Gottlob Sigismund Reutter auch Gottlob Siegismund Reutter (* 20. April 1764 in Pförten in der Niederlausitz; † 18. Januar 1827 in Dresden) war ein deutscher Tierarzt, Hochschullehrer und Landwirt.
Gottlob Sigismund Reutter war der Sohn eines Stadtchirurgen.
Er war verheiratet mit Christiane Friederike (geb. Hertig), gemeinsam hatten sie mehrere Kinder.
Reutter besuchte die örtliche Schule, bevor er 1781 nach Dresden ging, um seine Kenntnisse in der Kunst seines Vaters zu vertiefen. Dort nahm er an den Vorlesungen im Collegium medico-chirurgicum teil und wurde in dieser Zeit durch den Hofrat und Leibarzt Johann Wilhelm von der Jahn (1725–1799) gefördert.
Er wurde 1783 als Kompaniechirurg im Infanterie-Regiment von Christoph Heinrich von Zanthier (1709–1797) angestellt und diente bis 1788 in dieser Funktion.
Auf Empfehlung durch seinen älteren Bruder, Johann Georg Reutter († 27. Januar 1824), der bereits seit 1786 Professor an der Tierarzneischule in Dresden war, trat er als Scholar in diese Institution ein. Hier führte er einige Zeit die Funktionen eines Prosektors aus.
Am 3. Januar 1793 erhielt er die Anstellung als pferdeärztlicher Praktikant im kurfürstlichen Marstall (siehe Johanneum (Dresden)) sowie als Hilfslehrer an der Tierarzneischule Dresden.
Seine akademische Laufbahn führte ihn 1793 auf eine Reise nach Hannover, unterstützt von kurfürstlichen Mitteln. Unter der Anleitung des renommierten Professors August Conrad Havemann (1758–1819) vertiefte er seine Kenntnisse in der Tierarzneiwissenschaft. 1795 wurde Reutter zum zweiten Professor und Obertierarzt an der Dresdener Tierarzneischule ernannt. In diesem Jahr erhielt er auch ein Lob vom Sanitäts-Kollegium für seine Maßnahmen während einer Viehseuche in Sachsen.
Im Jahr 1804 wurde ihm die Genehmigung erteilt, eine wissenschaftliche Reise nach Böhmen, Österreich, Ungarn, Bayern, Württemberg, Baden und Berlin zu unternehmen, um die dortigen Tierarzneischulen und Gestüte zu besuchen. Nach einem Jahr kehrte er nach Dresden zurück und setzte seine Tätigkeit als Professor und Obertierarzt bis 1816 fort. 1817 führte die Gründung einer medizinisch-chirurgischen Akademie zu Reformen an der Tierarzneischule, wodurch Reutter, zusammen mit seinem Bruder, in den Ruhestand versetzt wurde.
Nach seiner Pensionierung widmete sich Reutter der landwirtschaftlichen Tätigkeit und erwarb ein Stadtgut. Trotz seiner Bemühungen das Gut zu erhalten und aufzubauen geriet er aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Umstände und eines großen Bauprojekts in Schulden, die nach seinem Tod seine Frau und sechs Kinder in große Not brachten.
Seine umfangreiche Sammlung an veterinärmedizinischen Instrumenten und seine Bibliothek wurden nach seinem Tod von der Tierarzneischule erworben.
Das ökonomisch-veterinärisches Werk Ueber die zweckmäßigste Stallung, Zucht und Wartung der Hausthiere, das Reutter gemeinsam mit dem Ökonomierat Johann Riem (1739–1807) von 1799 bis 1802 herausgab, erlangte große Bekanntheit und wurde 1813 neu aufgelegt. 1825 wurde seine Schrift Catechismus für die Pferdewartung von der königlich-bayerischen Landesregierung mit dem ersten Preis von 15 Dukaten in Gold ausgezeichnet.
Weitere Veröffentlichungen erschienen von ihm im Allgemeinen Anzeiger der Deutschen und in den Anzeigen der Königlich-Sächsischen Leipziger Öconomischen Societät
1790 wurde Gottlob Sigismund Reutter zum Ehrenmitglied der Leipziger ökonomischen Sozietät ernannt.
Riemisch-Reuttersche ausführliche Praktik der Veterinär-Trokarirens irrgehender Drehschaafe. 1791.
Igelskälber betreffend. In: Anzeigen der Königlich-Sächsischen Leipziger Öconomischen Societät, Band 37. 1792. S. 51–54 (Digitalisat).
Bemerkungen über die sogenannten Igelskälber. In: Anzeigen der Königlich-Sächsischen Leipziger Öconomischen Societät, Band 38. 1793. S. 84–98 (Digitalisat).
Mittel wider der Bräune der Schweine. In: Anzeigen der Königlich-Sächsischen Leipziger Öconomischen Societät, Band 38. 1793. S. 98–103 (Digitalisat).