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Geschichte Pakistans

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Die Geschichte Pakistans umfasst den Weg zur Unabhängigkeit und die Entwicklungen der Islamischen Republik Pakistan seit 1947, zu der bis 1971 auch die Volksrepublik Bangladesch gehörte. Die Geschichte auf dem Gebiet Pakistans vor 1947 stellt der Artikel Geschichte Indiens dar.

Die pakistanische Staatsgeschichte lässt sich in mehrere Phasen teilen, die von einem zyklischen Wechsel demokratischer und diktatorischer politischer Kräfte geprägt sind. Auf die Unabhängigkeit im Jahr 1947 folgte zunächst eine demokratische Gründungsphase, die im Jahr 1958 durch den Militärputsch von Muhammed Ayub Khan beendet wurde. Die darauffolgende Militärdiktatur unter Ayub Khan und seinem Nachfolger Agha Muhammad Yahya Khan dauerte sodann bis 1971. Mitte der 1970er-Jahre gab es wieder eine demokratische Periode unter Zulfikar Ali Bhutto, der im Jahr 1977 erneut eine Militärdiktatur folgte, der diesmal Mohammed Zia-ul-Haq vorstand. Im Jahr 1988 wurde diese diktatorische Phase von einer neuen demokratischen Phase abgelöst, die unter der Führung von Benazir Bhutto und Nawaz Sharif stand und im Jahr 1999 erneut einer Militärdiktatur unter Pervez Musharraf weichen musste. Musharraf trat im Jahr 2008 von seinem Amt zurück. Yousaf Raza Gilani stand danach einer weiteren demokratischen Regierung vor. Seit 2008 regieren zivile Premierminister in Pakistan.

Auf dem Weg zur Unabhängigkeit

Seit dem Sepoy-Aufstand im Jahre 1857 übte die britische Regierung direkte Macht in Indien aus, da sie das Vorrecht auf die Britische Ostindien-Kompanie beanspruchte. Die 1885 gegründete Kongresspartei vertrat eine große Hindu-Mehrheit. Als Reaktion darauf wurde 1906 die Muslimliga (All-India Muslim League) gegründet, um die Interessen der Minderheit zu vertreten. Trotz einer großen Zahl von Konversionen zum Islam taten sich die Muslime schwer, der Vormachtstellung der Hindus in den Bereichen Industrie, Handwerk, Bildung oder den öffentlichen Ämtern entgegenzuwirken. Auch wenn der Kongress und die Muslimliga das gleiche Ziel – die Unabhängigkeit – hatten, konnten sie sich nicht auf ein Vorgehen einigen, das den Schutz der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Rechte ermöglicht hätte.

Die Ursprünge des Namens „Pakistan“ sind umstritten. Auf Urdu bedeutet er „Land der Reinen“ (pak: rein; stan: Land). Es ist allerdings auch vorstellbar, dass „Pakistan“ ein aus den Namen der damaligen Provinzen – Punjab, Afghanien, Kaschmir, Indus-Sind und Belutschistan – zusammengesetztes Akronym ist.

Die Idee eines unabhängigen Staates wird dem muslimischen Politiker, Beamten und Gründer von Schulen und Universitäten Syed Ahmad Khan (1817–1898) zugeschrieben; formalisiert wurde sie durch den Philosophen Muhammad Iqbal (1887–1938) während einer in Allahabad abgehaltenen Ansprache zur jährlichen Sitzung der Muslimliga im Jahr 1930.

1937 erhielten Frauen zwar auf nationaler Ebene ein Wahlrecht, es war aber an die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, sowie an Einkommen und das Zahlen von Steuern geknüpft. 1946, bei den ersten Wahlen auf der Grundlage des Government of India Act von 1919, durften Frauen unter bestimmten Bedingungen gewählt werden. Die Bedingungen trafen nur auf sehr wenige Frauen zu. Shaista Suhrawardy Ikramullah war 1946 in die Vereinigte Konstituierende Versammlung Indiens gewählt worden, bevor Pakistan sich abspaltete. Wegen der andauernden Auseinandersetzungen ordnete die moslemische Liga jedoch an, dass ihre Mitglieder die Sitze in der Versammlung nicht einnehmen sollten. 1947 wurden Shaista Suhrawardy Ikramullah und Jahanara Shah Nawaz ins nationale Parlament gewählt.

Am 23. März 1940 wurde das Ziel der Gründung eines unabhängigen Staates im später Lahore-Resolution genannten Text festgehalten und damit die offizielle Politik der von Ali Jinnah geleiteten Muslimliga.

Mit dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Druck der indischen Nationalisten auf die britische Regierung, die die Kooperation Indiens forderten. Mahatma Gandhi und der Kongress gründeten die „Quit India“-Bewegung, der sich die Muslimliga formell nicht anschloss. Es folgte eine Zeit der unkontrollierten Gewalt.

Die seit 1945 zum Verlassen Indiens entschlossenen Briten sahen sich 1946 mit vermehrten blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen auf der einen und Sikhs sowie Hindus auf der anderen Seite konfrontiert. Die Muslimliga, die weiterhin die Errichtung eines Staates in den Gebieten mit muslimischer Mehrheit forderte, wurde in den meisten Wahlbezirken 1946 stärkste Kraft. Trotz Widerstands von Nehru und Gandhi entschlossen sich die Briten mit dem Mountbattenplan zur Teilung Britisch-Indiens. Mit dem vom britischen Parlament verabschiedeten Indian Independence Act wurde am 14. August 1947 um 0 Uhr die Macht gesondert an Indien und den neuen Staat Pakistan übergeben. Damit wurden Pakistan und Indien unabhängige Staaten und Mitglieder des Commonwealth. Staatsoberhaupt des Dominion of Pakistan war formal der englische König Georg VI.

Der neue Staat bestand aus zwei 1700 Kilometer voneinander entfernten Teilen: Ostpakistan, das später als Bangladesch selbst unabhängig wurde, und Westpakistan, das sich aus Sindh, dem westlichen Punjab, Belutschistan, den Nordwestprovinzen und mehreren kleinen Bundesstaaten zusammensetzte.

Die Abspaltung von Indien führte zu Völkerwanderungen riesigen Ausmaßes. Mehr als sechs Millionen muslimische Inder suchten im neuen Staat Zuflucht, während ebenso viele Hindus und Sikhs den Punjab in Richtung Indien verließen. Diese Abwanderungen wurden von Gewalt und Massakern begleitet, die 500.000 Opfer forderten.

Nach der Unabhängigkeit im August 1947 wurde der Government of India Act von 1935 zur Verfassung Pakistans. Bestimmte Frauen konnten sich auf dieser Grundlage an Wahlen auf Provinzebene und auf nationaler Ebene beteiligen.

Aufbau des Staates und Kaschmirfrage

Ali Jinnah, den man auch Qaid-i-Azam („Großer Führer“) nannte, wurde der erste Generalgouverneur Pakistans; Premierminister war Liaquat Ali Khan und Außenminister Sir Zafrullah Khan (der jedoch vor allem während der Zeit Bhuttos aus der Geschichtsschreibung verschwand, da er der Ahmadiyya Muslim Jamaat angehörte). Pakistan mit seiner vorläufigen Hauptstadt Karatschi begann ohne qualifizierte Minister und stand vor der Aufgabe, ein eigenes Verwaltungs- und Staatswesen aufzubauen. Gleichzeitig mussten die zahlreichen Flüchtlinge in die Gesellschaft eingegliedert, eine eigene Wirtschaft aufgebaut und im geografisch sehr zersplitterten Staatsgebiet eine Armee errichtet werden. Bei diesen Aufgaben tat sich auch die Ehefrau des Premierministers, Begum Ra’ana Liaquat Ali Khan hervor, die bereits seit der Unabhängigkeitsbewegung politisch aktiv war. Sie organisierte neben Flüchtlings- und Frauenrechtsbewegungen auch die freiwilligen Frauenverbände der Armee und befehligte diese, was ihr den Titel der „Mutter Pakistans“ eintrug.

Zur selben Zeit forderte der Maharaja von Kaschmir, der Dogra-Hindu Hari Singh, die Unterstützung der indischen Armee. In seinen formal unabhängigen Staat waren paschtunische Freischärler eingefallen, die von der pakistanischen Regierung unterstützt wurden. Am 26. Oktober 1947 erklärte der Maharaja den Anschluss Kaschmirs an Indien, obwohl 78 Prozent der Bevölkerung muslimisch waren. Pakistan missbilligte diese Entscheidung, und es kam zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg. Indien besetzte zwei Drittel von Kaschmir. Am 1. Januar 1949 trat unter Beteiligung der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand in Kraft. Der Vorschlag der Vereinten Nationen, ein Referendum über den zukünftigen Status des Gebietes abzuhalten, wurde nicht umgesetzt. Stattdessen wurde eine vorläufige Waffenstillstandslinie festgelegt, genannt LOC (Line of Control). Danach kamen zwei Drittel Kaschmirs als Bundesstaat Jammu und Kashmir mit der Hauptstadt Srinagar zu Indien; Pakistan verwaltete neben den Nordgebieten (Hauptstadt Gilgit) das verbleibende Drittel, das sich Asad Kaschmir („freies Kaschmir“, Hauptstadt Muzaffarabad) nennt.

Die Anfangsphase der Republik (1947–1958)

Von Beginn an litt der Staat unter politischer Instabilität und großen wirtschaftlichen Problemen. 1948 starb Jinnah; der Premierminister Ali Khan wurde am 16. Oktober 1951 von einem afghanischen Fanatiker ermordet. Pakistan fehlte es an einer Führungsfigur, deren Rolle weder die Premierminister Nazimuddin (1951–53) und Muhammad Ali Bogra (1953–55), noch der Generalgouverneur Ghulam Muhammad (1951–55) einnehmen konnten.

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