Graz (früher auch Gratz, Grätz, Bairisch[-]Grätz, Bayrisch[-]Grätz oder Grätz in Steyr) ist die Landeshauptstadt der Steiermark und eine Großstadt im Süden Österreichs. Sie ist mit 306.971 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2026) die zweitgrößte Stadt der Republik Österreich. Die Stadt liegt an beiden Seiten der Mur, an ihrem Austritt aus den Alpen (bzw. dem Steirischen Randgebirge) in das geologisch jüngere Vorland, im Grazer Becken. Die Metropolregion Graz ist mit 660.238 Einwohnern (Stand 2024) nach denen von Wien und Linz die drittgrößte Metropolregion Österreichs.
Das Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft. Im 6. Jahrhundert wurde hier eine Burg errichtet, von der sich der Name Graz ableitet (slowenisch gradec bedeutet kleine Burg). Das Stadtwappen erhielt sie 1245. Als habsburgische Residenzstadt von 1379 bis 1619 widerstand sie mehreren osmanischen Angriffen.
Graz hat sich zu einer Universitätsstadt mit fast 63.000 Studenten (Stand: 10. Juni 2023) entwickelt. Sie wurde zur Menschenrechtsstadt erkoren und trägt den Europapreis des Europarats. Graz ist Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau und seit 2015 eine Reformationsstadt Europas. Die Grazer Altstadt sowie das Schloss Eggenberg gehören seit 1999 bzw. 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit März 2011 ist Graz als UNESCO City of Design Teil des Creative Cities Network. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas.
Während des Frühmittelalters errichteten Slawen auf dem heutigen Stadtgebiet eine Burg – grad im Altkirchenslawisch, slowenisch gradec ‚kleine Burg, befestigter Ort‘. Frühe deutsche Versionen des Ortsnamens lauteten Gratz und bis ins 19. Jahrhundert Grätz, bevor sich mit der Änderung in Graz die Schreibweise der Aussprache anpasste (das 'e' bzw. 'ae'/'ä' hatte nicht als Umlaut fungiert, sondern als Dehnungszeichen). Im Mittelalter wurde die Stadt zur Unterscheidung von Windisch-Grätz als Bayrisch-Grätz oder Bairisch-Grätz bezeichnet. Im 16. Jahrhundert lautete eine weitere Variante Grätz in Steyr (lateinisch Gratia Styriae oder Graecium Styriae). Im Slowenischen heißt die Stadt noch heute Gradec.
Graz liegt rund 150 km südwestlich von Wien, an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollständig aus und ist an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das bebaute Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld.
Der höchste Punkt in Graz ist der Plabutsch mit 754 m ü. A. im Nordwesten der Stadt, die tiefste Stelle, mit etwa 330 m ü. A., befindet sich dort, wo die Mur die Stadt im Süden verlässt. Innerhalb von Graz gibt es zwei markante Erhebungen, den Grazer Schloßberg mit dem gut sichtbaren Grazer Uhrturm und den Austein mit dem Kalvarienberg.
Die nächste Stadt mit überregionaler Bedeutung ist Maribor (Marburg an der Drau) in Slowenien, rund 60 km südlich von Graz gelegen. Die beiden Städte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Europaregion Graz-Maribor ist ein Beispiel dafür.
Für die ausführliche Beschreibung der Stadtbezirke siehe den
Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 Stadtbezirke und weiters in Stadtteile (Stt) gegliedert. Östlich der Mur liegt in der Altstadt der
1. Bezirk Innere Stadt (Stt), rundherum reihen sich entgegen dem Uhrzeigersinn
3. Geidorf (Stt) mit Landeskrankenhaus Graz,
Abgesehen von der Altstadt sind fünf der sechs Kernbezirke historisch gewachsen. Innerstädtische Zentren, von denen das Wachstum ausging, waren der Murplatz, heute Südtiroler Platz in der ehemaligen Murvorstadt, der Jakominiplatz, die ehemals eigenständige Vorstadt Geidorf, die sich um die Leechkirche gebildet hatte, und der Guntarn-Hof, ein historischer Hof auf dem Areal der Leonhardkirche, der als zweites Grazer Siedlungsgebiet gilt. In der Murvorstadt entwickelten sich die Bezirke Gries um den Griesplatz und Lend um den Lendplatz.
Die restlichen Bezirke bilden den äußeren Ring von Graz:
7. Liebenau (Stt) mit Engelsdorf (Stt), Murfeld (Stt), Neudorf (Stt) und Thondorf (Stt)
8. Sankt Peter (Stt) mit Hofstatt, Messendorf (Stt), Messendorfberg, Petersbergen, Peterstal und Tiefental
9. Waltendorf (Stt) mit Ruckerlberg
10. Ries (Stt) mit Innere Ragnitz (Stt), Rohrbach, Stifting (Stt) und Zach
11. Mariatrost (Stt) mit Fölling (Stt), Grafenhofsiedlung, Kroisbach, Mariagrün, Neusitz, Rettenbach, Teichhof und Wenisbuch