Die Geschichte des Kosovo umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet der Republik Kosovo von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Sie wurde die meiste Zeit von den Großmächten der Region beeinflusst und bestimmt. Wichtige Handelswege zwischen Okzident und Orient verliefen durch die balkanische Region und machten sie mehrere Male zum Schauplatz der Konfrontation derselbigen.
Die jüngere Geschichte ist durch den ethnisch-nationalen Konflikt der hauptsächlich albanisch bevölkerten serbischen Provinz innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien und insbesondere innerhalb der Republik Serbien geprägt. Nach der Militärintervention der NATO im Kosovokrieg, dem erzwungenen Rückzug der jugoslawischen Sicherheitskräfte aus der Provinz und der Auflösung Jugoslawiens erklärte sich die Provinz am 17. Februar 2008 zur von Serbien unabhängigen Republik Kosovo und durchläuft seitdem eine Aufbauphase des Staatssystems sowie eine Integrierung in die Strukturen der Europäischen Union und der NATO.
Bis 2012 waren im Kosovo rund 400 archäologische Stätten als zumindest temporär schutzwürdig registriert.
Das Gebiet des heutigen Kosovo war spätestens im 6. Jahrtausend v. Chr. von Menschen besiedelt, die einer bäuerlichen Kultur angehörten, wahrscheinlich schon Mitte des 7. Jahrtausends. Für das Neolithikum verzeichnete Milot Berisha im Jahr 2012 22 Fundstätten im Kosovo.
Im Frühneolithikum ist die Starčevo-Kultur belegt. Eine der bedeutendsten frühneolithischen Stätten ist Runik/Rudnik im Nordwesten des Landes, eine Fundstätte, die 1966–1968 und erneut 1984 sowie 2010 untersucht wurde. Die langlebige Siedlung barg Artefakte der Starčevo- und der Vinča-Kultur, darunter die Runik Ocarina, eine Art Flöte oder anderes Windinstrument. Im Mittel- und Spätneolithikum gehört das Kosovo zum Verbreitungsgebiet der Vinča-Kultur, die von der typisch west-balkanischen dreifarbigen, später schwarzen und weißen Keramik gekennzeichnet war. In Pristina wurden diverse Terrakotta-Figürchen der Vinča-Kultur gefunden, darunter die Gottheit auf dem Thron.
Der Linguist Harald Haarmann sieht, Marija Gimbutas folgend, das sogenannte Alteuropa als älteste Hochkultur Europas. Er behauptet die Existenz einer "Donauschrift", deren Zentrum in Serbien, Kosovo (mit Fafos, Pristina, Predionica, Rudnik und Valač) und Rumänien liege. Die Vinča-Kultur wird von Haarmann als eine der „Kulturprovinzen“ innerhalb des Interaktionsraumes Alteuropa aufgefasst, zu dessen Kerngebiet der Kosovo mit den angrenzenden Gebieten Südosteuropas gehöre. Haarmanns Thesen werden in der Archäologie nicht anerkannt.
Reste der Baden-Kostolac Kultur stammen vom Amselfeld (Glladnicë II, Ober-Gadime II) und aus Dukagjini (Hisar IIc) und Suva Reka, Prizren. Brnić stellt die Funde aus Hisar in die späte Phase Baden IV.
Aus dem Kosovo sind auch Gräber der Grubengrabkultur (Jamnaja) bekannt, mit den typischen Bestattungen in einem Schacht unter einem Kurgan, auf dem Rücken liegend mit seitlich gehockten Beinen; meist ohne Beigaben (Banjica e Pejës und Lubozhda).
Um 1900 v. Chr. begann im Kosovo die Bronzezeit. Es sind 13 Siedlungen der Frühbronzezeit bekannt. In Vlashnja, Ehsar,
Deiç, Glladnicë, Ober-Gadime, der Bergbefestigung von Budriga, Zhitkovc III, Karagaç II Pograde und in den Höhlen von Zatriç und Peshter bleiben Siedlungen des Äneolithikums auch in der Frühbronzezeit weiter bewohnt, es entstehen aber auch neue Siedlungen (Korisha in Prizren und Ljushta bei Mitrovica). In der FBZ entstehen befestigte Siedlungen. Auch in der Frühbronzezeit finden sich Grabhügel. Die FBZ wird in zwei Phasen unterteilt, von denen die ältere Maliq IIIa, die jüngere Maliq IIIb in Albanien entspricht. Funde der FBZ I stammen aus Hisar IIIa und Budriga III. Zu der typischen Keramik zählen Tassen mit oberrandständigem Henkel und Pseudo-Barbotineverzierung.
Für die mittlere Bronzezeit (Hügelgräberbronzezeit, BZ C) wird ein Siedlungsrückgang angenommen. Diese Phase entspricht der Gruppe Mat-Glasinac.
Typisch werden Höhenbefestigungen in der Spätbronzezeit (Vlashnja bei Prizren, Höhensiedlung von Perçeva, Klina). Der Hisar von Nasheci (Prizren) ist mit Wall und Graben befestigt. Es gibt jedoch auch offene Siedlungen, wie Tica (Skënderaj).
In der Spätbronzezeit (Bz D) setzen in den Gruppen Paraćin und Donja Brnjica im 13. Jahrhundert Brandbestattungen ein, wie auch im südlichen Serbien und der Argolis (LH IIIB).
Um 1300 v. Chr. begann die Eisenzeit. Eisenzeitliche Gräber wurden nur im westlichen Teil des Kosovo, in Metochien (serbisch Метохија Metohija; albanisch Rrafsh i Dukagjinit), gefunden, im östlichen Teil, dem Amselfeld, hingegen nicht.
Zu den frühesten namentlich bekannten Siedlern der Region gehören Illyrer und Thraker. Aus dieser Bevölkerung entstanden vermutlich die Dardaner, deren Herkunft nicht abschließend geklärt ist. Neben den Dardanern siedelten auch keltische, sowie illyrische und thrakische Stämme, sowie die Triballer.
Die Dardaner – deren Siedlungsgebiet nach ihnen „Dardanien“ genannt wird – konnten während einiger Jahrhunderte kurzlebige Königreiche gründen, die mit denjenigen in Süd-Illyrien (heute Albanien) ständig in Konkurrenz standen. Die dardanischen Könige prägten Silbermünzen, führten Kriegsheere und bauten Städte aus. Wichtige Stadtsiedlungen der Dardaner wurden in Niš, Skopje, Suhareka und Ulpiana gefunden.
Nach einem letzten Krieg gegen das labeatische (illyrische) Königreich in Scodra unter König Genthios konnten sich die Römer in Illyrien nach 168 v. Chr. auf die Dauer behaupten und zerstörten endgültig die illyrischen Monarchien, obwohl die Römer de jure schon seit 219 v. Chr. über Illyrien herrschten. 59 v. Chr. kam das heutige Kosovo zur römischen Provinz Illyricum und 87 n. Chr. zur Provinz Moesia superior.
Kaiser Diokletian teilte Ende des 3. Jahrhunderts die Provinzen des römischen Reiches neu ein. Kosovo und Teile des heutigen Nordmazedoniens bildeten nun die Provinz Dardania in der Diözese Moesia. Die wichtigste römische Ansiedlung auf dem Gebiet des Kosovo war das zur Zeit Trajans (neu-)gegründete Municipium Ulpiana. Seine Ruinen liegen nahe der heutigen Stadt Lipjan. Ansonsten war das Gebiet des heutigen Kosovo zu römischer Zeit arm an Städten. Archäologisch nachgewiesen sind vor allem spätantike Siedlungen.