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Geschichte Bratislavas

Aspekt der Geschichte

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Dieser Artikel gibt einen chronologischen Überblick über die Ereignisse in der Geschichte der slowakischen Hauptstadt Bratislava (bis 1919 slowakisch Prešporok, deutsch Preßburg/Pressburg, ungarisch Pozsony).

Die ältesten Primaten-Funde im Gebiet des heutigen Bratislava wurden 1957 im Stadtteil Devínska Nová Ves gemacht, dabei kamen sieben Skelette des (Epi) Pliopithecus vindobonensis zum Vorschein. Diese sind auf 25 bis 15 Millionen Jahre datiert worden. Jüngeren Datums (14–10 Mio.) sind die Zahnfunde eines Griphopithecus suessi (früher als Dryopithecus darwini oder Sivapithecus darwini bezeichnet), welche im gleichen Gebiet schon im Jahre 1902 entdeckt wurden.

Aus der Altsteinzeit sind Funde von Faustkeilen und anderen Steinwerkzeugen des Homo heidelbergensis (um zirka 450.000 sowie um 300.000) sowie der Neandertaler bekannt. In der Jungsteinzeit wurde dann das Stadtgebiet nachweislich durch Vertreter der Linearbandkeramischen Kultur besiedelt.

Später ab etwa 400 v. Chr. bis 50 v. Chr. siedelten die Kelten (Stamm der Boier) auf dem Gebiet, wobei ab etwa 115 v. Chr. ein bedeutendes keltisches Oppidum (befestigte Stadt) mit einer Münzprägestätte belegt ist. Als Reste davon haben sich auf dem Burghügel eine „Akropolis“ und ein paar Siedlungsstätten unterhalb von dieser erhalten. Ein wichtiger Grund für dessen Blüte und Bedeutung war die Lage am Kreuzungspunkt zweier wichtiger vorgeschichtlicher Verkehrswege, der Donau in West-Ost-Richtung und der Bernsteinstraße in Nord-Süd-Richtung. Somit gab es im heutigen Bratislava zum ersten Mal in seiner Geschichte ein richtiges Stadtgebilde, dieser „Status“ konnte aber erst nach zwei weiteren Versuchen des „Stadtdaseins“ im 9. und 11. Jahrhundert wirklich gefestigt werden. Die Blütezeit des Oppidums endete bereits in der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wieder; in den folgenden Jahrzehnten bis ins frühe 1. Jahrhundert n. Chr. ist dann auf dem Burghügel eine boisch und dakisch geprägte Besiedlung nachweisbar.

Eine zweite keltische Siedlung existierte während des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf dem Burghügel von Bratislava-Devín.

Um die Zeitenwende erreichte die Expansion des Römischen Reiches die Donau, sodass auch die strategisch wichtige Lage von Bratislava in dessen Blick geriet. Teilweise wird angenommen, dass der Burghügel von Devín bei dem römischen Feldzug gegen Marbod im Jahr 6 n. Chr. eine Rolle spielte, weil dort zahlreiche römische Funde aus dieser Zeit entdeckt wurden. Ungefähr zur gleichen Zeit, also zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr., siedelten sich auch erste germanische Gruppen im heutigen Bratislava an.

In den folgenden Jahrzehnten, während des 1. Jahrhunderts n. Chr., kristallisierte sich die Donau als Grenze des direkten römischen Machtbereiches heraus, sodass der sogenannte Donaulimes entstand. Damit verlief die Reichsgrenze mitten durch die heutige Stadt Bratislava. Die Stadtteile südlich der Donau gehörten zum Römischen Reich und waren durch die militärischen Einrichtungen des Limes geprägt, allen voran das Kastell Gerulata. Nördlich der Donau intensivierte sich die germanische Besiedlung, allerdings erstreckten sich die römischen Machtinteressen und damit auch ihre militärischen Aktivitäten wiederholt auch auf diese Flussseite.

Aus dem 3. Jahrhundert stammen die Überreste eines in römischer Technik errichteten Privatbads (balneum) im Stadtteil Dúbravka, das einem hochrangigen Einheimischen (in der Literatur oft als „Fürst“ bezeichnet) gehört haben muss und ungenau auch als villa rustica bekannt ist.

Völkerwanderung und Frühmittelalter

Am Ende der Völkerwanderung erreichten um 500 im Zuge von Wanderbewegungen die Stämme der Slawen das Gebiet und siedelten sich hier an. Ab zirka 600 besetzten auch die Awaren die westlichen Teile der heutigen Stadt, während die östlichen Teile rein slawisch blieben. Infolge des Aufstandes der Slawen gegen die awarische Vorherrschaft in der Gegend von Theben (Devín) wurde 623 Samo zum König der Slawen gewählt (möglicherweise auf der Thebener Burg), der das Reich des Samo errichtete. Dieses hatte mindestens bis 658 Bestand und schloss das Gebiet des heutigen Bratislava mit ein. Nach dieser Phase sind für das Gebiet bis ins späte 8. Jahrhundert keinerlei Aufzeichnungen verfügbar, somit ist der Fortbestand des Reiches von Samo ungewiss. Den archäologischen Funden zufolge jedoch hielten sich die Awaren (neben den Slawen) hier und an anderen Orten bis etwa 800, als sie infolge von internen Konflikten sowie in den Kämpfen mit Karl dem Großen und mit den Slawen dezimiert wurden.

Vom späten 8. Jahrhundert an waren die Burgen von Theben und Pressburg wichtige Zentren des Fürstentums Nitra und ab 833 bis zu dessen Ende 907 ein fester Bestandteil des Mährerreiches. Um 805, so berichtet der bayrische Historiker Johannes Aventinus im 16. Jahrhundert, wurde die Pressburg unter der Herrschaft des mährischen Fürsten Vratislav auf den Ruinen einer alten römischen Siedlung, die angeblich Pisonium geheißen haben soll, wiederhergestellt und Wratislaburgium genannt. Die sich ebenfalls im Stadtgebiet befindliche Burg Theben wurde gleichfalls 864 als Dowina in den Annales Fuldenses erwähnt. Wohl um 900 herum wurde die Stadt wahrscheinlich von einem ursprünglich niederpannonischen Fürsten Braslav (auch Bräslav, Brazlaw) (oder einem gleichnamigen „Fürsten“ mit demselben Namen), der ein Vasall Bayerns war, beherrscht. Aus seinem Herrschernamen soll sich nach älterer Lehrmeinung der deutsche Name für die Stadt Bratislava, Preßburg/Pressburg aus Brezalauspurc entwickelt haben. Die Vermutung, dass auch der heutige slowakische Name Bratislava von diesem Namen stammt, wurde auch vereinzelt geäußert, nach neueren Forschungen stammt er jedoch (falsch abgeleitet) vom Namen des böhmischen Herrschers Břetislav I. ab (für mehr Info siehe Bratislava#Namen).

Um 907 wurde dann die Stadt ein Teil Ungarns, nachdem dieses in den drei Schlachten bei Pressburg die Zentralmacht des Mährerreichs zerstört hatte. Die Stadt wurde in Zusammenhang mit der Schlacht in den Salzburger Annalen als Brezalauspurc erwähnt, die hier kämpfenden Bayern erlitten gegen die Magyaren (Ungarn) eine vernichtende Niederlage. Das Ergebnis der Schlacht war die Besetzung der Awarenmark durch die Magyaren bis 955. Das Ende des Mährerreichs wird deshalb auf 907 angesetzt.

Nach einer höchstens zehnjährigen Zugehörigkeit zu Bayern (Heiliges Römisches Reich) wurde Pressburg und dessen Umgebung 1002 (?) von Gisela von Bayern, der Tochter Heinrichs des Zänkers als Mitgift in die Ehe mit dem ungarischen König Stephan I. gebracht und blieb seitdem bis 1918 ein Bestandteil des Königreichs Ungarn.

Zwischen dem Jahr 1000 und dem frühen 13. Jahrhundert entwickelte sich unterhalb der Burg erneut eine Marktsiedlung (die spätere Innenstadt, 1151 zum ersten Mal erwähnt) und wurde schließlich im frühen 13. Jahrhundert sehr bedeutend für die gesamte Region. Im 12. Jahrhundert entstanden in der näheren Umgebung weitere Ansiedlungen und auch die Burg entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der stärksten Befestigungsanlagen im Königreich Ungarn, da die Stadt wegen ihrer Grenzlage oft mit feindlichen Truppen zu kämpfen hatte. Auch die ungarischen Könige weilten oft auf der Burg und hielten Reiterturniere oder Gelage ab. Dadurch kann auch von einer gewissen Entwicklung des Lebensstandards und Komforts gesprochen werden. Vom 12. bis ins 13. Jahrhundert siedelten sich in der Marktsiedlung unterhalb der Burg in mehreren Wellen Magyaren an und verschmolzen in der Folgezeit mit der vorher dominanten slawischen Bevölkerung.

Bereits um 1000 oder früher wurde (wahrscheinlich) durch den späteren König Stephan I. das Komitat Pressburg begründet und irgendwann nach 1001 wurden in dessen Auftrag Münzen mit der Aufschrift „Preslav(v)a Civ(itas)“ (Burg Pressburg) geprägt.

1030/31 griff der böhmische Fürst Břetislav I. die Burg an. Dieser nahm an einem Feldzug des deutschen Kaisers Konrad II. gegen das Königreich Ungarn teil und verwüstete die heutige Westslowakei, er wurde jedoch vom ungarischen König besiegt und zurückgedrängt. 1042 wurde die Stadt kurzzeitig von den Truppen Kaiser Heinrichs III. und Břetislav I. besetzt, nach der Wiedereroberung der Stadt unternahm Heinrich III. 1043 abermals den (diesmal erfolglosen) Versuch der Eroberung. 1052 belagerte er abermals für zwei Monate die Stadt, wiederum erfolglos, aber mit beträchtlichen Schäden an der Burg. 1053 schlossen Heinrich und der ungarische König Andreas I. mit Vermittlung von Papst Leo IX. einen Frieden. Von 1073 bis 1074 setzte der ungarische König Salomon die 1052 zerstörte Burg, auf der er während seines Kampfes gegen Géza I. und Ladislaus I. von Ungarn residierte, wieder instand.

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