Gian Girolamo Albani (* 3. Januar 1504 in Bergamo; † 15. April 1591 in Rom) war ein italienischer Kardinal der Römischen Kirche.
Albani entstammte einer ursprünglich aus Albano Sant’Alessandro bei Bergamo stammenden Adelsfamilie, die sich auf einen im Jahr 967 erwähnten Rotopaldo de Albano zurückführt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der 1464 aus Albanien nach Urbino eingewanderten, gleichnamigen Familie Albani, die ein anderes Wappen führte und welcher Papst Clemens XI. und eine Reihe von Kardinälen entstammten.
Gian Girolamo Albani schloss sein Studium 1529 mit dem Doktor der Rechte an der Universität Padua ab. Danach war er in der Verwaltung Bergamos tätig. Dort lernte er den Inquisitor für Bergamo und Como, Pater Michele Ghislieri kennen.
1563 kam es im Rahmen einer Fehde zwischen den Familien Albani und Brembati zur Ermordung des Grafen Achille Brembati in Santa Maria Maggiore durch Söhne Albanis. Er und seine Söhne wurden vom Rat der Zehn der Republik Venedig zu fünf Jahren Verbannung auf die Insel Lesina (heute: Hvar) in Dalmatien verurteilt. Danach und nach dem Tod seiner Ehefrau lud ihn Ghisleri, der inzwischen als Papst Pius V. gewählt worden war, nach ein, nach Rom zu kommen. Er wurde Apostolischer Protonotar und war für die Römische Kurie in zahlreichen diplomatischen Aufträgen unterwegs, so unter anderem um die christlichen Fürsten gegen die Türken zu vereinen. Ohne je die Diakonenweihe empfangen zu haben, wurde er im Konsistorium vom 17. Mai 1570 vom selben Papst zum Kardinalpriester erhoben und erhielt die Titelkirche San Giovanni a Porta Latina. Albani nahm teil am Konklave 1572, das Gregor XIII. wähle, und am Konklave 1585, das Sixtus V. wählte, sowie an beiden Papstwahlen des Jahres 1590 (Konklave September: Urban VII., Konklave Oktober: Gregor XIV.).
Er war ein Freund des Dichters Torquato Tasso, anerkannter Kanonist und Herausgeber verschiedener Studien.
Er wurde in der Kirche Santa Maria del Popolo in Rom beigesetzt. Sein Grabmonument stammt von Giovanni Antonio Paracca.
De donatione Constantini. Köln 1535.
De potestate papae et concilii. Venedig 1544.
De immunitate ecclesiarum. Rom 1553.
Albani, Giovan Gerolamo. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 1: Aaron–Albertucci. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1960.
Eintrag zu Gian Girolamo Albani auf catholic-hierarchy.org (englisch)
Eintrag zu Gian Girolamo Albani auf gcatholic.org (englisch)
Albani, Gian Girolamo. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch), abgerufen am 24. Mai 2017.
Thomas Ulen: Albani. In: Catholic Encyclopedia, Band 1, Robert Appleton Company, New York 1907 (englisch).