An diesem Tag

Geschichte Amsterdams

Wikimedia-Geschichts-Artikel

Anúncio

Die Geschichte Amsterdams reicht nachweislich bis in das Mittelalter zurück. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Amsterdam von einem anfangs auf dünnen Pfählen und sandigen Warften gebauten Fischerdorf zu einer ersten festen eingedeichten Siedlung mit kleinem Hafen zu einer bekannten Kulturstadt und zugleich wichtigen Hafenstadt und schließlich zur heutigen Hauptstadt der Niederlande und modernen Großstadt. Die Stadtgeschichte von Amsterdam ist seit ihren Anfängen naturgemäß sehr eng mit der Geschichte der Niederlande verbunden und hat diese über weite Zeiträume mitbestimmt, wenn nicht sogar zeitweise fast ganz allein entscheidend bestimmt.

Geschichte vor dem 20. Jahrhundert

Auf dem Gebiet der heutigen Niederlande dauerte die Römerzeit gut fünf Jahrhunderte, wobei in dieser lange vergangenen Zeit einige kulturelle Entwicklungen stattfanden, aber bislang keine Ansiedlung im heutigen Gebiet von Amsterdam zu verzeichnen ist. Die Römer verursachten in Mitteleuropa auf verschiedenen Ebenen zwar große Umwälzungen, typisch für das Gebiet der Niederlande ist dabei aber, dass nur der südliche Teil des heutigen Landes zum damaligen Römischen Reich gehörte und der Fluss damals einen nachweislich anderen Verlauf als heute hatte. Vor allem ließen sich die damaligen Völker nördlich des Rheins anscheinend kaum von den anwesenden Römern beeinflussen, so gab es zwar einige Handelskontakte, aber die jeweilige Lebensweise veränderte sich dadurch nur sehr wenig, wenn überhaupt.

Auch wenn es nicht der erste solche Fund ist, wurden im Jahr 2018 nahe der heutigen Ortschaft Krommenie die Überreste eines römischen Wachturms gefunden. Die hölzernen Reste dieser etwa fünfeckigen Struktur konnten radiologisch auf das 1. Jahrhundert A.D. datiert werden. Zwar liegt der heutige Verlauf des Rheins teilweise sehr viel südlicher als zur römischen Zeit, aber das Gebiet des heutigen Amsterdam (in dem damals keine Ansiedlung zu verzeichnen ist) lag auch zur damaligen Zeit weit nördlich und wie das weiter westlich liegende Gebiet um Krommenie damit außerhalb des römischen Limesgebietes.

In den heutigen Niederlanden gibt es nur noch wenige überirdische Reste aus der Römerzeit, aber durch den feuchten Boden wurde unterirdisch vor allem alles organische Material wie Holz und Leder gut konserviert und sind auch viele Schiffsfunde bekannt. Solche Funde sind im heutigen Gebiet von Amsterdam aber bislang nicht zu verzeichnen. Bisherige archäologische Funde (Münzen, Werkzeuge, Steingut), die als Spuren der Römerzeit zugeordnet werden können, deuten allenfalls darauf hin, dass damals Menschen das fragliche Gebiet zu Fuß oder auf Booten gequert haben. Alle wirklich ernstzunehmenden Quellen berichten übereinstimmend von einem damals für eine etwaige Ansiedlung zu morastigen Untergrund im fraglichen Gebiet.

Bis in das 13. Jahrhundert hinein war das Gebiet der heutigen Provinz Holland zum größten Teil kaum bevölkert und sehr schlecht besiedelbar, denn es handelte sich um ein sehr feuchtes Gebiet, welches von mehreren Flüssen durchschnitten wurde, sowie hauptsächlich aus Moor und Sumpfland bestand. Darunter der Fluss Amstel, die damals als ein Abfluss des Rheins in den IJ genannten Meeresarm der Nordsee mündete. Durch Sturmfluten der Zuiderzee hatte das IJ die Amstelmündung immer mehr zu einer schmalen, länglichen Bucht verbreitert. Rund um diese durchflutete Bucht herum hatten sich um das Jahr 1230 wohl etwa 500 Fischer mit ihren Familien in Hütten angesiedelt.

Erstmals um das Jahr 1250 entstanden die ersten von Bauern und Fischern fest bewohnten Siedlungen auf dem heutigen Gebiet von Amsterdam. Zu dieser Zeit war aber fast das gesamte Gebiet noch von Sumpfland oder Moor bedeckt, was die Errichtung von Gebäuden mit erheblichen Schwierigkeiten verband.

Die damaligen Herren des Amstelland genannten Gebietes entstammten der Adelsfamilie van Amstel, die als dazu eingesetzte Ministeriale des damaligen Hochstifts Utrecht auf der Burg in Ouderkerk aan de Amstel saßen, bis diese jedoch im Jahr 1204 von rebellischen Bauern aus dem Kennemerland zerstört wurde. Die Herren van Amstel ließen sich daraufhin eine neue Burg errichten, das Kasteel van Amstel, dessen bereits länger vermuteten Fundamente erst bei Ausgrabungen in den Jahren von 1994 bis 1999 im heutigen Stadtgebiet unter der Straße Nieuwezijds Kolk gefunden wurden.

Um das Jahr 1270 ließen die genannten Ministerialen dann zum Schutz und zur Verbesserung der wachsenden Besiedelung den Fluss Amstel durch den bis heute namensgebenden Damm niederländisch „Dam“ abtrennen; damals genau an der Stelle, wo der Fluss sich zum IJ hin verbreiterte. Aus dieser Zeit existiert noch ein Vertrag des Gijsbrecht IV. van A(e)mstel, der im Jahr 1265 den Besitz erbte, mit seinem Bruder Willem, der Provost in Mijdrecht war, über die Entwässerung seines Grundbesitzes in die Amstel.

Die feste Siedlung war schon früh zu einem kleinen Hafen angewachsen und wurde von Schreibern des Grafen Florens V. von Holland erstmals im Jahr 1275 urkundlich als Amstelledamme erwähnt. Der rechtliche Hintergrund und wirtschaftliche Nutzen der Beurkundung war die Verleihung eines Zollprivilegs.

Von Amstelledamme und diesem Siedlungsdamm „Dam“ aus, verlief die Deiche jeweils beiderseits der Bucht IJ in Kurven nach Norden, dort wo die heutigen Straßen Nieuwendijk und Warmoesstraat (und weiter südöstlich der Zeedijk) im Bodenprofil noch immer deutlich höher verlaufen als die dortige Stadt-Umgebung. Solche frühen Deiche entstanden auch andernorts und besonders zahlreich entlang der damaligen Zuiderzee. Nach archäologischen Ausgrabungen erweist sich das alte Kinderlied Amsterdam, die schöne Stadt, ist gebaut auf Pfählen als durchaus richtig: Tatsächlich konnten feste Häuser und stabile Straßen nur mit Hilfe unzähliger Pfähle zur baulichen Abstützung im sumpfigen Untergrund gebaut werden – jeder Holz-Pfahl einzeln bis zu 18 Meter tief durch den morastigen Boden per mühsamer Handarbeit in den festen Sand gerammt.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand als erste größere Kirche die (erst später so genannte) Oude Kerk, anstelle einer noch älteren hölzernen Kapelle. Erst ab dem Jahr 1408 folgte dann als „Neue Kirche“ der Bau der größeren und bis heute so genannten Nieuwe Kerk am späteren Dam-Platz.

Der bereits oben genannte Graf von Holland, Florens V., versuchte damals offensichtlich, sich des neuen Handelshafens zu bemächtigen und gewährte daher den dortigen Händlern die erwähnte Zollfreiheit, auch um damit den Handel zum eigenen Nutzen weiter zu befördern. Der ansässige Herr Gijsbrecht van Amstel, der kurz vorher noch gegen den Bischof von Utrecht rebelliert hatte, musste sich als Folge im Jahr 1285 dann dem Grafen als lehnsabhängiger Vasall unterwerfen, war jedoch später im Jahr 1296 in dessen Ermordung verwickelt, was die herrschaftlichen Begehrlichkeiten und frühen Konkurrenzkämpfe aufzeigt. Sodann wurden um das Jahr 1300 der jetzt Amsterdam genannten Siedlung, die auch schon eine eigene Festung errichtet hatte, endlich die Stadtrechte verliehen, wie solche die Städte Dordrecht, Haarlem, Delft und Leiden alle schon früher erhalten hatten, wodurch überall der Handel blühte.

Deer Sohn des Gijsbrecht nämlich Jan van Amstel nutzte dann im Jahr 1303 eine flandrische Invasion nach Holland und versuchte sich von diesem Vasallenverhältnis endgültig loszusagen. Der rebellische Jan van Amstel wurde jedoch nach Abzug der Flamen von Truppen des Grafen wieder unterworfen, musste die Stadtmauern schleifen lassen und die Brücken zerstören; gleichzeitig verlor der Ort auch alle Handelsprivilegien. Diese wurden erst 14 Jahre später nach der endgültigen Eingliederung der Stadt in die Grafschaft Holland im Jahr 1317 wieder erneuert.

Der Fischfang, anfangs noch die bedeutendste Erwerbsquelle, wich allmählich dem Handel, vor allem aber als Fischhandel mit getrocknetem oder gepökeltem Hering von der schwedischen Südküste und bald mit Bier aus Hamburg, was die beiden Hauptwirtschaftszweige waren. Wesentlich zum Handelserfolg soll wohl auch das im Jahr 1323 verliehene Zollrecht für Hamburger Bier beigetragen haben, für das Amsterdam ein Importmonopol erhielt, was entsprechend enge und sehr aktive Handelsbeziehungen aufzeigt.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Geschichte Amsterdams | World in Stories