Giuseppe Chiappella, genannt Beppe (* 28. September 1924 in San Donato Milanese; † 26. Dezember 2009 in Mailand) war ein italienischer Fußballspieler und ‑trainer.
Als Aktiver spielte er für den SC Pisa und die AC Florenz, mit der er 1955/56 italienischer Meister wurde. Als Trainer betreute er zunächst auch die Fiorentina und holte hierbei zweimal die Coppa Italia und einmal den Europapokal der Pokalsieger nach Florenz. Später trainierte er noch zum Beispiel die SSC Neapel, Cagliari Calcio und Inter Mailand.
Giuseppe Chiappella wurde am 28. September 1924 in San Donato Milanese, einer norditalienischen Stadt in der Lombardei nahe Mailand geboren. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg zog er mit seinen Eltern später nach Pisa, wo er auch mit dem Fußballspielen begann. Im ersten Nachkriegsjahr, 1946, unterschrieb er einen Vertrag beim örtlichen SC Pisa. Bei dem Verein spielte Chiappella bis 1949 und machte in dieser Zeit 97 Spiele und vier Tore.
1949 schloss er sich der AC Florenz an, die damals zu den Spitzenmannschaften im italienischen Fußball zählte. Mit der Fiorentina war Giuseppe Chiappella in den folgenden elf Jahren sehr erfolgreich und gewann in der Spielzeit 1955/56 unter Fulvio Bernardini die italienische Meisterschaft, als man Erster wurde in der Serie A mit zwölf Punkten Vorsprung auf die AC Mailand. Durch die Meisterschaft 1956 war die AC Florenz zur Teilnahme am Europapokal der Landesmeister 1956/57 berechtigt, wo man nach Siegen über IFK Norrköping aus Schweden, den Grasshopper Club Zürich aus der Schweiz und Roter Stern Belgrad aus Jugoslawien ins Endspiel einzog und auf Real Madrid traf. Gegen das Weiße Ballet, wie die Mannschaft von Real Madrid jener Tage um Spieler wie Raymond Kopa, Alfredo Di Stéfano oder Francisco Gento genannt wurde, erwies sich die Mannschaft der Viola jedoch als nicht stark genug und unterlag im Endspiel im Madrider Estadio Santiago Bernabéu mit 0:2. Im Ligabetrieb verlief die Saison 1956/57 ähnlich erfolgreich wie die Vorherige. Diesmal reichte es nach Ablauf aller Spieltage aber nur zur Vizemeisterschaft mit sechs Punkten Rückstand auf die AC Mailand. Auch in den folgenden drei Jahren bis 1960 wurde die AC Florenz, wo zur damaligen Zeit Spieler wie Verteidiger Sergio Cervato, Torhüter Enrico Albertosi oder Schweden-Stürmer Kurt Hamrin unter Vertrag standen, drei weitere Male Vizemeister; zweimal hinter Juventus Turin und einmal hinter der AC Mailand. Des Weiteren erreichte man zweimal das Endspiel um die Coppa Italia, verlor aber jeweils. Am 24. September 1958 hatte man gegen Lazio Rom mit 0:1 das Nachsehen, zwei Jahre später stellte Juventus Turin eine zu große Hürde dar. Die Finalniederlage gegen Juventus Turin in Rom stellte den Karriereabschluss von Giuseppe Chiappella bei der AC Florenz dar, im Alter von 36 Jahren endete die aktive Laufbahn des Vorstoppers im Sommer 1960. Für den AC Florenz war er in 329 Spielen der Serie A aufgelaufen und hatte darin fünfmal das gegnerische Tor getroffen.
Zwischen 1953 und 1957 brachte es Giuseppe Chiappella auf 17 Länderspiele in der italienischen Fußballnationalmannschaft. Ein Torerfolg gelang ihm dabei nicht. Sein Länderspieldebüt gab er unter Nationaltrainer Lajos Czeizler am 13. November 1953 beim 2:1-Erfolg der Italiener in einem Freundschaftsspiel gegen Ägypten in Kairo. Genau einen Monat danach erlebte er sein zweites Länderspiel, beim 3:0 gegen die Tschechoslowakei am 13. Dezember 1953 in Genua gehörte er der italienischen Mannschaft an. In der Folge machte er 1954 nur ein Länderspiel (3:0 gegen Ägypten) und wurde auch nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz nominiert. Erst Anfang 1955 setzte ihn der neue Trainer Lajos Czeizler wieder ein, in Stuttgart bewann Italien mit 2:1 gegen Deutschland. In der Folgezeit entwickelte sich Giuseppe Chiappella zum Stammspieler in der Nationalmannschaft und kam bis 1957 auf dreizehn weitere Länderspieleinsätze, ehe seine Laufbahn in der Nationalmannschaft 1957 endete. Sein letztes Länderspiel machte Chiappella am 22. Dezember 1957 in Mailand gegen Portugal. Italien gewann mit 3:0.
Im Sommer 1960 wurde Giuseppe Chiappella Nachfolger des Argentiniers Luis Carniglia als Trainer der AC Florenz. Zu Beginn des Jahres 1961 wurde er aufgrund von mangelndem Erfolg entlassen. Zuvor war zu bemerken, dass die Leistungen der Fiorentina in Heimspiele und Auswärtsspielen sehr unterschiedlich waren. So sprangen im heimischen Stadio Artemio Franchi meist deutliche Siege heraus (unter anderem 3:0 gegen Juventus Turin, 4:0 gegen Lazio Rom oder 3:0 gegen Udinese Calcio), auswärts spielte man auch gegen schlechtere Mannschaften oft remis oder verlor gar (zum Beispiel 1:1 bei Catania Calcio, 0:1 bei Absteiger AC Neapel oder 0:2 bei SPAL Ferrara). Nachfolger von Chiappella wurde der Ungarn und frühere Weltklassespieler Nándor Hidegkuti. Unter Hidegkuti gewann die AC Florenz in der Saison 1960/61 die Coppa Italia im Endspiel gegen Lazio Rom und den Europapokal der Pokalsieger gegen die Glasgow Rangers. Obwohl er zum Zeitpunkt des Titelgewinns nicht mehr Florenz-Trainer war, gebührt Giuseppe Chiappella dennoch ein gewisser Anteil an den beiden Titelgewinnen, da er die Mannschaft im ersten Teil der Saison betreut hatte.
Hidegkuti war bis 1962 Trainer der Viola. Danach wurde er durch den späteren italienischen Nationaltrainer Ferruccio Valcareggi ersetzt, der seinerseits bis 1964 in Florenz coachte, ehe er zu Atalanta Bergamo ging. Im Sommer 1964 berief die Führungsetage der AC Florenz Giuseppe Chiappella wieder zum Trainer der ersten Mannschaft. Daraufhin führte Chiappella das Team in der Serie A 1964/65 auf den fünften Rang und erreichte damit die Teilnahme am Messestädte-Pokal des folgenden Jahres, wo jedoch früh gegen den tschechoslowakischen Vertreter Spartak Brno ZJŠ kam. In der italienischen Liga wurde Chiappella mit Florenz in der Spielzeit 1965/66 Vierter, einzig hinter Inter Mailand, dem FC Bologna und Aufsteiger SSC Neapel. Im gleichen Jahr erreichte Chiappellas Mannschaft das Endspiel um die Coppa Italia, wo man auf den süditalienischen Zweitdivisionär US Catanzaro traf. Das Finale wurde von der Fiorentina mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen, das entscheidende Tor in der vorletzten Minute der Verlängerung erzielte Mario Bertini. Durch den Gewinn des italienischen Fußballpokals war die AC Florenz startberechtigt für den Europapokal der Pokalsieger 1966/67, wo man jedoch in der ersten Runde am ungarischen Cupsieger Rába ETO Győr scheiterte. Die folgende Saison, 1966/67, war die Letzte von Giuseppe Chiappella als verantwortlicher Trainer der Fiorentina. In der Serie A belegte man den fünften Platz und schied im nationalen Pokal im Halbfinale gegen Inter Mailand aus.
Zur Spielzeit 1968/69 wurde Giuseppe Chiappella Nachfolger von Bruno Pesaola als Trainer der SSC Neapel. Mit Pesaola tauschte er die Arbeit, dieser wurde neuer Trainer der AC Florenz und holte mit der Viola in seiner ersten Saison die italienische Meisterschaft. Chiappella gelangen solche Erfolge mit der SSC Neapel nicht, wobei durchaus akzeptable Platzierungen in der Serie A unter der Egide Giuseppe Chiappellas heraussprangen. Nachdem man in den ersten beiden Jahren mit Trainer Chiappella stets Platzierungen im Mittelfeld der Liga erreicht hatte, belegte die Mannschaft der SSC Neapel in der Saison 1970/71 den dritten Platz in der ersten Liga, man musste nur den beiden Mailänder Vereinen Inter und AC den Vortritt lassen. Dabei stellte die Napoli-Mannschaft mit 19 Gegentoren die beste Verteidigung der italienischen Eliteliga. Nicht so gut lief es dagegen in der Folgesaison, als am Ende Rang acht belegt wurde. Auch im UEFA-Pokal 1971/72 schied die SSC Neapel in der ersten Runde mit 1:2 nach Hin- und Rückspiel gegen den rumänischen Vertreter Rapid Bukarest aus. 1972/73 konnte Neapel die Vorjahresplatzierung fast bestätigen, es wurde nach Ablauf aller Spieltage mit Platz neun erneut eine Mittelfeldplatzierung erreicht. Im Vorjahr war Giuseppe Chiappella mit der SSC Neapel ins Endspiel um die Coppa Italia vorgedrungen, wo man jedoch dem AC Mailand mit 0:2 unterlegen war.