und Festungsbauer

In Korfu hatte sich Dufour am Bau von Befestigungsanlagen beteiligt. Von 1827 bis 1850 war er Kantonsingenieur in Genf. Ihm oblag die Erneuerung der städtischen Wasserpumpe, womit er einen hohen Wirkungsgrad erzielen konnte. Die regelmässige Messung der Pegelstände des Lac Léman dienten der Vorbereitung von Massnahmen zur Begrenzung von Hochwasserschäden.

In den Jahren von 1845 bis 1856 war er für die Erarbeitung des Katasters des Kantons Genf zuständig. Er hatte entscheidenden Einfluss auf die Stadtplanung in Genf und die Planung des Schweizer Eisenbahnnetzes.

Ab 1823 baute er in der Stadt Genf drei Drahtseil-Hängebrücken (Passerelle de Saint-Antoine, Pont des Bergues, Pont des Pâquis), gestaltete 1827 die Uferpromenade und einen Teil des Seebeckens. Die Passerelle de Saint-Antoine gilt als erste dauerhafte Drahtseil-Hängebrücke der Welt.

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