An diesem Tag

Geschichte des Hörfunks

Geschichte der elektronischen Medien

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Die Hörfunkgeschichte umfasst die Entwicklung des Hörfunks und der dazugehörenden Geräte wie Antennen und Radioempfängern. Sie beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts und ist eng verbunden mit der Geschichte des Telefons und der drahtlosen Telegrafie sowie Fortschritten in der Physik auf den Gebieten der Elektrizität und des Magnetismus.

Entwicklung technischer Voraussetzungen

Der Hörfunk umfasst die drei Komponenten: Tonaufnahme, Übertragung und Empfang. Das erste brauchbare, noch rein mechanisch arbeitende Tonaufzeichnungsverfahren entwickelte Thomas Alva Edison mit seinem 1877 vorgestellten Zinnfolienphonographen. Die technische Wandelung von akustischen Schallwellen in elektrische Impulse gelang erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der ersten Mikrofone u. a. durch Philipp Reis und Alexander Graham Bell. Die Übertragung setzte die Erfindung des Telefons voraus. Hier gibt es zahlreiche parallele Entwickler und Erfinder; die weitestgehende Lösung stammt von Alexander Graham Bell aus dem Jahr 1876. Das Telefon setzte zunächst jedoch noch einen Draht als Leiter voraus. Seit den 1880er Jahren bestehende Theatrophone und Telefonzeitungen wurden später durch den Rundfunk ersetzt.

Der drahtlose Rundfunk basiert auf der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz im Jahr 1886. Die technischen Grundlagen des Rundfunks wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert von Nikola Tesla erfunden und patentiert. Allerdings vernichtete 1895 ein Feuer seine fertige Anlage. 1943 entschied das Oberste Patentgericht der USA für die USA, dass Tesla der Erfinder des Radios sei. Seit Juni 1884 lebte Tesla in den USA, wo er zunächst bei Thomas Alva Edison in New York arbeitete, dann zur Konkurrenz Westinghouse Electric kam und später, gegen Anfang 1943 in hohem Alter, ebendort starb.

Am 7. Mai 1895 präsentierte Alexander Popow erstmals diese Technologie in der Staatlichen Universität Sankt Petersburg. Am 24. März 1896 übermittelte seine Versuchsanordnung die Wörter „Heinrich Hertz“ an eine 250 Meter entfernte Empfangsstation. Für diese Pionierleistung wurde Popow auf dem Pariser Elektrotechnischen Kongress im Jahr 1900 geehrt. Dennoch geriet sein Werk in der Öffentlichkeit angesichts einiger weiterer Erfolge, insbesondere von kommerziellen Leistungen in Vergessenheit. Später trug auch der Ost-West-Konflikt durch gezieltes Ignorieren in der westlichen Welt dazu bei, dass der schon 1906 verstorbene Popow in Vergessenheit geriet, im Gegensatz zu Tesla und Marconi.

Im öffentlichen Bewusstsein jedoch galt bereits damals und auch später Guglielmo Marconi weiterhin als Erfinder des Radios und der kommerziellen Nutzung der elektromagnetischen Wellen für die Übertragung telegrafischer Nachrichten. Marconi ließ seine gleichartig zu Popow strukturierte Versuchsanordnung im Juni 1896 patentieren. Im Jahr 1897 gelang ihm erstmals eine drahtlose Übertragung über die Distanz von fünf Kilometern.

In Deutschland wurde im Sommer 1897 durch die beiden Physiker Adolf Slaby und Georg Graf von Arco der Turm der Heilandskirche am Port von Sacrow im Potsdamer Ortsteil Sacrow für Versuche zur drahtlosen Signalübertragung verwendet. Ihre Beiträge stellen einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des Rundfunks dar. Von der ersten deutschen Antennenanlage für drahtlose Telegraphie wurden am 27. August 1897 Funksignale von Sacrow zur 1,6 Kilometer entfernten kaiserlichen Matrosenstation Kongsnæs am gegenüberliegenden Ufer des Jungfernsees übertragen.

Im Jahr 1899 gelang Marconi eine drahtlose Telegrafie-Verbindung über den Ärmelkanal und bereits kurz darauf, im Jahr 1901 funkte er über den Atlantik – letztere aufgrund von technischen Verbesserungen in Form des von Ferdinand Braun entwickelten induktiv gekoppelten Antennenkreises. Marconi und Braun erhielten für diese Leistungen 1909 den Nobelpreis für Physik. Weiterhin hatte auch Adolf Slaby in Berlin-Charlottenburg relativ zeitgleich eine gleichartige Verbesserung entwickelt. Stets stand eine große Firma hinter den Entwicklungen: Bei Slaby war es die AEG, bei Marconi war es die Marconi Company (gegründet als Wireless Telegraph and Signal Company im Jahr 1897) sowie die Marconi Wireless Telegraph Company of America (gegründet 1899, später in RCA aufgegangen) und bei Braun war es Siemens & Halske (S & H).

Die aus dem Umgang mit der drahtlosen Telegrafie gewonnenen Erkenntnisse wurden in der Folge zunehmend erweitert. Die Grundlage zur erfolgreichen Übertragung von Tönen schuf William Du Bois Duddell im Jahr 1900 mit der „Singing Arc Lamp“ („Singende Bogenlampe“). Valdemar Poulsen entwickelte daraus einen Lichtbogensender zur Erzeugung ungedämpfter Schwingungen, um Sprache und Musik übertragen zu können. 1906 gelang der Firma Telefunken Poulsens Verfahren zu verbessern, und mit einem Sender aus „tönenden Löschfunken“ eine Reichweite von etwa 40 Kilometern zu erreichen.

Am Weihnachtsabend 1906 übertrug Reginald Fessenden von der neuen Station für drahtlose Telegraphie in Brant Rock (Massachusetts) mit einem Maschinensender die erste Radiosendung. Dort hatten sich unter Leitung von Fessenden einige Wissenschaftler zu einem Experiment versammelt. Nach Fessendens Schilderung begann er mit einer kurzen Ansprache, es folgte „Phonographenmusik“ (das Largo von Händel). Danach spielte Fessenden ein Violinsolo, und zwar die Komposition „O Holy Night“ von Adolphe Adam, die mit den Worten endet: „Staunet und seid stumm“. Fessenden sang einen Vers und spielte dazu Violine. „Dann kam der Bibeltext ‚Ehre sei Gott in der Höhe‘. Wir schlossen damit, dass wir ihnen ‚Frohe Weihnachten‘ wünschten und ihnen sagten, dass wir vorhätten, am Neujahrsabend wieder zu senden.“ Zu hören war das Fessenden-Experiment auf den US-Küstenschiffen des Atlantiks.

Der Entwicklung des Röhrensenders auf Basis der Meißner-Schaltung von Alexander Meißner, die im Jahr 1913 zum Patent angemeldet wurde, hat ebenfalls große Bedeutung als Grundlage für die weitere Entwicklung der zugehörigen Technik.

Bei den frühen Rundfunkempfangsgeräten war die Technik mit dem Detektor und der Wickelspule offen zu sehen. Mit dem zunehmenden Erfolg setzten sich Gehäuse durch, die um die Technik herum gebaut wurden. Das waren anfangs einfache Kästen, später Holzgehäuse mit grazil geformten Strukturen, die oft an die Architektur von Jugendstil-Gebäuden oder Kirchen erinnerten. Die Hersteller waren häufig Möbeldesigner.

Im Ersten Weltkrieg kam es zu ersten Versuchen mit Röhrensendern (s. Elektronenröhre) und Rückkopplungs-Empfängern durch Hans Bredow und Alexander Meißner, bei denen bereits Musik gut übertragen wurde. Ab 1915 gab es in den USA erste Pläne für regelmäßig ausgestrahlte, kommerzielle Rundfunkprogramme. Zunächst wurden entsprechende Vorhaben jedoch nicht verwirklicht.

Am 6. November 1919 sendete der niederländische Fabrikant Hanso Schotanus à Steringa Idzerda aus seiner privaten Wohnung in Den Haag die erste bekannte Radiosendung. Dieser sendete bis 1924 an vier Tagen in der Woche sein beliebtes Programm. Danach musste er aufgeben, da die Finanzierung des Programms auf freiwillige Beiträge der Hörer baute, welche aufgrund der zahlreicher werdenden Sendestationen in den Niederlanden ausblieben.

Im Jahre 1920 nahm in Pittsburgh (USA) die erste kommerzielle Radiostation ihren regelmäßigen Betrieb auf. Frank Conrad, ehemaliger Marineoffizier und Angestellter der Telegraphenfirma Westinghouse, hatte am Anfang des Jahres zunächst zu Testzwecken Grammophonplatten und live gespielte Klavierstücke über seine Amateurfunkanlage abgespielt und benachbarte Funker um Rückmeldung über die Funkqualität gebeten. Schnell entwickelte sich die immer freitagabends abgespielte Musik zu einem beliebten Freizeitereignis. Im weiteren Verlauf des Jahres 1920 stellte Westinghouse vereinfachte und billige Radiogeräte zur Verfügung, die auch von Laien bedient werden konnten. Conrad weitete den Sendebetrieb zu einem Programm unter dem Rufzeichen KDKA aus. Am 2. November 1920 begann mit einer Liveübertragung der Ergebnisse der amerikanischen Präsidentschaftswahl die allabendliche Ausstrahlung des Programms. Innerhalb weniger Monate folgte der regelmäßige Sendebetrieb anderer amerikanischer Sender. Firmen unterschiedlichster Branchen strahlten in Eigenverantwortung Shows und Programme zu Werbezwecken aus.

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