Graciela Paraskevaídis (* 1. April 1940 in Buenos Aires; † 21. Februar 2017 in Montevideo) war eine argentinisch-uruguayische Komponistin und Musikwissenschaftlerin.
Graciela Paraskevaídis studierte Komposition bei Roberto García Morillo am Conservatorio Nacional de Música in Buenos Aires. Ein Stipendium des Centro Latinoamericano de Altos Estudios Musicales (CLAEM) ermöglichte ihr von 1965 bis 1966 den Besuch von Kursen bei Gerardo Gandini und Iannis Xenakis am Instituto Torcuato Di Tella.
Auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) setzte sie ihre Ausbildung von 1968 bis 1971 bei Wolfgang Fortner an der Musikhochschule Freiburg fort. 1972 nahm sie an den Darmstädter Ferienkursen teil. Von 1984 bis 1985 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.
Ab 1975 lebte Paraskevaídis in Uruguay. Sie unterrichtete von 1985 bis 1992 an der Universidad de la República in Montevideo und gab Kurse, Seminare und Workshops in mehreren Staaten Lateinamerikas und Europas. Seit 1975 veröffentlichte sie Essays vorwiegend über zeitgenössische lateinamerikanische Musik unter anderem in der mexikanischen Zeitschrift Pauta, der Revista Musical Chilena und der Zeitschrift MusikTexte. Sie schrieb zwei Bücher (über die Komponisten Eduardo Fabini und Luis Campodónico), war von 1990 bis 1999 Mitherausgeberin des World New Music Magazine und war seit 1992 Mitarbeiterin an Walter-Wolfgang Sparrers Lexikon Komponisten der Gegenwart.
Von 1975 bis 1979 gehörte Paraskevaídis zu den Organisatoren der Cursos Latinoamericanos de Música Contemporánea (CLAMC). Sie war Mitglied des Núcleo Música Nueva de Montevideo und der Sociedad Uruguaya de Música Contemporánea, 2004 wirkte sie in der Jury der Weltmusiktage der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik ISCM.
Für ihre Kompositionen wurde sie unter anderem mit Preisen des Fondo Nacional de las Artes und der Municipalidad de Buenos Aires, der Akademie der Künste in Berlin und der Juventudes Musicales von Uruguay ausgezeichnet. 1994 erhielt sie die Goethe-Medaille des Goethe-Institutes München.
magma I für vier Hörner, zwei Trompeten, zwei Posaunen und Tuba, 1965–67
magma II für vier Posaunen, 1968
La terra e la morte (Text von Cesare Pavese) für gemischten Chor, 1968
Seis canciones españolas (Text von Miguel Hernández) für Sopran und Klavier, 1968
“libertà va cercando …” (Text von Dante Alighieri) für gemischten Chor, 1969
E desidero solo colori (Text von Cesare Pavese) für Frauenchor, 1969
Trío für Flöte, Klarinette und Fagott, 1969
Aphorismen (nach Texten von Karl Kraus) für zwei Sprecher, Klavier, Schlagzeug und Tonband, 1969,
mellonta tauta für Akkordeon, 1970
Die Hand voller Stunden (Text von Paul Celan) für neun Stimmen, 1970
Schatten (Text von Karl Kraus) für Sopran und Bariton, 1970
Mozart (nach Texten von Wolfgang Amadeus Mozart) für Schauspieler und Ensemble, 1970–72