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Giovanni Trapattoni

Italienischer Fußballspieler und -trainer

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Giovanni „Trap“ Trapattoni (* 17. März 1939 in Cusano Milanino bei Mailand) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und -trainer.

Trapattoni war von 1957 bis 1971 als Spieler für die AC Mailand aktiv und gewann dabei unter anderem zwei Meistertitel, zweimal den Europapokal der Landesmeister sowie einmal den Europapokal der Pokalsieger.

Seine Trainerkarriere begann er bei seinem Heimatverein AC Mailand, bevor er mit Juventus Turin in zwei Amtszeiten (zehn und drei Jahre) überaus erfolgreich war und neben dem Weltpokal alle drei Europapokale für Juve holte, den UEFA-Pokal sogar zweimal, was ihm zwischendurch mit Inter Mailand auch einmal gelang.

Als Spieler und Trainer gelangen ihm insgesamt acht große Europapokaltriumphe und neun Italienische Meistertitel. Hinzu kommen drei Landesmeisterschaften in Deutschland, Portugal und Österreich. Mit 21 Titeln gilt Trapattoni als einer der erfolgreichsten Trainer weltweit. Sein zuvorkommendes Auftreten brachte ihm den Beinamen Maestro ein. Außerdem trainierte er die italienische und die irische Nationalmannschaft.

Als Fußballprofi bestritt Giovanni Trapattoni 367 Partien für die AC Mailand und den Varese FC. Meist spielte er als Außenläufer. Sein Stammverein war Milan, für den er von 1957 bis 1971 spielte. 1962 und 1968 wurde Trapattoni italienischer Meister, 1967 Pokalsieger Italiens. Jeweils im Anschluss an diese Erfolge gewann er 1963 und 1969 den Europapokal der Landesmeister sowie 1968 den Europapokal der Pokalsieger. Von 1971 bis 1972 spielte er für den Varese FC.

Insgesamt lief Trapattoni 17 Mal für die italienische Nationalmannschaft auf, dabei erzielte er einen Treffer, als er beim 1:0-Sieg gegen Österreich am 9. Juni 1963 in Wien in der 57. Minute den österreichischen Torhüter Gernot Fraydl mit einer „abgerissenen“ Flanke überraschte. Er nahm an der WM 1962 und an den Olympischen Sommerspielen 1960 teil.

1972 begann Giovanni Trapattoni als Jugendtrainer bei der AC Mailand. Am 9. April 1974 wurde er interimsweise zum Cheftrainer bis Saisonende berufen. In der Liga gewann die Mannschaft aus sechs Spielen eines, spielte vier Mal Unentschieden und verlor eine Partie. Trapattoni verlor das Finale des Europapokals der Pokalsieger 1973/74 gegen die deutsche Mannschaft 1. FC Magdeburg mit 0:2. Nach einem Jahr als Co-Trainer führte er die Mailänder als Cheftrainer durch die Saison 1975/76. Die Liga wurde auf dem dritten Platz beendet.

1976 wechselte Trapattoni zu Juventus Turin, wo er Carlo Parola ablöste. Gleich in seiner ersten Saison gelang Trapattoni der Gewinn des „kleinen europäischen Doubles“ bestehend aus Meisterschaft und UEFA-Pokal, dem ersten in Juves Vereinsgeschichte. Der UEFA-Pokal wurde durch die Auswärtstorregel entschieden, nachdem das Finale gegen Athletic Bilbao nach Hin- und Rückspiel mit 2:2 geendet hatte. Für Trapattoni war der Scudetto der erste Titel seiner Trainerkarriere.

In der Spielzeit 1977/78 gelang die Verteidigung der Meisterschaft, sie wurde mit fünf Punkten Vorsprung auf Vicenza abgeschlossen. Im Europapokal der Landesmeister kam Juventus unter Trapattonis Führung unterdessen bis ins Halbfinale, wo man mit 1:2 dem von Ernst Happel trainierten FC Brügge unterlag. Im folgenden Spieljahr misslang eine weitere Verteidigung des Scudetto und Trapattoni und seine Mannschaft beendeten die Liga auf dem dritten Platz. Dafür gelang der Gewinn des Pokals. Das Finale gegen US Palermo konnte dabei nach Verlängerung mit 2:1 gewonnen werden. Durch den Gewinn der Coppa Italia qualifizierte Juve sich für die folgende Ausgabe des Europapokals der Pokalsieger. Im Landesmeisterpokal war nach dem Halbfinale in der Saison zuvor dieses Mal bereits in der 2. Runde durch eine 1:2-Niederlage gegen Glasgow Rangers Schluss.

Die Saison 1979/80 wurde Trapattonis erste titelose als Juventus-Trainer. In der Liga landete man am Ende der Saison auf dem zweiten Platz hinter Erzrivale Inter Mailand und in den beiden K.o.-Wettbewerben war jeweils im Halbfinale Schluss. Im Pokal, wo man als Titelverteidiger spielte, scheiterte man im Elfmeterschießen am FC Turin und im Pokalsieger-Pokal mit 1:2 an Arsenal London.

Die Spielzeit 1980/81 sah nach drei Jahren Abstinenz die Rückkehr an die nationale Spitze. Mit 44 Punkten, zwei Vorsprung auf Vizemeister AS Rom, gewann Trapattoni seinen dritten Meistertitel mit Juventus. Im UEFA-Pokal scheiterte man unterdessen frühzeitig in der 2. Runde im Elfmeterschießen an Widzew Łódź. 1981/82 gelang dann einmal mehr die Verteidigung des Scudetto, Trapattonis mittlerweile viertem. Im Europapokal der Landesmeister unterlag man unterdessen in der 2. Runde dem RSC Anderlecht mit 2:4.

1982/83 erreichte Juventus unter der Führung Trapattonis nach Siegen über Hvidovre IF, Lüttich, Titelverteidiger Aston Villa und Widzew Łódź sein zweites Europapokal-der-Landesmeister-Finale nach der Finalniederlage 1973. In das Spiel gegen den Hamburger SV und Ernst Happel gingen Trapattoni und die Alte Dame als Favoriten aber zur Enttäuschung aller Juventini ging das Spiel in Athen mit 0:1 verloren. In der Liga scheiterte unterdessen die Verteidigung des Scudetto und man musste sich mit der Vizemeisterschaft hinter der AS Rom begnügen. Dafür konnte Trapattoni durch einen 3:2-Gesamtsieg über Hellas Verona im Finale seinen zweiten Pokalerfolg feiern.

In der Saison 1983/84 konnte Trapattoni zwei Titelerfolge feiern. Zum einen holte man den Scudetto nach Turin zurück und zum anderen gelang der Sieg im Europapokal der Pokalsieger. Durch Siege über Lechia Gdańsk, Paris Saint-Germain, Haka Valkeakoski und Manchester United zog die Alte Dame ins Finale in Basel ein. Dort bezwang man mit 2:1 den FC Porto, womit sowohl Verein als auch Trainer ihren ersten Europapokal der Pokalsieger gewannen.

Die Serie-A-Saison 1984/85 auf einem enttäuschenden sechsten Rang beendet, sollte ebendieses Spieljahr Trapattonis erfolgreichstes auf europäischer Ebene werden. Zunächst gelang im Januar 1985 der Gewinn des europäischen Supercup durch einen 2:0-Sieg über Europapokal-der-Landesmeister-Sieger FC Liverpool. Am Ende der Saison schaffte er dann nach Siegen über Ilves Tampere, Grasshoppers Zürich, Sparta Prag und Girondins Bordeaux den Einzug in sein zweites Landesmeisterpokal-Finale in zwei Jahren ein. Dort traf man nach dem europäischen Supercup einmal mehr auf den von Joe Fagan trainierten FC Liverpool. Das Finalspiel in Brüssel konnte durch einen Platini Elfmeter mit 1:0 gewonnen werden. Der Erfolg wurde allerdings überschattet von der Katastrophe von Heysel bei der 39 Menschen starben und hunderte verletzt wurden. Durch den Finalsieg hatten Juve und Trapattoni den Gipfel des europäischen Fußballs erreicht und Trapattoni wurde nach Udo Lattek zum zweiten Trainer, der alle drei großen europäischen Wettbewerbe gewonnen hat (UEFA-Pokal, Europapokal der Pokalsieger, Europapokal der Landesmeister). Auch wurde er durch den Titelerfolg nach Miguel Muñoz zur zweiten Person, die sowohl als Spieler als auch als Trainer die Champions League bzw. den Europapokal der Landesmeister gewann.

Die Saison 1985/86 wurde Trapattonis letzte in seiner ersten Amtszeit als Juventus-Trainer. In der Liga gewann er seinen sechsten Meistertitel. Im Europapokal der Landesmeister, in dem man als Titelverteidiger antrat, kam man bis ins Viertelfinale, wo man dem FC Barcelona mit 1:2 unterlag. Zudem konnte im Dezember 1985 in Tokio der Weltpokal gegen Copa-Libertadores-Gewinner Argentinos Juniors gewonnen werden. Rino Marchesi trat seine Nachfolge als Juventus-Trainer an.

Im Jahr 1986 ging Trapattoni zu Inter Mailand. Nachdem 1987 der dritte und 1988 der fünfte Platz erreicht worden war, wurde er mit der Mannschaft 1989, in der u. a. die beiden deutschen Spieler Lothar Matthäus und Andreas Brehme unter Vertrag standen, italienischer Meister und italienischer Supercup-Sieger. Trapattoni wurde damit nach Árpád Weisz zum zweiten Trainer, der die italienische Meisterschaft mit zwei verschiedenen Vereinen als Trainer gewannen; später gelang dies noch Fabio Capello, Massimiliano Allegri und Antonio Conte.

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