Die Golden State Warriors sind eine Basketball-Mannschaft aus der US-amerikanischen Basketballliga National Basketball Association (NBA). Das Team errang insgesamt sieben Meistertitel der NBA. Es ist seit 2019 wieder im kalifornischen San Francisco beheimatet, nachdem es zuvor ab 1971 im benachbarten Oakland und vor 1962 in Philadelphia gespielt hatte. Der aktuelle Name bezieht sich auf den US-Bundesstaat Kalifornien, der in Anlehnung an den Goldrausch von 1849 „Golden State“ genannt wird.
Die Anfänge in Philadelphia und Meisterschaften
Der 1946 unter dem Namen Philadelphia Warriors von Eddie Gottlieb gegründete Club war eines der Gründungsmitglieder der Basketball Association of America (BAA), die später zur National Basketball Association (NBA) werden sollte. 1946/47 gewann das Team die erste offiziell ausgetragene Basketballmeisterschaft dieser neuen Major League. Das Team gewann in der Zeit, als es noch in Philadelphia beheimatet war, zweimal die Meisterschaft, 1947 mit Joe Fulks und 1956 mit Paul Arizin als den Stars ihrer Zeit. 1961 verkaufte Gottlieb das Franchise an eine Investorengruppe aus San Francisco, woraufhin es an die Westküste umzog und sich in San Francisco Warriors umbenannte.
Anfang der 60er hatten die Warriors mit Wilt Chamberlain einen der dominantesten Spieler der Geschichte in ihren Reihen. 1965 verließ dieser jedoch das Team und ging zurück nach Philadelphia, zu den Philadelphia 76ers. Während ihrer Zeit in San Francisco waren das Bill Graham Civic Auditorium, das War Memorial Gymnasium und der Cow Palace die Heimspielorte der Warriors. Bereits ab 1966 fanden Spiele in der Oakland–Alameda County Coliseum Arena statt, die bei Heimspielen 19.596 Zuschauern Platz bot. 1971 folgte schließlich der komplette Umzug auf die andere Seite der San Francisco Bay nach Oakland und die Umbenennung in Golden State Warriors. Al Attles übernahm in diesem Jahr das Team für mehr als ein Jahrzehnt. Die 70er Jahre waren besonders von Superstar Rick Barry, der mit den Warriors 1975 die Meisterschaft gewann, und Center Nate Thurmond, der von 1963 bis 1974 für die Warriors spielte, geprägt.
Die 1980er Jahre und die Run-TMC-Ära
1978 verließ Barry die Warriors, nachdem man nicht die Playoffs erreicht hatte. Die kommenden Jahre war das Team aufgrund von schlechten Managemententscheidungen kein Playoffteilnehmer. So wurde zum Beispiel das Draftrecht an Kevin McHale und Robert Parish zu den Boston Celtics verkauft. Bei der NBA-Draft 1985 wählte man Chris Mullin an siebter Stelle aus. Dieser entwickelte sich schnell zum Star der Mannschaft. 1986 übernahm George Karl die Mannschaft. Gemeinsam mit Sleepy Floyd und Joe Barry Carroll wurden 1987 erstmals seit elf Jahren wieder die Playoffs erreicht. 1988 stieß Guard Mitch Richmond über den Draft hinzu, 1989 kam Tim Hardaway. Zusammen mit Mullin bildete das Trio die Run TMC-Ära, die für offensiven Basketball stand und unter Trainer Don Nelson 1991 die Playoffs erreichte.
Die erfolglosen 1990er und 2000er Jahre
Im Sommer 1991 wurde Topscorer Richmond zu den Sacramento Kings für die Draftrechte an Billy Owens verkauft. Die Warriors erreichten mit Mullin und Hardaway dennoch 1992 mit 55 Saisonsiegen nochmal die Playoffs. 1993 wurden die Playoffs deutlich verpasst. Über die NBA-Draft 1993 erhielt man Chris Webber, der an erster Draftposition gezogen wurde. Mit dem jungen Star Latrell Sprewell wurden 1994 Playoffs erreicht, doch Webber überwarf sich mit Trainer Nelson und wurde zum Saisonende an die Washington Bullets verkauft. Die Warriors erhielten in der NBA-Draft 1995 den ersten Pick und wählten Joe Smith aus, dieser konnte jedoch die Erwartungen nie erfüllen und wurde 1998 zu den Philadelphia 76ers transferiert. Der bisherige Starspieler Hardaway wurde bereits mitten in der Saison 1995/96 an die Miami Heat transferiert. Während der Renovierung der Oakland Coliseum Arena von 1996 bis 1997 verließen die Warriors ihre Heimspielstätte und absolvierten ihre Heimspiele im HP Pavilion im nahen San Jose. 1997 verließ mit Mullin das letzte Run TMC-Mitglied das Team. Sprewell wurde nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Trainer P.J. Carlesimo von der NBA für einen Großteil der Saison 1997/98 gesperrt und 1998 zu den New York Knicks verkauft. Auch Ende der 90er blieben die Warriors ein erfolgloses Team, das die Playoffs nicht erreichen konnte. Vor allem bei NBA-Drafts wurden Fehlentscheidungen getroffen. So wurde 1996 Todd Fuller vor Kobe Bryant oder Steve Nash ausgewählt, 1997 wählte man Adonal Foyle vor Tracy McGrady aus.
Anfang der 2000er hatten die Warriors mit Jason Richardson, Antawn Jamison, Mike Dunleavy jr. und Gilbert Arenas einen talentierten Kern. 2003 holte man mit diesem Team 38 Siege, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Für die Playoffs reichte es dennoch nicht. Aufgrund der ausgelasteten Gehaltskappung konnte man mit Arenas nicht zu den gewünschten Konditionen verlängern, worauf er das Team nach der Saison verließ und sich den Washington Wizards anschloss. 2004 übernahm Chris Mullin als General Manager wieder das Team, konnte die gesteckten Ziele jedoch noch nicht erreichen. Allerdings wird seine Tätigkeit bisher als erfolgreicher gesehen als die Arbeit seines Vorgängers Gary St. Jean, der von Fans als „schlechtester GM aller Zeiten“ betrachtet wird. Jamison wurde zu den Wizards verkauft. 2005 konnte man Star-Point-Guard Baron Davis von den New Orleans Hornets verpflichten.
2006 übernahm wieder Don Nelson das Traineramt. Gemeinsam mit Richardson, Monta Ellis und Stephen Jackson wurden in Saison 2006/07 zum ersten Mal nach 13 Jahren wieder die Playoffs erreicht – ein Rekord in der NBA. Dort gelang es dem Team als achtplatzierter, die erstplatzierten Dallas Mavericks zu schlagen. Die Mavericks galten aufgrund ihrer herausragenden Saison, in der sie mit 67 Siegen die erfolgreichste Mannschaft der NBA waren, als großer Favorit. Trotzdem setzten sich überraschend die Golden State Warriors dank glänzender kämpferischen Leistungen und der guten Taktik ihres Coaches Nelson mit 4:2 Siegen durch. Es war erst das dritte Mal in der Geschichte der NBA-Play-offs und das erste Mal seit Einführung der Best-of-Seven-Serien in der ersten Play-off-Runde, dass sich ein an Position acht gesetztes Team gegen den Regular Season-Champ durchsetzen konnte. Allerdings schieden sie in der zweiten Runde gegen die Utah Jazz aus. Trotz 48 Siegen in der darauffolgenden Saison qualifizierten sich die Warriors im starken Westen nicht für die Playoffs. Das Team brach nun langsam auseinander. Richardson wurde schon 2007 zu den Charlotte Bobcats verkauft, nun verließ Davis das Team nach Los Angeles zu den Clippers. Die Warriors schlossen die Saison 2008/09 mit 29 Siegen ab. Bei der NBA-Draft 2009 wählte man an siebter Stelle Stephen Curry aus.
2010–2014: Die Geburt der Splash-Brothers
Nachdem man 2010 auch die Playoffs verpasst hatte, wurde Starspieler Monta Ellis zu den Milwaukee Bucks verkauft, im Gegenzug kam Andrew Bogut. Im Juli 2010 wurde bekanntgegeben, dass der damalige Besitzer Chris Cohan das Team für einen damaligen Rekordbetrag von 450 Millionen US-Dollar an Joe Lacob und Peter Guber verkaufen wollte. Cohan hatte zuvor mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, und in den 15 Jahren, in denen er das Team besaß, erreichten die Warriors nur ein einziges Mal in der Saison 2006/07 die Playoffs. Laut Presse sei deswegen vor allem die geographische Lage des Teams für den hohen Kaufpreis ausschlaggebend gewesen. Die San Francisco Bay Area gilt mit ihren rund sieben Millionen Einwohnern als einer der profitabelsten Basketballmärkte der USA. Joe Lacob sagte nach dem Kauf, dass er mit seinem Partner plane, die Warriors zur alten Größe zurückzuführen und dass das Team um nicht weniger als den Titel kämpfen werde („It is our passion to return the Warriors to greatness and build nothing short of a championship organization that will make all of us in the Bay Area proud.“) Ebenso wurde All-Star Forward David Lee von den New York Knicks verpflichtet. Ab 2011 übernahm Mark Jackson das Traineramt. Über die NBA-Draft 2011 erhielt man Klay Thompson, der an elfter Stelle ausgewählt wurde. Gemeinsam mit Curry sollte dieser in den nächsten Jahren die Splash Brothers-Ära bilden, die für ihre gefürchteten Distanzwürfe bekannt sind. Bei der NBA-Draft 2012 wählte man mit Harrison Barnes und Draymond Green weitere wichtige Talente, die sich später zu Stammspielern entwickeln sollten.