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Geschichte Chinas

Aspekt der Geschichte Ostasiens

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China gehört zu den ältesten Zivilisationen und Hochkulturen der Menschheit. Als Träger dieser Kultur und dominierende Volksgruppe haben sich in der Geschichte Chinas (chinesisch 中國歷史 / 中国历史, Pinyin Zhōngguó Lìshǐ) die Han-Chinesen etabliert.

Schriftliche Aufzeichnungen über die chinesische Kultur reichen über 3000 Jahre zurück. Im Mythos geht sie ursprünglich auf die drei Urkaiser zurück: Fu Xi, Shennong und schließlich den Gelben Kaiser Huangdi als eigentlichen Kulturschöpfer – ihnen voran gingen 16 irdische und eine Reihe sogenannter himmlischer Kaiser. Historische Belege für die Existenz dieser Persönlichkeiten gibt es allerdings keine, sie sollen laut Überlieferung vor 5000 bis 6000 Jahren gelebt haben.

Für eine schematische zeitliche Übersicht siehe: Zeittafel der chinesischen Geschichte.

Altpaläolithische Funde belegen, dass die Hominini-Art Homo erectus vor mindestens 500.000 bis 600.000 Jahren im Gebiet des heutigen China heimisch war. Belegt ist dies durch zwei Schädel und diverse Steinwerkzeuge des Yuanmou-Menschen, die in der Provinz Yunnan gefunden wurden. Sie wurden auf ein Alter zwischen 500.000 und 1,7 Millionen Jahre datiert; diese große Zeitspanne ist dem Umstand geschuldet, dass die genaue Lage der Fossilien zum Zeitpunkt der Datierung nicht mehr exakt bekannt war. Die ertragreiche Fundstätte im „Drachenknochenhügel“ von Zhoukoudian nahe Peking belegt, dass die Peking-Menschen vor etwa 400.000 Jahren dort lebten; sie werden ebenfalls Homo erectus zugerechnet. Die ältesten Belege für die Anwesenheit von frühen Verwandten des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) sind jedoch 2,1 Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge, die im Landkreis Lantian (Provinz Shaanxi) in der Fundstelle Shangchen entdeckt wurden, die aber wegen des Fehlens von Fossilien keiner bestimmten Art der Hominini zugeordnet werden konnten. Die Shangchen-Funde sind den Datierungen zufolge deutlich älter als die – mit einem Alter von 1,9 Millionen Jahren – frühesten Fossilien von Homo erectus / Homo ergaster in Afrika. Zwischen 1960 und 1962 entdeckten chinesische Prähistoriker außerdem beim Bergdorf Xihoudu im Südwesten der Provinz Shanxi die Fossilien von etwa 20 Tierarten, verkohlte Knochen und primitiv bearbeitete Steingeräte. Allerdings fanden sie keine homininen Fossilien der zugehörigen Xihoudu-Kultur, deren Alter auf 1 bis 2 Millionen Jahre geschätzt wird. Die archäologische Stätte dürfte einige der geschichtlich frühesten Zeugnisse für den Gebrauch des Feuers durch den Menschen bergen.

Der anatomisch moderne Mensch lebt ausweislich des Fossils Tianyuan 1 seit mindestens 40.000 Jahren in China. In der Endphase des Paläolithikums und während des Mesolithikums entstanden in Nordchina Kulturen, denen die umfangreiche Herstellung von Mikrolithen eigen war und die sich über große Teile Asiens ausbreiteten. Eine bedeutende mesolithische Fundstätte ist Shayuan in Dali im Osten von Shaanxi. Dort wurden 1955 und 1956 Steinwerkzeuge entdeckt, die mikrolithischen Funden in der Inneren Mongolei, in der Mandschurei und in Sibirien gleichen. Ferner wurden 1965 über 1350 Objekte bei Lingjing nordwestlich von Xuchang in der Provinz Henan aufgefunden und in den nächsten zehn Jahren analysiert.

Nach der letzten Kaltzeit vor etwa 10.000 Jahren stieg der Meeresspiegel an, so dass sich die Küstenlinie ins Landesinnere verschob. Die Region des heutigen Peking lag zu jener Zeit auf dem Boden eines Meeres, die Ebenen entlang der heutigen Küsten bestanden aus großflächigen Sumpflandschaften.

In der Jungsteinzeit gab es in China zahlreiche komplexere, regional verschiedene Kulturen, die sich vor allem durch ihre Schnurmusterkeramik identifizieren lassen. Sie sind für das heutige Hubei für vor 10.000, für das heutige Fujian für vor 8000 Jahren belegt. Vor 8000 Jahren dürfte südlich des Gelben Flusses der erste Ackerbau betrieben worden sein. Für dieselbe Zeit sind erste Wohnstätten mit Vorratswirtschaft belegt. Eventuell begann man auch in Südchina etwa zur gleichen Zeit mit dem Ackerbau. In Nordchina finden sich schließlich zahlreiche Stätten, an denen die Existenz von aus Holz gebauten Behausungen, die Haltung von Haustieren und die Anlage von Vorräten für vor 7000 Jahren belegt sind, während die Menschen Südchinas noch in Höhlen lebten. Bei Ausgrabungen sind auch zahlreiche Utensilien aus Stein und Knochen zu Tage getreten.

Es ist belegt, dass man in Nordchina vor 8000 Jahren mit dem Anbau von Hirse begann, die mit Steinsicheln geerntet und in getöpferten Schalen oder Dreifußbehältern aufbewahrt wurde. Hiervon sind die für die Chinesen die frühe neolithische Peiligang-Kultur, sodann vor allem die Yangshao-Kultur, zu der etwa die gut erforschte Banpo-Siedlung gehört, sowie die Longshan-Kultur und die Majiayao-Kultur von Bedeutung. Die Kulturen Nordchinas weisen gewisse Ähnlichkeiten miteinander auf.

Die Kulturen Südchinas weisen einen anderen Charakter auf als jene Nordchinas. Statt Hirse domestizierten die Menschen Südchinas den Reis; der älteste Nachweis von Nassreisanbau stammt aus Hemudu und ist 7000 Jahre alt. Es gibt Funde von Reis, die mit 11.500 Jahren ein deutlich höheres Alter aufweisen, hierbei ist es aber unsicher, ob es sich um gesammelten oder angepflanzten Reis handelt.

Vor 5000 Jahren kühlte das Klima ab und Stämme aus dem Norden migrierten langsam in Richtung Süden. In dieser Zeit spielte sich der Übergang vom Leben als Jäger und Sammler zu sesshafter Lebensweise ab. Insgesamt sind für das fünfte bis zweite Jahrtausend v. Chr. zahlreiche neolithische Kulturen auf dem Gebiet des heutigen China belegt.

Diese frühen Kulturen Chinas hatten alle bereits ein hohes technisches Niveau erreicht. Sie stellten feine Keramik und Lackschüsseln her, hielten Haustiere und beherrschten zahlreiche Werkzeuge. Die ältesten Spuren von Textilproduktion haben ein Alter von 6000 Jahren. Die älteste Seide wurde auf ein Alter von 5300 Jahren geschätzt. Die ältesten schriftähnlichen Zeichen haben ein Alter von 7000 Jahren. Am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. hielt die Bronzeverarbeitung Einzug. Die Mechanismen, über die aus diesen verschiedenen Kulturen die Kernzelle der chinesischen Kultur wurde, sind noch Gegenstand von Untersuchungen. Die Erlitou-Kultur im heutigen Henan bildete mit ihrem hohen Organisationsgrad, der Herrscherfolgeregelung und ihren Handels-, Herrschafts- und Abhängigkeitsbeziehungen die Grundlage für die folgenden Königsdynastien.

Die Xia-, Shang- und Zhou-Dynastien, die schon in der Zhou-Zeit als drei Dynastien des Chinesischen Altertums bezeichnet wurden, existierten wahrscheinlich zunächst als Stämme nebeneinander und begannen erst durch überregionale Tätigkeiten füreinander Bedeutung zu erlangen.

Während der Zeit der drei Dynastien fand der Übergang zur Bronzezeit und später zur Eisenzeit statt. Seit der Shang-Zeit wurde von einem Priesterstand namens Fangshi das kulturelle Fundament geschaffen, das später zum Daoismus und zur chinesischen Philosophie zusammengefasst wurde. Es entstanden die beiden Hauptwerke des Daoismus, das Daodejing (6. Jahrhundert v. Chr.) und das Zhuangzi (4. Jahrhundert v. Chr.), die wie auch die Lehre von Taiji bereits zu ihrer jeweiligen Zeit als weit verbreitete und etablierte Lehren anerkannt waren. Der Konfuzianismus (begründet im 5. Jahrhundert v. Chr.) fasste bestehende Lehren zusammen und erweiterte sie um politische Dimensionen und Anwendungen. Gemeinsam mit dem später hinzugekommenen Buddhismus bilden Daoismus und Konfuzianismus die Drei Lehren, welche (neben der einheitlichen Sprache und Schrift) wichtige Grundpfeiler der chinesischen Kultur bilden und die chinesische Kultur bis heute entscheidend prägen.

Xia-Dynastie (ca. 2200–1600 v. Chr.)

Die Xia-Dynastie (ca. 2200–1600 v. Chr.), die angeblich auf einen Kaiser namens Yu (禹) zurückgeht, wird in Texten aus der Zhou-Zeit als früheste chinesische Dynastie bezeichnet. Es ist jedoch archäologisch nicht belegt, dass die Dynastie oder ihre Herrscher tatsächlich existiert haben; sie könnten auch dem Reich der Mythologie zuzuordnen sein. Die archäologischen Funde in Erlitou in der Provinz Henan, insbesondere Inschriften auf Keramik und Muscheln, die dem Altchinesischen zugeordnet werden, könnten jedoch ein Indiz für ihre reale Existenz sein. Jedenfalls wurde das Wort Xia bereits in der Zhou-Zeit ein ethnisch-kultureller Begriff für alles Chinesische.

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