An diesem Tag

Giuliana Sgrena

Italienische Journalistin

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Giuliana Sgrena (* 20. Dezember 1948 in Masera, Piemont) ist eine italienische Journalistin. Seit Ende der 1980er Jahre berichtet sie für die kommunistische Tageszeitung Il manifesto insbesondere aus der arabischen Welt. 2005 wurde sie während der Besetzung des Irak von einer örtlichen militanten Gruppe entführt. Als sie nach ihrer Freilassung von italienischen Kräften in Sicherheit gebracht werden sollte, geriet das dafür verwendete Fahrzeug unter Eigenbeschuss durch die verbündeten US-Truppen, wobei sie verletzt und der die Evakuierung leitende Nachrichtendienstoffizier Nicola Calipari getötet wurde.

Giuliana Sgrena studierte in Mailand. Ihre journalistische Arbeit begann sie Anfang der 1970er Jahre, als in Mailand die Studentenbewegung begann. Zu dieser Zeit engagierte sie sich in Gruppierungen links der Partito Comunista.

Ab 1980 schrieb sie für die Zeitschrift Pace e guerra („Frieden und Krieg“), für die sie unter anderem über die Proteste der italienischen Friedensbewegung gegen die Stationierung von Pershing-Raketen auf dem US-Stützpunkt im sizilianischen Comiso berichtete.

Etwa 1988 stieß Sgrena zur Redaktion von Il Manifesto und berichtete seitdem vor allem aus der muslimisch-arabischen Welt. So berichtete sie von dort über den algerischen und den somalischen Bürgerkrieg, den Golfkrieg von 1991 und die Herrschaft der Taliban in Afghanistan.

Entführung und Vorfälle im Irak

Am 4. Februar 2005 geriet Sgrena in der Nähe der Universität von Bagdad in die Hände einer bis dahin unbekannten Gruppe von Entführern, die den Abzug italienischer Truppen aus dem Irak forderten.

Viele Zeitungen und Organisationen weltweit setzten sich für ihre Freilassung ein, auch die muslimischen Verbände in Deutschland beteiligten sich an der Kampagne.

Am 8. Februar 2005 kam über das Internet die Falschmeldung einer Dschihad-Organisation in die Massenmedien, Giuliana Sgrena wäre „hingerichtet“ worden, da sie „im Auftrag der amerikanischen Kreuzzugstruppen“ unterwegs gewesen sei und die Widerstandskämpfer im Irak „bespitzelt“ habe.

In einer am 16. Februar veröffentlichten Videobotschaft appellierte Sgrena unter Tränen an die italienische Regierung, die Bedingungen für ihre Befreiung zu erfüllen.

Am 19. Februar demonstrierten in Italien hunderttausende Menschen für ihre Freilassung und forderten ein Ende des italienischen Militäreinsatzes im Irak. Vertreter der Regierung Silvio Berlusconis blieben der Demonstration fern.

Am 4. März 2005 wurde Sgrena von ihren Entführern freigelassen und sollte von italienischen Geheimdienstbeamten zum Bagdader Flughafen und von dort nach Italien gebracht werden. Nach Angaben eines nicht namentlich bekannten irakischen Abgeordneten soll ein Lösegeld in Höhe von einer Million Dollar (760.000 Euro) gezahlt worden sein. Auf dem Weg zum Flughafen wurde das Fahrzeug der Italiener von US-amerikanischen Truppen beschossen. Ihr Begleiter Nicola Calipari kam ums Leben, Sgrena selbst und zwei weitere Beamte erlitten Verletzungen. Nach einer Behandlung in einem US-Militärkrankenhaus in Bagdad landete sie am 5. März 2005 auf dem Flughafen in Rom, wo sie in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Berlusconi und unter großer Anteilnahme in Empfang genommen wurde. Sanitäter halfen ihr aus dem Flugzeug und brachten sie zur weiteren Behandlung in ein Militärkrankenhaus.

Untersuchungen und Stellungnahmen

Die Gründe für den Beschuss des Fahrzeugs konnten nur grob aufgeklärt werden, da die Stelle wegen der Gefährlichkeit sofort geräumt wurde und keine genaue Rekonstruktion erfolgte.

Aus dem veröffentlichten Untersuchungsbericht geht hervor, dass auf beiden Seiten ein hoher Grad an Nervosität bestand. So waren die US-Soldaten sehr angespannt, da die Strecke als höchst gefährlich galt und sie den temporär eingerichteten und nur provisorisch gesicherten Kontrollposten wegen Kommunikationsproblemen länger als geplant aufrechterhalten mussten.

Umgekehrt kann man davon ausgehen, dass der Fahrer des Wagens von Sgrena von der Gefährlichkeit der Strecke wusste, und ein Anhalten an einem unbekannten Kontrollpunkt für ihn ein hohes Risiko darstellen musste.

Im Untersuchungsbericht im pdf-Format konnte man eigentlich geschwärzte Hintergrundinformationen auch wieder sichtbar machen, wonach sich die Gefährlichkeit der Straße zu dieser Zeit höher darstellte, als veröffentlicht werden sollte.

Die Veröffentlichung der eigentlich als geheim eingestuften Informationen zeigte auf, dass eine elektronische Schwärzung unter Umständen kein sicherer Informationsschutz ist, unter anderem waren die Namen der beteiligten Soldaten im Klartext zu lesen.

Aufgrund der Popularität des Falles – besonders in Italien – versuchten beide Seiten auf politischer Ebene eine Schuldzuweisung zur jeweils anderen Seite:

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