An diesem Tag

Grace Kelly

US-amerikanische Schauspielerin und Fürstin von Monaco (1929–1982)

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Grace Patricia Kelly (* 12. November 1929 in Philadelphia, Pennsylvania; † 14. September 1982 in Monaco) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin und Oscar-Preisträgerin. Nach der Hochzeit mit Fürst Rainier III. von Monaco im Jahr 1956 änderte sich ihr Name mit dem neuen Titel in Princesse Grace de Monaco beziehungsweise Grace Patricia Grimaldi. Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Fürstin Gracia Patricia von Monaco oder verkürzt Gracia Patricia üblich.

Von August 1950 bis März 1956 wirkte Kelly in elf Spielfilmen mit, nachdem sie bereits Schauspielerfahrung am Theater gesammelt hatte. Erste Erfolge feierte sie 1952 an der Seite von Gary Cooper im Western Zwölf Uhr mittags und 1953 mit Clark Gable in Mogambo, für den sie ein Jahr später den Golden Globe als beste Nebendarstellerin erhielt. Die Charakterrolle der Georgie Elgin im Filmdrama Ein Mädchen vom Lande brachte ihr 1955 den Oscar als beste Hauptdarstellerin ein.

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere hatte sie Hauptrollen in drei Spielfilmen Alfred Hitchcocks, von denen Das Fenster zum Hof (1954) mit James Stewart zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte gerechnet wird. Darüber hinaus trat sie zwischen 1948 und 1954 in mehr als 40 Fernsehproduktionen auf. Das American Film Institute wählte sie auf Platz 13 der 25 größten weiblichen amerikanischen Filmstars aller Zeiten.

1956 beendete Kelly mit dem Musicalfilm Die oberen Zehntausend ihre Arbeit als Schauspielerin und heiratete Fürst Rainier III. von Monaco, den sie bei den Filmfestspielen von Cannes 1955 kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen drei Kinder, Caroline, Albert und Stéphanie von Monaco, hervor.

Kelly war für ihr stilsicheres Auftreten bekannt und setzte weltweit modische Trends. Ihre Präsenz in Monaco verhalf dem Fürstentum zu neuem Ansehen und wirtschaftlichem Aufschwung. Im Rahmen ihrer Pflichten als Landesmutter widmete sie sich repräsentativen und wohltätigen Aufgaben.

Grace Kelly starb 1982 im Alter von 52 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls, bei dem ihr Auto, in dem sie mit ihrer Tochter Stéphanie fuhr, nahe Monaco von der Fahrbahn abgekommen war.

Grace Patricia Kelly wurde 1929 im Hahnemann University Hospital in Philadelphia als drittes von vier Kindern des US-amerikanischen Bauunternehmers John Brendan Kelly sr. (1889–1960), genannt Jack, und seiner aus Deutschland stammenden Ehefrau Margaret Katherine Majer (1898–1990) geboren. Am 1. Dezember fand die Taufe in der St. Bridget’s Roman Catholic Church im Stadtteil East Falls statt.

Die Eltern entschieden sich für den Vornamen Grace im Gedenken an eine früh verstorbene Tante gleichen Namens. Eine ergänzende Erklärung lieferte Grace Kelly später selbst, indem sie auf den in den USA populären Mother-Goose-Kinderreim A Week of Birthdays Bezug nahm, dem zufolge alle an einem Dienstag geborenen Kinder “full of grace” (deutsch: „voller Anmut“) sind.

Jack Kellys Vorfahren waren irischer Abstammung; sein Vater, John Henry Kelly, war Mitte des 19. Jahrhunderts aus der irischen Grafschaft Mayo nach Rutland (Vermont) emigriert. Kelly arbeitete sich als zweitjüngstes von zehn Kindern vom Maurer zum Unternehmer empor und erwirtschaftete mit seiner Firma Kelly for Brickwork in den 1920er Jahren ein Millionenvermögen. Zudem war er seit seiner Jugend als Ruderer erfolgreich. Nach mehreren nationalen Titeln errang er bei den Olympischen Sommerspielen 1920 und 1924 drei Goldmedaillen. Seine politische Karriere erreichte 1935 mit der Kandidatur für die Demokratische Partei bei der Wahl zum Bürgermeister von Philadelphia ihren Höhepunkt, die er knapp verlor.

Margaret Majers Vater, Carl Majer, wohnte in Schloss Helmsdorf in Immenstaad am Bodensee, bevor er nach Philadelphia auswanderte und 1896 die am 10. Juli 1870 in Heppenheim geborene Margaretha Berg heiratete. In patrilinearer Hinsicht stammte Margarete von Prof. Johann Christian von Majer (1741–1821) aus Ludwigsburg ab, der als Politikwissenschaftler, Jurist und Theologe tätig war und fünfmal zum Rektor der Universität Tübingen gewählt wurde. Durch ihn stammte Grace aus der Familie Stauffenberg und vielen anderen kleineren deutschen Adelsfamilien, wie von Plieningen, von Münchingen, von Ow, von Bettendorf, von Nippenburg und von Roth.

Jack Kelly lernte Margaret 1914 im Schwimmverein kennen. Anfang der 1920er Jahre erwarb sie an der Temple University das Diplom einer Sportlehrerin und unterrichtete als erste Dozentin für Leibesübungen an der University of Pennsylvania. Darüber hinaus arbeitete sie zeitweise als Fotomodell. Nach dem Übertritt zum Katholizismus wurde sie am 30. Januar 1924 Ehefrau Jack Kellys.

Grace Kellys älterer Bruder, John Brendan Kelly jr. (1927–1985), trat als Ruderer die Nachfolge seines Vaters an. Er nahm an den Olympischen Sommerspielen 1948, 1952, 1956 und 1960 teil und gewann 1956 eine Bronzemedaille. Auch die Schwestern, Margaret Katherine Kelly (1925–1991) und Elizabeth Anne Kelly (1933–2009), eiferten ihren Eltern nach und waren während der Schulzeit gute Sportlerinnen.

Zwei Onkel Grace Kellys waren Künstler. Bühnen- und Filmschauspieler Walter C. Kelly (1873–1939) machte sich im Vaudeville einen Namen. George Kelly (1887–1974) war Schriftsteller und wurde 1926 mit dem Pulitzer-Preis für das Drama Craig’s Wife ausgezeichnet.

1927 zog die Familie kurz nach der Geburt ihres Sohnes in eine von Kellys Bauunternehmen errichtete Villa mit 17 Zimmern in der Henry Avenue in Philadelphia ().

Obwohl Grace Kelly nur wenige Tage nach dem Schwarzen Donnerstag geboren wurde, dem Auftakt zur Great Depression, waren die Kellys von der Wirtschaftskrise kaum betroffen. Jack Kelly hatte sein Vermögen konservativ angelegt und sowohl die Villa in East Falls als auch das Urlaubsdomizil in Ocean City frei von Hypotheken gehalten. Neben einem Tennisplatz standen auf dem Grundstück weitere Einrichtungen für die aktive Freizeitgestaltung bereit. Bedienstete kümmerten sich um Haushalt und Garten, die Kinder waren gut gekleidet.

Grace wurde streng erzogen. Disziplin, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit galten in der Familie als Tugenden. Ihre Mutter bezeichneten die Kinder wegen ihrer deutschen Herkunft als „preußischen General“. In früher Kindheit war Grace oft krank, zeigte aber mit zunehmendem Alter in Sportarten wie Tennis, Schwimmen und Hockey gute Leistungen und nahm Ballettunterricht. Erst in späteren Jahren entwickelte Grace in privater und beruflicher Hinsicht Ehrgeiz, der sich auf das fortwährende Bedürfnis gründete, die Anerkennung ihres Vaters zu erlangen.

Wegen Kurzsichtigkeit trug sie etwa ab dem zwölften Lebensjahr eine Brille. Mit ihren Geschwistern um die Rangordnung in der Familie kämpfend, zog sich Grace in eine Phantasiewelt zurück und begann, ihre künstlerischen Neigungen zunächst im heimischen Puppenspiel sowie im Verfassen poetischer Verse auszuleben.

Ihre Vorliebe für die Schauspielerei äußerte sich bereits in der Jugend. Im Alter von zwölf Jahren spielte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Peggy am Theater der Old Academy Players in der Nähe von East Falls. Jahre später übernahm sie eine Rolle in einer Aufführung des 1922 von ihrem Onkel George geschriebenen Bühnenstückes The Torch-Bearers. In Anspielung auf den Titel des Werks schrieb der Rezensent einer lokalen Zeitung: “It appeared as if Grace Kelly should become the theatrical torch-bearer for her family.” (deutsch: „Es macht ganz den Eindruck, als würde Grace Kelly auf dem Theater zum Fackelträger ihrer Familie.“)

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