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Geschichte Zyperns

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Die Geschichte Zyperns umfasst die Entwicklungen auf der Insel Zypern von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Die (Kultur-)Geschichte Zyperns begann am Ende der Altsteinzeit. Die strategische Lage der Insel war ein wesentlicher Grund für ihre wechselvolle Geschichte. Sie lag im Einflussgebiet der Kulturen der Ägäis, Anatoliens, der Levante und Ägyptens.

Jungpaläolithikum (ab 10. Jahrtausend v. Chr.)

Die Insel wurde erst am Ende der Altsteinzeit von Jägern und Sammlern besiedelt, weshalb die inseltypischen Zwergformen von Säugetieren, so das zyprische Zwergflusspferd (Phanourios minutis) und der Zwergelefant (Elephas cypriotes), lange überlebten. Die ältesten Funde stammen aus Aetokremnos auf der Akrotiri-Halbinsel, ihre Datierung ins Epipaläolithikum ca. 9500 v. Chr. wird allerdings angezweifelt. Die Jäger kamen aus der Levante auf die Insel und rotteten vermutlich die Zwergfauna aus. Aetokremnos ist bisher der einzige Fundort aus dieser Zeit.

Die dauerhafte Besiedlung der Insel erfolgte noch im akeramischen Neolithikum (PPNB) wieder von der Levante her; die ältesten sicher datierten Siedlungsspuren stammen aus Klimonas und sind mindestens 10.600 Jahre alt. Die Kolonisten führten Emmer und Einkorn und außer den Haustieren Hund, Katze, Rind, Schaf und Ziege auch den Damhirsch ein. Die Rinderhaltung wurde bald aufgegeben. Die Siedlungen aus dem präkeramischen Neolithikum (PPNB) sind z. B. Ais Yiorkis, Kastros, Kalavasos, Khirokitia, Lapta, Paralimni-Nissia, Petra tou Limniti, Shillourokambos und Tenta. Sie bestanden aus runden oder quadratischen Häusern mit runden Ecken mit den typischen Terrazzo- oder Geröll-Fußböden, während auf dem Festland Rechteckhäuser üblich waren. Für die Versorgung mit Trinkwasser wurden Brunnen in den Fels getrieben (Mylouthkia), wie sie auch aus der Levante in dieser Zeit bekannt sind (Atlit-Yam).

Erst seit der Sotira-Phase wurde Keramik hergestellt.

Ab ca. 3000/2300 v. Chr. begann man, die Kupfervorkommen der Insel auszubeuten (Erimi-Kultur, Kupferzeit).

Aus der Frühbronzezeit (ECI) stammt der Friedhof von Vounous-Bellapais mit seinen Felskammergräbern. Als Grabbeigaben findet man vor allem Keramik, Kupferwaffen und vereinzelt Idole. Die Keramik zeigt deutliche anatolische Einflüsse.

Die archäologischen Funde und Befunde werden in Stufen eingeteilt, die ihre zeitliche Relation zueinander angeben, aber keine absolute Datierung darstellen. Der Beginn der spätzyprischen Stufe (Late Cypriot IA, entspricht der spätminoischen Stufe SM IA auf Kreta) muss, richtet man sich nach neueren 14C-Datierungen aus Santorin (s. auch Minoische Eruption), auf deutlich vor 1600 v. Chr. angesetzt werden.

Zypern wurde zu einer wichtigen Zwischenstation im Handel zwischen Kreta, Griechenland, der Levante und Ägypten. Vor allem zypriotisches Kupfer war sehr begehrt und wurde in Form von Ochsenhautbarren exportiert. Diese wurden an vielen Fundorten, von Sardinien und Süddeutschland bis in den Irak, entdeckt. Nach Sardinien wurde Kupfer ausgeführt, obwohl auch dort Kupfer gewonnen wurde. Kupferminen wurden im Gebiet von Tamassos (Peristerka und Pitharoma), bei Politiko und Mitsero nachgewiesen.

Bronzezeitliche Kupferbergwerke finden sich in:

Phönix-Mine zwischen Apliki und Skouriotissa

Der moderne Abbau hat aber sicher viele antike Minen und Schächte zerstört. Das Erz von Peristerka enthielt ca. 6 % Kupfer und 16 % Zink.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. war auf Zypern eine Silbenschrift in Gebrauch, die mit der minoischen Linearschrift A verwandt zu sein scheint. Sie wird als alt-kyprische Schrift bezeichnet und ist nicht entziffert. Inschriften in dieser Schrift sind auch aus der Levante bekannt. Ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. wurde auf Zypern für die griechische Sprache die sogenannte klassische zyprische Schrift verwendet.

Zypern war bis zum zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts v. Chr. offenbar unabhängig. Alašija, das aus den in Ägypten gefundenen Amarna-Briefen sowie hethitischen und ugaritischen Quellen bekannt ist, wird von den meisten Forschern mit Zypern oder einer Stadt auf Zypern gleichgesetzt. Der König von Alašija wurde oft als Bruder angeredet, was seine von den Großmächten unabhängige Stellung beweist. Die Meinung, dass Enkomi, ein bedeutender Fundplatz an der Ostküste, die Hauptstadt Zyperns und somit Sitz des Herrschers von Alašija war, muss vermutlich revidiert werden: Analysen des Tons von Briefen aus Alašija haben ergeben, dass der Ton nicht aus der Gegend von Enkomi, sondern aus dem Südwesten der Insel stammt. Der Palast des Herrschers von Alašija ist demnach im Umkreis der Siedlung Alassa zu vermuten. Für das Ende des 14. Jahrhunderts und wieder für die Mitte des 13. Jahrhunderts ist ein einziger König der gesamten Insel nachgewiesen, B. Knapp nimmt an, dass dies für das gesamte 14. und 13. Jahrhundert der Fall war.

Im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts v. Chr. kam Zypern womöglich für kurze Zeit unter hethitische Herrschaft. Jedenfalls rühmt sich Tudhalija IV (Regierungszeit ca. 1240–1215 v. Chr.) auf einer in Ḫattuša gefundenen Inschrift (KBo 12.38), Alašia unterworfen und mit Tribut belegt zu haben. Sein Sohn Šuppiluliuma II. ergänzte dieses Dokument später um die Information, dass er in drei Seegefechten gegen Feinde Alašijas erfolgreich war. Allerdings gibt es auf Zypern kaum Funde anatolischer Herkunft aus dieser Zeit.

Mykenische Keramik war seit dem 16. Jahrhundert importiert worden und ist im 15. Jahrhundert verstärkt vertreten, im 14. Jahrhundert wurde sie zur Massenware. Ab ca. 1200 v. Chr. nahmen die Einflüsse der mykenischen Kultur insgesamt stark zu. In einer späten Phase der Spätbronzezeit (LC IIIA, 1200–1100 v. Chr.) wurden große Mengen „mykenischer“ IIIC Keramik lokal hergestellt. Außerdem traten neue Bauelemente wie zyklopisches und bossiertes Mauerwerk sowie zentrale Herdstellen in Wohnhäusern auf (Maa-Paleokastro, Enkomi, Hala Sultan Tekke etc.), die auch auf dem griechischen Festland zu finden sind. V. Karagheorgis will auch Ton-Badewannen (Ayios Dhimitri) und neue Bronzetypen wie Naue-II-Schwerter, Tüllen-Speerspitzen und Beinschienen sowie koroplastische Kunst auf ägäischen Einfluss zurückführen. In einigen wenigen Siedlungen wurden Zerstörungshorizonte nachgewiesen.

Zur Erklärung dieses verstärkten ägäischen Einflusses sind zwei Modelle in Gebrauch, die Bernard Knapp als die „Invasions-/Kolonisationserzählung“ und als das „politisch-ökonomische Modell“ bezeichnet:

Invasionsmodell: Viele Forscher glaubten, dass Zypern gegen Ende des 13. Jahrhunderts von mykenischen Griechen erobert oder zumindest besiedelt wurde, die vor dem Zusammenbruch der Palastzentren auf dem griechischen Festland (am Ende der Zeitstufe SH III B, frühes 12. Jahrhundert v. Chr.) flohen. Das habe sich in den mythologischen Berichten über zurückkehrende Helden aus dem Trojanischen Krieg niedergeschlagen, die zahlreiche Städte auf Zypern gegründet haben sollen; z. B. Teukros in Salamis etc. (Karagheorgis 1982). Diese Invasion wird von manchen Forschern mit den in ägyptischen Quellen geschilderten Angriffen der sogenannten „Seevölker“ in Verbindung gebracht.Zwischen LC IIIA (1190–1100 v. Chr.) und LC IIIB (1100–1050 v. Chr.) sind deutliche kulturelle Veränderungen festzustellen, sowohl im Siedlungsmuster (Auflassung der meisten großen Siedlungen) als auch in den Bestattungssitten. Manche Forscher rechnen die Zeitstufe LC IIIB daher bereits zur Eisenzeit. Einige schon lange für Zypern typische Traditionen laufen jedoch ohne Unterbrechung weiter (z. B. eine in Fachkreisen „White-painted Ware“ genannte Keramik-Gattung). Karagheorgis (1988) sieht diesen Bruch als Auswirkung einer zweiten „Invasionswelle“ aus Lakonien und Kreta. Die indigene Bevölkerung der Eteozyprer habe sich nach Enklaven wie Amathous zurückgezogen.

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