Der Grasshopper Club Zürich (abgekürzt GC oder GCZ oder bekannt als Grasshoppers Zürich, Grasshoppers bzw. nur Hoppers) ist ein Schweizer Sportclub aus Zürich. Der Verein wurde 1886 als erster Fussballclub in der Stadt Zürich gegründet.
Die älteste und bekannteste Sektion des Grasshopper Clubs ist die Fussball-Abteilung. Der Grasshopper Club Zürich ist Schweizer Fussball-Rekordmeister und -cupsieger. Er ist der Stadtrivale des FC Zürich. Das Trainingszentrum der ersten Männerfussball-Mannschaft ist der GC Campus in Niederhasli. Ebenfalls findet der gesamte Spielbetrieb der GC Frauen, des Nachwuchses und der Junioren dort statt. Seit der Gründung wird ein blau-weisses Trikot getragen, das sich farblich vom Stadtwappen von Zürich herleitet.
Der GCZ ist auch in anderen Sportarten vertreten. Im Handball spielen die Zürcher in der höchsten Liga und sind ebenfalls Rekordmeister. Die Ruder-Sektion hat schon Olympiasieger hervorgebracht. Im Eishockey wurde der GCZ in der Saison 1965/66 Schweizer Meister. Im Landhockey ist der Club häufig im Europacup anzutreffen. Verschiedene Nationalspieler stellen die Sektionen Unihockey und Basketball. Daneben ist der GCZ auch im Curling, Squash, Tennis, Rugby und seit 2012 im Beachsoccer aktiv. Der Zentralpräsident des gesamten Clubs ist Peter Fanconi.
Der Grasshopper Club Zürich wurde vom englischen Studenten Tom E. Griffith (im Mitgliederverzeichnis von 1907 als «Silk Merchant» vermerkt) am 1. September 1886 in Zürich als Fussballclub gegründet. Wie er zu seinem Namen Grasshopper (englisch für Heuschrecke) kam, ist nicht überliefert. Im angelsächsischen Sprachraum führen verschiedene Rasensportvereine Grasshopper(s) im Namen, darunter der 1869 im nordenglischen Preston gegründete Rugby-Club Preston Grasshoppers. Unter verschiedenen Deutungen hält der Club jene für glaubwürdig, denen zufolge «die GC-Pioniere überzeugt waren, sich im sportlichen Wettkampf auf Gras so behende und geschickt zu bewegen» wie das Insekt.
Sein erstes Spiel bestritt der Club im Oktober 1886. Die Partie gegen den «Polytechnikum Football Club» der ETH endete 0:0. Im Laufe der Begegnung verletzten sich drei Spieler. Die Medien verurteilten das Spiel als sinnloses Unterfangen, einem schmutzigen Lederball nachzurennen, anstatt die Freizeit nutzbringender zu verwenden. Danach wurden weitere Freundschaftsspiele bestritten, darunter 1893 das erste Fussballspiel einer Schweizer Mannschaft auf deutschem Boden. Gegen das damals deutsche Strassburg resultierte ein 1:0-Sieg.
In der Saison 1897/98 gewann der Grasshopper Club die erste Schweizer Meisterschaft. Sie wurde damals noch im Cup-System ausgetragen. 1899/00 endete auch die erste nach Punktesystem ausgetragene Meisterschaft mit dem GC als Meister. Nach zwei weiteren Meistertiteln folgten schwierige Zeiten. Es stand kein Spielterrain mehr zur Verfügung, und 1909 trat der GC aus dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) aus. 1916 waren die Grasshoppers wieder bereit, dem SFV beizutreten, und der Verband entsprach dem Gesuch, sofort wieder in der höchsten Spielklasse antreten zu dürfen. Nach einem weiteren Meistertitel 1921 wurde 1926 erstmals der Schweizer Cup ausgetragen. Auch diese Trophäe gewannen die Stadtzürcher mit einem 2:1-Sieg gegen den FC Bern.
Ab 1925 war der Ungar Dori Kürschner, der im Vorjahr noch zum Trainerstab der Schweiz gehört hatte, die bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewann, Trainer beim GCZ. Unter ihm gewannen die Grasshoppers im Folgejahr zum ersten Mal das Double. Er war von 1925 bis 1934 beim GCZ beschäftigt und errang die Schweizer Meisterschaft in den Spieljahren 1926/27, 1927/28 und 1930/31 sowie vier Cupsiege. Er ist bis heute der zweiterfolgreichste Trainer in der Geschichte des Traditionsvereins. 1931 wurde der GCZ von Fussballexperten aus ganz Europa zur viertstärksten europäischen Mannschaft gewählt.
Ein paar Jahre später begann die Ära von Karl Rappan und Fredy Bickel. Trotz den Kriegswirren wurde die Schweizer Fussballmeisterschaft während des Zweiten Weltkrieges normal durchgeführt. Der GC gewann während dieser Zeit drei Meisterschaften und errang vier Cupsiege. 1948/49 stieg der Club zum ersten Mal ab. In der Saison des Wiederaufstiegs 1951/52 gewannen die Hoppers mit dem Meistertitel und einem 2:0 im Cupfinal gegen den FC Lugano das Double. Nach einer zweimonatigen Weltreise und 18 Freundschaftsspielen in der Saison 1954/55 gewann der Grasshopper Club 1955/56 erneut das Double. Dieses wurde durch einen 1:0-Finalsieg im Cupfinal gegen den BSC Young Boys besiegelt.
Der Vizemeistertitel 1958 war der Beginn einer erfolglosen Phase. Der GCZ zählte fortan für längere Zeit nicht mehr zum Spitzentrio der Schweiz. Der 11. Rang in der Saison 1963/64 stellte den Tiefpunkt dar. Erst 1968 gelang dem Club wieder eine starke Saison, die mit dem Erreichen des 2. Schlussranges endete. 1970/71 lieferten sich der Grasshopper Club Zürich und der FC Basel ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft. Nach den 26 Meisterschaftsspielen lagen beide Clubs punktgleich an der Tabellenspitze; in einem in Bern ausgetragenen Entscheidungsspiel vor 51'000 Zuschauern besiegte der GCZ den FC Basel nach Verlängerung mit 4:3 und gewann seinen 16. Meistertitel. Der schwedische Nationalspieler Ove Grahn avancierte mit zwei Toren zum Matchwinner.
In den nächsten Jahren spielte der Grasshopper Club wieder vorne mit, und 1977/78 feierten die Zürcher den Meistertitel, nachdem sie sich knapp gegen den Servette FC und den FC Basel durchgesetzt hatten. In dieser Saison allerdings noch höher einzuschätzen waren die Erfolge, die sie im UEFA-Cup erreichten. Nachdem der GC gegen BK Frem, Inter Bratislava, Dinamo Tiflis sowie Eintracht Frankfurt gewonnen hatte, scheiterte er im Halbfinal am SC Bastia. Zwar wurde das Heimspiel mit 3:2 gewonnen, aber eine 0:1-Niederlage in Bastia bedeutete das Ausscheiden für die Blau-Weissen, aufgrund der damals gültigen Auswärtstorregel.
Der nächste Meisterschaftsgewinn folgte 1982 mit drei Punkten vor dem Servette FC. Auch dieser Titel wurde von einer starken Leistung im UEFA-Cup begleitet. Der GCZ besiegte den dänischen Verein Kjøbenhavns Boldklub, den portugiesischen Verein FC Porto sowie die Italiener von AC Torino und scheiterte wieder an einem französischen Club, dieses Mal im Viertelfinal gegen den FC Sochaux.
In der nächsten Saison unter Trainer Hennes Weisweiler (1982/83) wurde der GCZ, dieses Mal mit einem Punkt vor dem Servette FC, wiederum Schweizer Meister. Auch im Cup war Servette der härteste Konkurrent. Nach einem 2:2-Unentschieden im ersten Final musste ein Wiederholungsspiel die Entscheidung bringen. Dieses gewann der Grasshopper Club mit 3:0. Eine Saison später waren der GCZ und Servette am Ende der Meisterschaft punktgleich, sodass es wiederum zu einem Entscheidungsspiel im Berner Stadion Wankdorf kam. Ein verwandelter Penalty von Andy Egli in der 104. Minute bescherte dem Nobelclub einen 1:0-Sieg. Es war der erste Titelhattrick in der Vereinsgeschichte. Die Genfer mussten sich zum dritten Mal in Folge mit der Vizemeisterschaft begnügen. Ein Jahr später gewann Servette den Meistertitel, und der GCZ belegte Rang sechs. Die nächsten Erfolge feierte der Verein im Cup, und auch dort schafften die Stadtzürcher einen Titelhattrick. Finalgegner waren 1988 der FC Schaffhausen (2:0), 1989 der FC Aarau (2:1) und 1990 Neuchâtel Xamax (2:1).
Vor der Saison 1985/86 sorgte die Meldung für Furore, dass die Stadtzürcher als letzter NLA-Club auch mit einem Trikotsponsor (Nissan) auflaufen würden.
In der Meisterschaft 1989/90 war der GCZ unter dem Trainer Ottmar Hitzfeld auch in der Meisterschaft wieder erfolgreich: Der Verein stand zusammen mit Lausanne-Sports nach der Finalrunde punktgleich an der Tabellenspitze, diesmal entschied einzig die höhere Punktzahl nach der Qualifikation (erste 22 Runden). Somit gewann der Grasshopper Club das nationale Double. Adrián de Vicente war der Topscorer der Grasshoppers, musste sich aber im Kampf um den Torschützenkönig dem beim FC St. Gallen spielenden Chilenen Iván Zamorano geschlagen geben. In der nächsten Saison (1990/91) wurde nachgedoppelt. Die drei Punkte Rückstand auf den FC Sion nach der Qualifikation wurden aufgeholt, und die Grasshoppers gewannen erneut die Schweizer Meisterschaft. Ottmar Hitzfeld verabschiedete sich mit diesem Titel und wechselte zu Borussia Dortmund.