Griselda Gambaro (* 28. Juli 1928 in Buenos Aires; † 15. September 2026) war eine argentinische Dramatikerin und Schriftstellerin.
Aufgewachsen in einer Einwandererfamilie mit italienischen Wurzeln, in kleinbürgerlichen Verhältnissen (ihr Vater war Postbeamter) mit vier älteren Brüdern, besuchte Griselda Gambaro zunächst das Gymnasium in Buenos Aires. Von 1943 an arbeitete sie bei einem Verlag, von 1947 bis 1956 war sie Buchhalterin bei einem Sportklub. Erst als sie den Bildhauer Juan Carlos Distéfano heiratete, der gewissermaßen ihr privater Sponsor wurde, konnte sie sich aus der Arbeitswelt zurückziehen und sich – neben Haushalt und Erziehung zweier Kinder – dem Schreiben widmen.
1970 lebte sie ein Jahr lang in Rom, daneben absolvierte sie häufige Auslandsaufenthalte bei Vortragsreisen in den USA, Kanada und Europa (z. B. Yale University, New York University, Maryland, Texas, Berkeley, Irvine, Montreal, Ottawa etc.). Sie war auch auf Theaterfestivals in Caracas, Paris, Cuenca, Bordeaux, Puebla (Mexiko) und Berlin vertreten. Im Oktober 1987 wurde am Dartmouth College, Hanover (New Hampshire), ein eigenes Symposium über ihr Werk abgehalten, an dem die Autorin neben Spezialisten aus mehreren Ländern teilnahm. Während der argentinischen Militärdiktatur musste die Autorin für einige Jahre ins Exil gehen, nachdem ihr Roman Ganarse la muerte per Dekret verboten worden war, weil er gegen Sitte und Anstand und gegen die Institution Familie verstoße; so lebte sie zwischen 1977 und 1980 in Barcelona. Sie beteiligte sich auch mit dem Theaterstück Decir sí (Ja sagen) an der gegen das Militärregime gerichteten Veranstaltung Teatro Abierto, 1981 im Teatro Picadero in Buenos Aires.
2010 war sie eine der offiziellen Hauptrednerinnen auf der Frankfurter Buchmesse, die dem Gastland Argentinien gewidmet war.
Griselda Gambaro starb im Alter von 98 Jahren Mitte September 2026.
Für ihr Werk wurde Griselda Gambaro mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:
Premio Fondo Nacional de las Artes für Madrigal en ciudad 1963
Premio Emecé für El desatino 1964
Primer Premio Municipal de Teatro der Stadt Buenos Aires 1968
Premio Argentores 1968, 1976, 1992, 1996
Guggenheim-Stipendium für die Gattung Roman 1981/82
Premio Kónex Diploma al Mérito 1984, 1994 und 2004
Premio de la Fundación Torcuato Di Tella 1988 für ihr dramatisches Gesamtwerk
Premio de la Asociación de Críticos e Investigadores Teatrales 1990 für "Penas sin importancia"
Premio Nacional de Teatro 1992
Medalla de la Cátedra Giacomo Leopardi de la Universidad de Buenos Aires 1994
Premio de la Academia Argentina de Letras 1998
Premio Clarín Espectáculos 2002