An diesem Tag

Giorgia Meloni

Italienische Politikerin und Ministerpräsidentin

Anúncio

Giorgia Meloni (* 15. Januar 1977 in Rom) ist eine italienische Politikerin und seit Oktober 2022 italienische Ministerpräsidentin. Sie ist seit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Italien 1946 die erste Frau, die eine italienische Regierung anführt. Seit dem 4. September 2026 ist sie die am längsten hintereinander amtierende italienische Regierungschefin seit 1946.

Meloni ist seit 2014 Vorsitzende der als postfaschistisch klassifizierten Partei Fratelli d’Italia (FdI) und war von 2020 bis 2025 Präsidentin der Europapartei Europäische Konservative und Reformer (EKR). Im vierten Kabinett von Silvio Berlusconi war sie von Mai 2008 bis November 2011 Ministerin für Jugend und Sport. Bei der Parlamentswahl in Italien im September 2022 trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei an, die als stärkste Kraft aus der Wahl hervorging.

Politisch verortet sich Meloni selbst als nationalkonservativ, von Außenstehenden wird sie darüber hinaus meist als rechtsradikal eingeordnet. Sie gilt als Verbündete anderer rechtsradikaler Regierungschefs ihrer Zeit wie Donald Trump, Viktor Orbán und Javier Milei. Ebenso wie diese ist sie stark wirtschaftsliberal, nationalistisch und konservativ eingestellt und versucht vereinzelt einen autoritären Staatsumbau. Im Vergleich zu den drei genannten gilt sie allerdings als etwas weniger radikal; in der Außenpolitik ist sie zudem stärker pro-westlich und China-kritisch orientiert.

Giorgia Meloni wuchs mit ihrer älteren Schwester Arianna bei ihrer Mutter Anna Paratore im römischen Viertel Garbatella (Municipio VIII) auf. Ihr Vater, Francesco Meloni, ein aus Sardinien stammender Steuerberater, verließ die Familie, als seine Tochter Giorgia ein Jahr alt war, und wanderte auf die Kanarischen Inseln aus. Sie besuchte ihn dort jährlich, bis sie sich bei ihrem letzten Besuch 1989 mit ihm zerstritt und daraufhin den Kontakt abbrach. Meloni bezeichnete ihren Vater in einem Interview 2006 als überzeugten Kommunisten. Die traumatisch empfundene Trennung von ihm, die sie nach eigenen Angaben erst Jahre später überwand, habe ihren „kämpferischen“ Charakter wesentlich geprägt. Ihre aus Sizilien stammende Mutter war im neofaschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI) und deren Nachfolgepartei Alleanza Nazionale tätig. Unter dem Pseudonym Josie Bell verfasste sie zudem mehr als 140 Liebesromane.

Meloni besuchte bis 1996 das Istituto tecnico professionale di Stato Amerigo Vespucci, eine berufsbildende Fachoberschule für Gastronomie und Hotellerie in Rom. Mit fünfzehn Jahren trat sie der Fronte della Gioventù, der Jugendorganisation des MSI, bei. Sie entschied sich nach eigenen Angaben für die rechtsextreme Partei, weil diese „mit den Gaunereien und der Korruption jener Jahre“ nichts zu tun gehabt habe. Als Schülerin gründete und organisierte sie die Protestbewegung Gli Antenati (deutsch: „Die Vorfahren“, aber auch der italienische Name der Zeichentrickserie Familie Feuerstein) gegen die von der christdemokratischen Unterrichtsministerin Rosa Russo Iervolino eingeleitete Schulreform. Nach eigenen Angaben arbeitete sie zeitweilig als Kellnerin, als Barfrau in der Diskothek Piper und als Kindermädchen im Haushalt des Showmasters Fiorello. Seit 2006 ist sie beim Journalistenverband von Latium registriert. Meloni spricht auch Englisch, Französisch und Spanisch. 2019 publizierte Meloni mit Alessandro Meluzzi und Valentina Mercurio ein Buch über die „nigerianische Mafia“ (Mafia nigeriana. Origini, rituali, crimini).

Meloni ist römisch-katholisch und hat mit dem vier Jahre jüngeren Fernsehjournalisten Andrea Giambruno, der ab 2013 ihr Lebensgefährte war, eine Tochter. Im Oktober 2023 gab sie ihre Trennung von Giambruno bekannt, nachdem von ihm erfolgte sexistische Bemerkungen gegenüber Arbeitskolleginnen der Öffentlichkeit zugespielt worden waren. Melonis Schwester Arianna ist mit Francesco Lollobrigida verheiratet, von 2018 bis 2022 Fraktionsvorsitzender von Fratelli d’Italia in der Abgeordnetenkammer. Ihr Schwager bekleidet seit Oktober 2022 in ihrem Kabinett das Amt des Landwirtschaftsministers.

Meloni wurde 1996 an die Spitze der Azione Studentesca gewählt, der Studentenorganisation der Partei Alleanza Nazionale. Von 1998 bis 2002 saß sie für ihre Partei im Provinzrat von Rom. Im Jahr 2000 rückte sie an die Führungsspitze der Azione Giovane auf, der Jugendorganisation der Alleanza Nazionale, und wurde 2004 als erste Frau zur Präsidentin gewählt.

Bei den italienischen Parlamentswahlen 2006 wurde sie im Wahlbezirk Latium 1 in die Abgeordnetenkammer gewählt. Auf Vorschlag des Parteivorsitzenden Gianfranco Fini bekleidete sie in der 15. Legislaturperiode (2006–2008) als jüngste Abgeordnete das Amt einer Vizepräsidentin. Nach ihrer Wiederwahl 2008 und dem Sieg von Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis Popolo della Libertà (PdL) wurde sie mit 31 Jahren Jugend- und Sportministerin und damit jüngste Ministerin in der Geschichte der italienischen Republik. Dieses Amt hatte sie bis November 2011 inne. Nachdem Alleanza Nazionale und Forza Italia 2009 zur PdL fusioniert hatten, wurde sie Vorsitzende von deren Jugendorganisation Giovane Italia, die sie bis 2012 führte.

Zusammen mit Ignazio La Russa und Guido Crosetto gründete Meloni 2012 die Partei Fratelli d’Italia (FdI) und wurde 2014 zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Zur Gründung der FdI sagte Meloni, die Rechte habe in der Spätphase Berlusconis zu verschwinden gedroht und sie und ihre FdI-Mitgründer hätten den Gedanken nicht ertragen, als die Generation in die Geschichtsbücher einzugehen, welche die Rechte ermordet habe. Die Partei FdI wolle die Rechte stärker denn je machen und der italienischen Nation wieder eine patriotische Regierung geben.

Bei der Europawahl 2014 erhielt Meloni 348.000 Stimmen; ihre Partei FdI scheiterte jedoch an der Sperrklausel von 4 %. Bei der Kommunalwahl in Rom 2016 kandidierte sie für das Amt der Bürgermeisterin und kam mit 20,7 % auf den dritten Platz.

Im September 2020 wurde Meloni Präsidentin der Europapartei Europäische Konservative und Reformer (EKR).

Bei der Parlamentswahl 2022 führte Meloni ihre Partei FdI als Spitzenkandidatin an.

Die FdI erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 63,9 % 26,0 % der Stimmen (vor PD (19,0 %) und M5S (15,4 %)).

Ein Kommentator schrieb, ein wichtiges Kapitel der italienischen Geschichte sei zu Ende. Im Januar 2025 wurde sie von ihrem Nachfolger Mateusz Morawiecki als Präsidentin der Partei Europäische Konservative und Reformer (EKR), einem Zusammenschluss nationalkonservativer und rechtspopulistischer Parteien auf europäischer Ebene, abgelöst.

Meloni entschied sich, bei der Europawahl 2024 ebenfalls als Spitzenkandidatin teilzunehmen.

Sie behauptete, dies sei in der italienischen Politik Usus. Sie trat nach dieser Wahl für eine Zusammenarbeit rechter Fraktionen (EKR, ID) im EU-Parlament ein.

Bei den Europawahlen im Juni 2024 erreichte ihre Partei Fratelli d’Italia in Italien etwa 28 % der Stimmen und festigte damit ihre führende Position im nationalen sowie europäischen Parteienspektrum. Bei der Europawahl 2019 hatte die FdI nur 6,4 % der Stimmen erhalten.

Staatspräsident Sergio Mattarella begann am 20. Oktober 2022, mit den Parteien Gespräche über die zukünftige Regierung zu führen. Am folgenden Tag lud er Meloni in den Quirinalspalast ein und bat sie, eine neue Regierung zu bilden. Sie nahm die Aufgabe an und gab am selben Tag die Zusammensetzung ihres Kabinetts bekannt, welches am 22. Oktober offiziell vereidigt wurde.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Giorgia Meloni | World in Stories