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Gerrit Rietveld

Niederländischer Architekt und Designer

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Gerrit Thomas Rietveld [ˈɣɛrɪt ˈtoːmɑs ˈritfɛlt] (* 24. Juni 1888 in Utrecht; † 25. Juni 1964 in Utrecht) war ein niederländischer Architekt und Designer. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung an der Künstlergruppe De Stijl.

Gerrit Thomas Rietveld begann als Kind im Alter von elf Jahren in der Werkstatt des Vaters zu arbeiten. Er war später als Schreinermeister zunächst im Familienbetrieb tätig. Sein architektonisches Wissen erarbeitete er sich in Abendkursen. Zu seinen Lehrmeistern zählte der Goldschmiedekünstler Carel Begeer, für den er ab 1906 in Utrecht als Zeichner arbeitete. Von 1908 bis 1911 war er Architekturpraktikant bei Petrus Johannes Houtzagers, bevor er 1911 bis 1915 bei Piet Jan Klaarhamer als Praktikant wirkte.

Nach der Gründung eines eigenen Architekturbüros 1919, entwickelte er sich vom Schreinermeister zu einem der bedeutendsten Architekten und Designer der De-Stijl-Gruppe. Die Künstlergruppe De Stijl formierte sich um eine gleichnamige niederländische Zeitschrift für Bildende Kunst, die von Theo van Doesburg herausgegeben wurde und zwischen 1917 und 1932 erschien. 1928 nahm er am Kongress der Modernen in La Sarraz teil und vertrat die Niederlande am Treffen in Frankfurt 1930. Einflussreich war Rietveld vor allem durch das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht (mit Truus Schröder-Schräder) und den Rot-Blauen-Stuhl. Auch am Bauhaus wurden seine Ideen aufgegriffen.

Wesentliche Merkmale seiner unter dem Einfluss von De Stijl entstandenen Werke sind die strenge Geometrie sowie die Reduktion der Farbgebung auf die Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Sie stellen den Versuch dar, Bildende Kunst, Design und Architektur zusammenzuführen, was bis zu einem gewissen Grade zu einer gattungssprengenden Ästhetik führte.

Den rotblauen Stuhl in seiner Grundform entwickelte Rietveld 1917 und baute ihn 1918 in einer ersten Ausführung mit Seitenteilen unter den Armlehnen und ohne farbige Fassung. 1919 veröffentlichte Rietveld eine Abbildung dieses Stuhls in der Zeitschrift De Stijl. Erst 1923 erhielt der Stuhl seine charakteristische Farbgebung in den Primärfarben (Rot, Blau, Gelb) und Schwarz, wobei auch nach 1923 noch andere Farbkonzepte – sogar farblose – auf Fotografien zu sehen sind. Die heutzutage bekannte, von Cassina S.p.A. hergestellte Re-Edition des Stuhls ist eine von zahlreichen Versionen.

Der Stuhl besteht aus 13 Vierkanthölzern und zwei Latten aus Buche. Die Sitzfläche und die Rückenlehne bestehen aus Schichtholz. Dies begünstigt eine industrielle Fertigung. Die Einzelteile sind mit Holzdübeln aneinandergeleimt. Die strenge Geometrie und die offene Struktur sollen Form-Raum-Probleme überwinden, dadurch Innenraum spürbar machen. Neben dem Schröder-Haus machte besonders dieser Stuhl Rietveld berühmt.

Seine Stühle wurden auch im Jahr seines Todes auf der documenta III 1964 in Kassel posthum in der Abteilung Industrial Design gezeigt.

1918 Rot-blauer Stuhl (siehe oben)

1921 Präsentationsraum des Gold- und Silberunternehmens G. Z. C., Kalverstraat 107, Amsterdam (zerstört nach dem Konkurs)

1924 Rietveld-Schröder-Haus, Prins Hendriklaan 50, Utrecht

1927–28 Waldeck Pyrmontkade 20, Utrecht

1929–30 Umbau und Erweiterung des Geschäftshaus Gonsenheimer, Kleve (1944/45 zerstört)

1929–30 Umbau des Geschäftshaus Mildenberg, Kleve (1944/45 zerstört)

1930–31 Vier Herrenhäuser: Erasmuslaan 5–11, Utrecht

1932 Musikschule mit zwei Wohnungen, Zeist

1932 Die Häuser Woinovichgasse 14–20 in der Werkbundsiedlung Wien

1932 Vier Häuser, Robert Schumannstraat 13-19, Utrecht

1933 Villa Hildebrand, Bloemlandseweg 3, Blaricum

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