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Goldenes Horn (Türkei)

Bucht in der Türkei

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Das Goldene Horn (türkisch Haliç; griechisch Χρυσοκέρας Chrysokeras) ist ein ca. 7 km langer Meeresarm am Bosporus in Istanbul.

Das Goldene Horn liegt an der westlichen, europäischen Seite des Bosporus kurz vor dessen Ausgang in das Marmarameer. Der Meeresarm ist eigentlich die gemeinsame Mündung der Flüsse Alibeyköy und Kağithane in den Bosporus. Von ihm aus flussaufwärts gesehen verläuft das Goldene Horn zunächst in westlicher, dann in nordwestlicher und schließlich in nördlicher Richtung bis zur Vereinigung der beiden Flüsse. Es ist an seinem Ausgang etwa 750 m breit und 40 m tief.

Auf der Halbinsel zwischen dem Goldenen Horn, dem Bosporus und dem Marmarameer liegt der historische Kern der Stadt im Stadtviertel Eminönü, wo griechische Kolonisten um 660 v. Chr. Byzantion gründeten, und dem westlich anschließenden Stadtviertel Fatih. Sie sind in dem heutigen Stadtbezirk Fatih vereint, der in etwa dem von der Theodosianischen Mauer umschlossenen Gebiet der Altstadt entspricht. Jenseits der Mauer schließt sich Eyüp an.

Auf der Nordseite liegt das Stadtviertel Karaköy am Eingang des Goldenen Horns. Es entspricht ungefähr dem historischen Galata oder Pera. Heute ist es ein Teil des Stadtbezirks Beyoğlu, der sich über die gesamte Nordseite erstreckt.

Während die Gegend im Norden des Goldenen Horns noch bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum bewohnt war, liegt das Goldene Horn heute mitten im bebauten Gebiet des Zentrums von Istanbul mit weit über 14 Mio. Einwohnern. Seine Ufer sind von zahlreichen Grünanlagen und Parks gesäumt.

Das Goldene Horn wird von vier Brücken gequert (vom Bosporus aus aufwärts):

Metrobrücke über das Goldene Horn

Seit der Neubau der Galatabrücke von 1992 zumindest nicht allzu hohen Schiffen eine ungehinderte Durchfahrt erlaubt, wurden die Fähranleger der meisten Bosporus-Linien an Plätze westlich der Galatabrücke verlegt. Eine Fähre verkehrt auch innerhalb des Goldenen Horns, in dem auch zahlreiche private Schiffe anzutreffen sind.

Seine Jahrhunderte alte Funktion als wichtigster Hafen von Konstantinopel ging mit der zunehmenden Größe der Schiffe verloren. Spätestens seit dem Bau der Galatabrücke fanden im Goldenen Horn innerhalb der Brücke nur noch geringe Hafenaktivitäten statt.

Der in den meisten europäischen Sprachen übliche Name wird auf seine wie ein Horn gebogene Form und die Pracht und den Reichtum des byzantinischen und osmanischen Konstantinopel, aber auch auf seinen goldenen Glanz in der Abendsonne zurückgeführt. Sein türkischer Name Haliç bedeutet schlicht Mündung. Der griechische Name ist abgeleitet von der Nymphe Keroessa, der Mutter des Stadtgründers Byzas.

Für die Geschichte Istanbuls ist der Haliç von größter Bedeutung.

Byzantion und das Goldene Horn waren aufgrund der Lage am Bosporus von nahezu allen Kriegen betroffen, die sich in den folgenden Jahrhunderten im griechisch-kleinasiatischen Raum abspielten.

340/339 v. Chr. belagerte Philipp II. von Makedonien Byzantion. Er errichtete für seine Truppen eine erste Brücke über das Goldene Horn, wahrscheinlich im nördlichen, engen und flacheren Teil.

Während des Byzantinischen Reichs war das Goldene Horn der wichtigste Hafen der Hauptstadt Konstantinopel. Mauern entlang der Küstenlinie sicherten die Stadt vor Seeangriffen. Zusätzlich ließ sich die Einfahrt zum Goldenen Horn gegen feindliche Schiffe mit einer starken Eisenkette sperren. Sie wurde von der Seemauer bis zum Kettenhaus auf der Nordseite der Bucht gezogen.

Auf der Halbinsel südlich des Horns standen der Kaiserpalast, das Hippodrom (die Pferderennbahn) und viele andere staatliche Gebäude, die alle mit verschwenderischer Pracht ausgestattet waren. Kaiser Leo I. soll 469 eine Brücke von 12 Bogen über den Hafen gebaut haben, die 812 die Bulgaren verbrannt hätten. Justinian I. soll 528 eine existierende Holzbrücke durch eine Steinbrücke ersetzt haben.

Die Mauer am Goldenen Horn wurde im 7. und 8. Jahrhundert angesichts der arabischen Belagerungen mehrfach verstärkt. Zu einer ersten Bewährungsprobe kam es 626 beim Angriff der Perser und Awaren, wobei es der kaiserlichen Flotte nach zehn Tagen gelang, die auf Einbäumen in das Goldene Horn eingedrungenen slawischen Hilfstruppen zurückzuschlagen. Im Norden des Goldenen Hornes, wo die Awaren durchgebrochen waren, ließ Kaiser Herakleios die Mauern schließen und das hügelige Gebiet kastellartig ausbauen. Dort entstand das Blachernenviertel. Insgesamt waren die Mauern etwa 20 km lang.

Anastasios II. (713–715) verstärkte die Land- und Seemauern weiter. Alle Bewohner, die keinen Dreijahresvorrat an Getreide nachweisen konnten, mussten die Stadt verlassen. Erstmals fand die eiserne Kette Erwähnung, mit der man versuchte, das Goldene Horn abzuriegeln. Insgesamt drei Mal wurde die als Sperre dienende Kette überwunden. Im 10. Jahrhundert ließ die Kiewer Rus ihre Schiffe über Land schleppen, nahe Galata wieder ins Wasser setzen und gelangte so in das Horn. Das Byzantinische Reich empfing die Angreifer mit dem griechischen Feuer und besiegte sie.

Um die Warenversorgung sicherzustellen, wurden Häfen an der Küste zum Goldenen Horn und zum Marmarameer aus- oder neugebaut. 1082 erhielten die Venezianer an der Südseite des Goldenen Horns ein eigenes Quartier, 1111 die Pisaner, 1155 schließlich die Genuesen.

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