Ein Grubenunglück ist ein Unfall, der sich beim Bergbau ereignet.
Zur Definition eines Grubenunglückes gibt es bislang in der Literatur keine einheitlichen Aussagen. Evelyn Kroker hat im Standardwerk zu Grubenunglücken im deutschsprachigen Raum, in Anlehnung an Richtlinien des Oberbergamtes Dortmund, Grubenunglücke erfasst, bei denen zwei oder mehr Menschen ums Leben kamen und/oder drei oder mehr Personen vom gleichen Ereignis betroffen waren. Nach Krokers Definition zählen auch Unfälle, die sich nicht direkt beim Abbau, sondern in vor- und nachgelagerten Bereichen (z. B. beim Transport) stattfinden, sofern sie sich innerhalb des Bergwerksareals ereignen, zu Grubenunglücken.
Angehörige der Grubenwehr, speziell ausgebildete Bergleute, retten und bergen verunglückte und tote Bergleute.
Je nach Art des Gesteins und der geförderten Bodenschätze sind verschiedene Typen von Grubenunglücken möglich.
In Kohlebergwerken kann es zu Kohlenstaub- und Schlagwetterexplosionen sowie zu Kohlebränden kommen. Innerhalb der Grubenunglücke zeichnen sich Kohlenstaub- und Schlagwetterexplosionen bis in die heutige Zeit durch eine vergleichsweise hohe Opferzahl aus.
Andere Formen von Grubenunglücken, die in allen Arten von Bergwerken auftreten können, sind Wassereinbrüche und Gasausbrüche. Zudem können durch einstürzende Grubenbaue Bergleute verschüttet werden. Außerdem kann Infolge von Instabilitäten des Deckgebirges ein Bergschlag ausgelöst werden.
Das historisch wahrscheinlich schwerste Grubenunglück ereignete sich am 26. April 1942 im Bergwerk Benxihu (China), als nach einer Explosion mit anschließendem Brand offiziellen Angaben zufolge 1549 Bergleute starben.
In der jüngeren Vergangenheit ereigneten sich in den chinesischen (Kohle-)Bergwerken aufgrund der unzureichenden Ausstattung, schlecht ausgebildeten Arbeiter und geringen Investitionen in neue Abbau- und Sicherheitstechnologien die weltweit häufigsten tödlichen Grubenunglücke. Offizielle Stellen beziffern die Zahl der verunglückten Bergleute für 2005 auf 5986 und für 2007 auf 3786 Kumpel. Inoffiziell wird von weitaus mehr Opfern ausgegangen. Zwischen 1992 und 2002 kamen in China 59.543 Bergleute bei Grubenunglücken ums Leben. Man schätzt, dass etwa 600.000 Bergarbeiter in mehreren zehntausend – größtenteils illegalen – Kleinstzechen tätig sind. In diesen kleinen Betrieben gab es im Jahr 2000 nach offiziellen Angaben 17 Todesopfer, in den größeren staatlichen Bergwerken 2 Todesopfer pro einer Million Tonnen geförderter Kohle.
Das schwerste Unglück auf dem europäischen Kontinent war am 10. März 1906 im Bergwerk von Courrières im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais und forderte 1099 Tote.
In Europa zählen die ukrainischen Kohlebergwerke zu den gefährlichsten. Hier forderten Grubenunglücke zwischen 1991 und 2002 mindestens 3.700 Todesopfer.
Die schwersten Grubenunglücke in Deutschland ereigneten sich auf
der Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 in Bergkamen (20. Februar 1946) mit mindestens 402 Toten,
der Zeche Radbod in Bockum-Hövel (12. November 1908) mit mindestens 339 Toten,
der Grube Luisenthal in Völklingen (7. Februar 1962) mit 299 Toten,
dem Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke in Freital (2. August 1869) mit mindestens 269 Toten (Schlagwetterexplosion im Segen-Gottes- und Neuhoffnungsschacht),
der Grube Anna in Alsdorf (21. Oktober 1930) mit mindestens 262 Toten,
der Rubengrube in Neurode (10. Mai 1941) mit mindestens 186 Toten,
der Grube Camphausen in Quierschied (17. März 1885) mit mindestens 172 Toten,