An diesem Tag

Gerhard Ludwig Müller

Deutscher Kurienkardinal

Anúncio

Gerhard Ludwig Kardinal Müller (* 31. Dezember 1947 in Finthen, heute zu Mainz) ist ein deutscher Theologe, Erzbischof und Kardinalpriester der römisch-katholischen Kirche. Er war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg sowie von 2012 bis 2017 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre und ist seit 2021 Richter an der Apostolischen Signatur, dem höchsten Gericht der römischen Kirche.

Gerhard Ludwig Müller wurde am 31. Dezember 1947 als Sohn des Arbeiters Martin Müller und dessen Ehefrau Lioba, geb. Straub, geboren und wuchs gemeinsam mit Bruder Günter und den Schwestern Hildegard und Antonia in Finthen auf. Nach dem Abitur am Bischöflichen Willigis-Gymnasium in Mainz studierte er Philosophie und Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1977 wurde er bei Karl Lehmann mit einer Dissertation mit dem Thema Kirche und Sakramente im religionslosen Christentum. Bonhoeffers Beitrag zu einer ökumenischen Sakramententheologie zum Dr. theol. promoviert.

Am 3. Oktober 1977 empfing Müller die Diakonenweihe und wurde am 11. Februar 1978 in Mainz-Finthen durch Hermann Kardinal Volk zum Priester geweiht. Anschließend war er in St. Nikolaus in Klein-Krotzenburg, St. Michael in Bürstadt und in St. Josef in Offenbach am Main als Kaplan sowie als Religionslehrer am Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen und am Gymnasium des Wetteraukreises in Nidda tätig.

Parallel zu seiner seelsorgerischen Tätigkeit habilitierte sich Müller bei Karl Lehmann mit einer Habilitationsschrift zum Thema Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen. Geschichtlich-systematische Grundlegung der Hagiologie, die 1985 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg angenommen wurde.

1986 erhielt Müller einen Ruf auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der er heute noch Honorarprofessor ist. Unter seinen mittlerweile über 400 wissenschaftlichen Publikationen ist seine Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie die bekannteste. Müllers Forschungsschwerpunkte sind Ökumenische Theologie, Neuzeit, Offenbarungsverständnis, theologische Hermeneutik, Priestertum und Diakonat.

Daneben hat oder hatte Müller Gastprofessuren in Madrid, Santiago de Compostela, Cuzco, Rom, Philadelphia, Kerala, Salamanca, Lugano sowie São Paulo. Im Jahr 1999 war er bei der II. Sonderversammlung für Europa und im Jahr 2001 bei der X. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode als theologischer Berater (Peritus) tätig. Von 1998 bis 2002 arbeitete er als Mitglied in der Internationalen Theologenkommission mit.

Am 1. Oktober 2002 wurde Gerhard Ludwig Müller von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Regensburg ernannt. Die Bischofsweihe vollzog am 24. November 2002 der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter. Mitkonsekratoren waren der Mainzer Bischof, Karl Kardinal Lehmann, der Weihbischof in Regensburg, Vinzenz Guggenberger, sowie Müllers Vorgänger als Bischof von Regensburg, Manfred Müller.

Anwesend waren u. a. auch die Kardinäle Joseph Ratzinger, Antonio María Rouco Varela, Paul Augustin Mayer OSB und Leo Scheffczyk.

Sein Wahlspruch Dominus Jesus („Jesus ist der Herr“) entstammt dem Römerbrief (Röm 10,9 ) und ist auch der Titel einer programmatischen Schrift des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation und späteren Papstes Benedikt XVI. aus dem Jahr 2000. In seinem Bischofswappen drückt er seine Verbundenheit sowohl mit seiner Mainzer Heimat als auch mit seiner nunmehrigen Diözese Regensburg aus, indem er die Wappen beider Bistümer integriert. Die Bischofsfigur im Herzschild kann nach Müllers eigenem Bekunden sowohl als der Mainzer Bischof und „Apostel der Deutschen“ Bonifatius interpretiert werden als auch als der Heilige Wolfgang, der Bischof von Regensburg war.

Im November 2003 gründete Bischof Müller eine diözesane Schulstiftung, die die Trägerschaft von bisher zwölf kirchlichen Schulen übernahm und damit deren Zukunft sicherte. Von 2003 bis 2005 besuchte er die acht Regionen der Diözese jeweils über eine Woche lang intensiv und suchte den Kontakt mit kirchlichen und gesellschaftlichen Personen und Einrichtungen.

Mit einer Reform der Laienräte ordnete Müller im November 2005 die Formen der Laienzusammenarbeit auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene neu. Er begründete dies mit pastoralen Notwendigkeiten und mit dem Kirchenrecht. Der Vorsitzende des ZdK bezeichnete zwar die Änderungen als „eine nicht hinnehmbare Rechtsverletzung“, die Apostolische Signatur als höchstes Kirchengericht stellte jedoch in dem Dekret der Signatur vom 28. Februar 2007 endgültig fest, dass die Regensburger Rätereform rechtmäßig war, und bestätigte damit den Beschluss der Kleruskongregation vom März 2006.

Von 11. bis 14. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner apostolischen Reise nach Bayern Regensburg und feierte gemeinsam mit Bischof Müller die Heilige Messe auf dem Islinger Feld vor 230.000 Besuchern.

Auf Anregung des Bischofs führten die Pfarreien des Dekanates Regensburg/Stadt 2008 bis 2009 in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Emmanuel eine Stadtmission in Regensburg durch. Sie begann in zwei Kernpfarreien und setzte sich 2009 in den anderen Stadtpfarreien fort. Den seit 600 Jahren bestehenden Kötztinger Pfingstritt erhob Müller wieder zur eucharistischen Prozession, an der er jährlich selbst teilnahm. Wiederum nach einer Initiative Müllers wurden im Regensburger Dom die Sailerkapelle zur Zelebration an Werktagen hergerichtet, die neue Domorgel gebaut, der Westeingang geöffnet und die regelmäßige Sonntagsbeichte eingeführt.

In der Deutschen Bischofskonferenz war Müller Vorsitzender der Ökumenekommission, stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission und Mitglied der Kommission Weltkirche.

Außerdem wirkte er als stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und als erster Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Ostkirchlichen Instituts Regensburg e. V.

Von 2009 bis 2012 war er katholischer Vorsitzender der vierten Dialogphase der „Internationalen lutherisch / römisch-katholischen Kommission für die Einheit“ zum Thema „Taufe und wachsende Kirchengemeinschaft“.

Ebenfalls im Jahr 2009 begann Bischof Müller als katholischer Vorsitzender die theologischen Gespräche zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Deutschen Bischofskonferenz. Er stand auch der „Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Kirchen in Deutschland“ vor.

Das von Bischof Müller 2008 in den Räumen des Priesterseminars eingerichtete diözesane Institut Papst Benedikt XVI. mit Sitz in Regensburg gibt im Auftrag von Papst Benedikt XVI. dessen Gesamtwerk in 16 Bänden heraus. Seither sind 13 Bände erschienen. Die Aufgabe als Herausgeber nahm Erzbischof Müller auch nach seiner Berufung zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre weiter wahr.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Gerhard Ludwig Müller | World in Stories