Giovanni Antonio da Pordenone, genannt Il Pordenone (* um 1484 in Pordenone; † 14. Januar 1539 in Ferrara; eigentlich Giovanni Antonio de' Sacchis), war ein italienischer Maler.
Der nach seinem Geburtsort Pordenone benannte Maler bildete sich nach den Vorbildern seiner friaulischen Heimat zunächst autodidaktisch und nahm erst um 1510 den Einfluss von Künstlern wie Giorgione, Tizian und Jacopo Palma an, ohne jedoch seine Derbheit der Formenbehandlung und seine Neigung für dramatische Darstellungen aufzugeben. Von 1511 bis etwa 1517 hielt sich Pordenone zum ersten Mal in Venedig auf, zog anschließend nach Rom, dann nach Piacenza und siedelte 1535 ein zweites Mal nach Venedig über, wo er im selben Jahr vom ungarischen König Johann Zápolya in den Adelsstand erhoben wurde, weshalb er den Beinamen „Regillo“ annahm.
1538 von Herzog Ercole II. d’Este an dessen Hof nach Ferrara berufen, starb er im Januar 1539 daselbst.
Ein Verwandter von ihm war Bernardino Licinio da Pordenone, welcher von 1524 bis 1542 tätig war und vorzugsweise Bildnisse gemalt hat, die an dem rötlichen Fleischton kenntlich sind.
Pordenone hat zahlreiche Fresken und Altarbilder gemalt, von denen hervorzuheben sind: der Freskencyklus aus dem Neuen Testament in San Salvatore zu Colalto, die Decken- und Wandmalereien in der Malchiostrokapelle des Doms zu Treviso, im Dom zu Cremona (1520–1522) und in der Kirche Madonna di Campagna in Piacenza (1529–1531), die Altarbilder Madonna zwischen Heiligen im Dom zu Pordenone (1515), eine Madonna mit Stiftern und Heiligen (1526) und die Glorie des heiligen Lorenzo Giustiniani (Accademia zu Venedig). Von seinen Wandmalereien an Häusern und in Kreuzgängen Venedigs sind die meisten untergegangen oder halb verloschen. Erhalten ist u. a. sein Hl. Martin und Christoforus (1528) in der Kirche San Rocco. In Spilimbergo ist ein von ihm bemaltes Orgelgehäuse erhalten.
Giuseppe Fiocco: Giovanni Antonio Pordenone. La Panarie, Udine 1939.
Caterina Furlan: Il Pordenone. L' opera completa. Electa, Mailand 1988.
Kurt Schwarzweller: Giovanni Antonio da Pordenone (Dissertation). Göttingen 1935.
Andrea Theil: Il Pordenone: Studien zu seiner Bildsprache (= Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft. 57). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2000. ISBN 978-3-88462-956-7
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