An diesem Tag

Greta Garbo

Schwedische Filmschauspielerin

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Greta Garbo (* 18. September 1905 als Greta Lovisa Gustafsson in Stockholm; † 15. April 1990 in New York City) war eine schwedisch-US-amerikanische Filmschauspielerin. Sie gilt als Hollywood-Ikone und wurde vom American Film Institute 1999 in seiner Liste der 25 größten weiblichen Leinwandlegenden aller Zeiten auf Platz 5 gewählt. Aufgrund ihrer zeitlosen Schönheit und ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung erhielt sie von der Presse Beinamen wie „die Göttliche“ oder „schwedische Sphinx“. Ihre Filmkarriere begann Anfang der 1920er Jahre und dauerte knapp zwei Jahrzehnte. Im Gegensatz zu vielen anderen Stars der Stummfilm-Ära schaffte Greta Garbo den Übergang zum Tonfilm. 1941 zog sie sich von der Leinwand zurück. Auf der Oscarverleihung 1955 wurde die Schauspielerin für ihre „unvergesslichen Leinwandauftritte“ mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet.

Garbo wurde als Greta Lovisa Gustafsson am 18. September 1905 in der Gamla Södra BB Geburtsklinik in Stockholm geboren. Sie war das jüngste der drei Kinder von Karl Alfred „Kalle“ Gustafsson (1871–1920) und Anna Lovisa Gustafsson (geborene Karlsson; 1872–1944). Ihre Eltern hatten bereits einen Sohn namens Sven Alfred (1898–1967) und eine Tochter namens Alva Maria (1903–1926). Die Familie lebte in angespannten finanziellen Verhältnissen in der Blekingegatan 32 im Stockholmer Arbeiterviertel Södermalm. Ab August 1912 besuchte Greta die Katarina Södra Volksschule in Södermalm, die sie im Juni 1919 – für ein Mädchen aus der Arbeiterklasse in der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich – im Alter von 13 Jahren verließ. Während ihrer Schulzeit sang sie im Kirchenchor und spielte in Amateurtheatern. Da sie kein Geld hatte, um sich professionelle Theatervorstellungen anzusehen, wartete sie häufig am Hinterausgang des Stockholmer Mosebacke Theaters, um die ein- und ausgehenden Schauspieler zu beobachten. In einem Interview mit Ruth Biery für das US-amerikanische Magazin Photoplay aus dem Jahr 1927 erinnerte sich Garbo:

Sie war 14 Jahre alt, als ihr Vater starb. Um die Familie zu unterstützen, arbeitete sie zunächst als tvålflicka („Einseifmädchen“) bei einem Friseur. Ihr Einkommen verbesserte sich, als sie im Juli 1920 eine Stelle in dem bekannten Stockholmer Warenhaus PUB erhielt. Im Januar 1921 posierte Garbo zum ersten Mal vor einer Kamera; für die Frühlingsausgabe des hauseigenen Katalogs mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren führte sie verschiedene Damenhüte vor. Im selben Jahr wirkten Greta und ihre Schwester Alva Maria als Statistinnen in der schwedischen Stummfilmproduktion En lyckoriddare mit. Außerdem trat sie in den zwei kurzen Werbefilmen Herr och Fru Stockholm aus dem Jahr 1921 und Konsum Stockholm Promo, der 1922 gedreht wurde, auf.

Karrierebeginn in der Stummfilm-Ära

Im Juli 1922 begegnete sie in der Hutabteilung von PUB dem Regisseur Erik A. Petschler, der ihr eine kleine Rolle in der Slapstickkomödie Luffar-Petter gab. Der Stummfilm, in dem sie noch unter ihrem Geburtsnamen Greta Gustafsson im Badeanzug auftrat, war eine Amateurproduktion ohne richtige Dramaturgie oder markante Figuren. Gleichwohl kündigte sie für das Engagement ihre Anstellung bei PUB mit der Begründung „Eintritt ins Filmgeschäft“. Die schwedische Presse würdigte ihr Debüt mit den Worten:

Fest entschlossen, Schauspielerin zu werden, bestand Garbo im August 1922 die Aufnahmeprüfung für die renommierte Dramatens elevskola, die Schauspielakademie des Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm. Noch Jahrzehnte später erzählte sie, dass sowohl das Vorsprechen als auch die anschließende Aufnahme in die Akademie die aufregendsten und glücklichsten Momente ihres gesamten Lebens gewesen seien.

Noch während der Ausbildung wurde sie von dem international bekannten schwedischen Regisseur Mauritz Stiller entdeckt, der gerade die Besetzung für die Verfilmung des Romans Gösta Berling von Selma Lagerlöf zusammenstellte. Stiller veranlasste Probeaufnahmen und war von dem natürlichen Talent und der Ausstrahlung der jungen Schauspielerin so angetan, dass er ihr 1923 die Rolle der Gräfin Elisabeth Dohna gab. Die fast ein Jahr andauernden Dreharbeiten waren hart für die junge und unerfahrene Schauspielerin. Stiller galt als Perfektionist und hielt sich mit Kritik und verbalen Beschimpfungen nicht zurück, wenn er mit ihrer Leistung nicht zufrieden war. Gleichzeitig förderte er sie, indem er ihr beibrachte, sich vorteilhaft zu kleiden und vor der Kamera zu bewegen. Stiller war es auch, der sie dazu veranlasste, sich den Künstlernamen Garbo zu geben. Gösta Berling hatte im März 1924 in Stockholm Uraufführung und kam im August 1924 in den deutschen Verleih.

Nach dem großen finanziellen und künstlerischen Erfolg von Gösta Berling bekamen Garbo und Stiller das Angebot, an der deutschen Verfilmung des Romans Die Odaliske von Smolny von Vladimir Semitjov mitzuwirken. In dem Drama über die Flucht einer jungen russischen Adligen vor der Oktoberrevolution sollte Garbo unter der Regie von Stiller die weibliche Hauptrolle übernehmen. Im November 1924 verließ sie die Schauspielakademie und fuhr mit Stiller nach Bulgarien und in die Türkei, um geeignete Drehorte für das Projekt zu finden. Am Ende zerschlugen sich die Pläne jedoch. Garbo wirkte stattdessen 1925 in Georg Wilhelm Pabsts Die freudlose Gasse mit.

Im selben Jahr unterschrieb Stiller einen Vertrag mit dem neugegründeten Hollywoodstudio MGM. Garbo begleitete ihren Mentor zu einem Treffen mit dem Studiochef Louis B. Mayer. Dieser war sehr angetan von der jungen Schwedin und gab ihr einen dreijährigen Studiovertrag. In den ersten beiden Filmen Fluten der Leidenschaft und Dämon Weib wurde Garbo in der Rolle von Südamerikanerinnen mit lockerem Lebenswandel eingesetzt. Die Kritiker priesen die Schauspielerin als aufregende Entdeckung. Bedeutungsvoll für den weiteren Verlauf ihrer Karriere wurde die Zusammenarbeit mit Kameramann William H. Daniels. Er erkannte, dass die Intensität und die Schönheit ihrer Darstellung am besten in extremen Nahaufnahmen zur Geltung kamen. Aufnahmen in der Totalen waren seitdem in Garbo-Filmen eher die Ausnahme. Daniels wirkte bei nahezu allen ihren Filmen mit. Er setzte durch, dass die Filmsets hermetisch für Besucher und Unbefugte geschlossen wurden, da die Schauspielerin auf Störungen empfindlich reagierte und sich nicht in dem Maße konzentrieren konnte, das sie für nötig erachtete.

Nachdem ihre ersten Filme finanziell relativ erfolgreich waren, gelang der Durchbruch mit Es war, der im Januar 1927 in den nationalen Verleih kam. Ihr Filmpartner John Gilbert und sie verliebten sich während der Dreharbeiten ineinander. Der Streifen, der auf einem Stück von Hermann Sudermann basiert, wurde ein großer Kassenerfolg. Garbo arbeitete hier erstmals gemeinsam mit dem Regisseur Clarence Brown, der später bei ihren Filmen noch oft Regie führte. Der Erfolg des Films ließ das Publikum und die Produzenten nach einem neuen Garbo-Film rufen. Doch die Schauspielerin war unzufrieden, immer nur – wie sie es nannte – „schlechte Weiber“ zu spielen, und lehnte deshalb die Rolle in Women Love Diamonds ab. Garbo war zudem der Meinung, ihre wöchentliche Gage von 500 US-Dollar sei zu wenig für einen Star, den jeder auf der Leinwand sehen wolle. Sie streikte sieben Monate lang, bis das Studio ihr Gehalt auf 5.000 US-Dollar erhöhte und ihr ein breiteres Rollenspektrum garantierte. Unmittelbar danach drehte sie mit John Gilbert eine stark gekürzte Version von Anna Karenina. Von dem Film wurden zwei alternative Enden gedreht: für den US-amerikanischen Markt ein glückliches Ende, während der Rest der Welt, der mit Tolstois Werk eher vertraut war, den tragischen Schluss der Vorlage zu sehen bekam. Der Film hieß in den Vereinigten Staaten, dem Happy End entsprechend, schlicht Love und wurde dort mit dem Slogan „Gilbert and Garbo in Love“ beworben.

Die meisten Stummfilme, die Garbo noch drehte, waren weit davon entfernt, Klassiker des Genres zu werden; sie spielten jedoch nicht nur die Herstellungskosten ein, sondern warfen auch Gewinn ab. In der Regel drehte sich die Handlung um eine junge Frau, die romantische Verwicklungen zwischen einem leidenschaftlichen Liebhaber und dem meist älteren Ehemann – vorzugsweise gespielt von Lewis Stone – bestehen muss. Eine gewisse Ausnahme bildete Unsichtbare Fesseln, der die Schauspielerin als junge Amerikanerin mit fortschrittlichen Ideen über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern präsentiert. Die Heldin lebt einige Zeit ganz offen mit einem Mann, gespielt von Nils Asther, zusammen, ohne verheiratet zu sein. Die beiden kreuzen auf einem Segelschiff mit dem Namen The All Alone in der Südsee. Auch macht die von Garbo gespielte Filmfigur häufig Spaziergänge allein im Regen. Beides sind mehr oder weniger subtile Anspielungen auf die zurückgezogene und einzelgängerische Attitüde Garbos, die zu ihrem Markenzeichen geworden war.

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