Gerard Piqué i Bernabeu katal.: [ʒəˈɾart piˈke j βərnəˈβew], span. [ʝeˈɾar piˈke i βernaˈβeu] (* 2. Februar 1987 in Barcelona) ist ein ehemaliger spanischer Fußballspieler. Der Innenverteidiger wurde in La Masia ausgebildet, der Jugendabteilung des FC Barcelona. Nach dem Ende seiner Juniorenzeit wechselte Piqué in die Premier League zu Manchester United und war unter Trainer Alex Ferguson meist Reservist. Nachdem er zwischenzeitlich an Real Saragossa verliehen worden war, wurde er 2008 schließlich englischer Meister und Champions-League-Sieger. Im Jahr 2008 kehrte der 21-Jährige zu seinem Jugendverein nach Barcelona zurück und prägte in den folgenden Jahren mit weiteren Spielern aus dem eigenen Nachwuchs – insbesondere bis 2012 unter Pep Guardiola – die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte. Er wurde mit Barça acht Mal spanischer Meister, sieben Mal spanischer Pokalsieger, sechs Mal spanischer Supercupsieger, drei Mal Champions-League-Sieger, drei Mal Klub-Weltmeister und drei Mal UEFA-Super-Cup-Sieger. Dem Verein blieb er bis zu seinem Karriereende im November 2022 treu.
Während seiner Zeit in Barcelona etablierte sich Piqué zur festen Größe in der spanischen Nationalmannschaft und nahm an drei Welt- sowie zwei Europameisterschaften teil. Dabei wurde er 2010 Welt- und 2012 Europameister.
Im November 2022 gründete Piqué die Kings League, deren Präsident er ist.
Der gebürtige Katalane Piqué begann seine Karriere als defensiver Mittelfeldspieler in der Jugend des FC Barcelona. Noch bevor er seinen ersten Profivertrag bei den Katalanen unterschrieb, entschied er sich für einen Wechsel zu Manchester United. Da er noch zu jung für einen Profivertrag war, musste der englische Rekordmeister keine Ablöse bezahlen.
Sein Debüt für Manchester United gab Piqué im Oktober 2004, als der damals 17-jährige für John O’Shea in der 67. Minute beim 3:0-Erfolg im EFL Cup gegen Crewe Alexandra eingewechselt wurde. Seinen ersten Einsatz von Beginn an hatte er im Januar 2005 bei einem 0:0-Unentschieden im FA Cup gegen Exeter City. Sein Premier League Debüt war am 15. Oktober 2005, als er – erneut als Einwechselspieler für O’Shea – in der 89. Minute beim 3:1-Sieg gegen Sunderland eingewechselt wurde. Der erste Startelfeinsatz im englischen Oberhaus erfolgte am 29. März 2006 gegen West Ham United im Old Trafford, wo Piqué jedoch als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde, um den verletzten Gary Neville zu ersetzen.
Seine Leistungen, vor allem in den Jugendteams von Manchester United, führten dazu, dass er im Februar 2005 einen Vertrag bis Sommer 2009 unterschreiben konnte. Am 4. August 2006 lieh der damalige spanische Erstligist Real Saragossa Piqué für eine Saison aus. Die Leihbedingungen sahen vor, dass Piqué in mindestens 20 Spielen eingesetzt werden musste, was der Klub aus Aragonien auch tat: Mit Gabriel Milito bildete er ein starkes Innenverteidiger-Duo und sicherte dem Klub am Saisonende 2006/2007 den sechsten Platz, welcher die Teilnahme für den UEFA-Pokal – heute UEFA Europa League – bedeutete.
Am 5. Mai 2007 wurde bekannt gegeben, dass Piqué die kommende Saison nicht mehr verliehen werden sollte. Sir Alex Ferguson wollte dazu Piqués Form am 6. Mai in La Romareda zu beurteilen, bevor der Verein die weitere Zukunft mit ihm besprechen würde. Ferguson konnte jedoch aufgrund von Schwierigkeiten mit der Fluggesellschaft nicht daran teilnehmen.
In der Premier League Saison 2007/2008 bestritt er neun Ligaspiele. Bei seinem ersten Startelfeinsatz in der UEFA Champions League am 7. November 2007 erzielte Piqué das erste von vier Toren bei einem 4:0-Heimsieg gegen Dynamo Kiew. Damit war er der 450. Spieler, der für Manchester United traf. Sein zweites Tor für den Verein erzielte er am 12. Dezember 2007 – ebenfalls in der UEFA Champions League – beim 1:1-Unentschieden gegen den AS Rom.
Am 27. Mai 2008 kehrte Piqué zu den Katalanen zurück. Die Ablösesumme für den damals 21-jährigen betrug 5 Millionen Euro. Er unterzeichnete beim FC Barcelona einen Vierjahresvertrag mit einer Ausstiegsmöglichkeit bei einer Ablöse von ebenfalls 5 Millionen Euro. Piqué erste Worte über die Rückkehr zu seinem Jugendklub:
Gerard Piqué erzielte sein erstes Tor für die Blaugrana am 26. November 2008, beim 5:2-Auswärtssieg in der Gruppenphase der UEFA Champions League 2008/09 gegen Sporting Lissabon. Sein erstes auf nationaler Ebene erzielte er im Copa del Rey Spiel gegen den Lokalrivalen Espanyol Barcelona. Das Tor Piqués, dass er in der 57. Minute nach einem Eckball zum zwischenzeitlichen 3:0 erzielt hatte erwies sich als spielentscheidend: Nach einer schwachen Schlussphase der Katalanen erzielte der Lokalrivale Espanyol noch zwei Treffer, das Spiel endete jedoch mit einem 3:2-Sieg des FC Barcelona. Am 2. Mai 2009 erzielte Piqué das sechste Tor beim 6:2-Sieg gegen Real Madrid im Santiago Bernabéu der Katalanen. Dies war gleichzeitig sein erstes Tor in einem El Clásico.
Am 13. Mai 2009 gewann er seine erste Trophäe im Trikot des FC Barcelona, als er das Finale der Copa del Rey 4:1 gegen Athletic Bilbao gewann. Drei Tage später, am 36. Spieltag der Saison 2008/2009 verlor Real Madrid 2:3 gegen Villarreal. Damit gewann Piqué zum ersten Mal in seiner Karriere die spanische Liga.
Am 27. Mai 2009 traf Piqué im Finale der UEFA Champions League auf seinen ehemaligen Verein Manchester United. Die Katalanen gewannen das Endspiel in Rom souverän mit 2:0 und holten als erster spanischer Klub überhaupt das Triple. Am 19. Dezember 2009 traf der FC Barcelona, der erstmals den Einzug in das Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft geschafft hatte auf Estudiantes de La Plata. Trotz Überlegenheit lag man gegen den amtierenden Copa-Libertadores-Sieger bis in die 89. Minute mit 0:1 in Rückstand, ehe Piqué den freistehenden Pedro assistierte und damit am Ausgleichstreffer wesentlich beteiligt war. Das Spiel endete für den spanischen Topklub schlussendlich mit 2:1 und Barça gewann als erster Fußballklub überhaupt das Sextuple.
Am 26. Februar 2010 verlängerten Barcelona und Piqué den Vertrag vorzeitig bis Sommer 2015.
Zum ersten Mal in seiner Karriere war Piqué am 7. Dezember 2010 von Beginn an Mannschaftskapitän, als die Katalanen beim letzten Gruppenspiel in der UEFA Champions League gegen Rubin Kazan 2:0 gewannen. Da das Weiterkommen in das Achtelfinale bereits zuvor fixiert war, schonte Trainer Pep Guardiola den regulären Kapitän Carles Puyol und den Vizekapitän Xavi. Am 28. Mai 2011 spielte Piqué im Wembley-Stadion sein zweites Champions-League-Finale, wieder gegen seinen ehemaligen Verein Manchester United. Der FC Barcelona besiegte den englischen Rekordmeister mit 3:1 – Piqué stand über die volle Spielzeit am Platz – und gewann damit zum zweiten Mal die Champions League in drei Jahren. Auch beim Endspiel gegen den FC Santos bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft stand Piqué über die volle Distanz am Spielfeld, welches die Katalanen mit 4:0 gewannen.
Piqué verlängerte den Vertrag am 20. Mai 2014 vorzeitig bis 2019.
Am 6. Juni 2015 stand er mit dem FC Barcelona in seinem dritten UEFA-Champions-League-Finale. Juventus Turin konnte im Berliner Olympiastadion mit 3:1 bezwungen werden und machte Barca zum ersten Klub in der Geschichte des Fußballs, der zweimal das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champieons-League-Gewinn erringen konnte. Piqué, Xavi, Pedro, Lionel Messi, Andrés Iniesta, Sergio Busquets und Dani Alves waren bei beiden Triple-Gewinnen Teil der Mannschaft.
Am 20. Dezember 2015 spielte Piqué in seinem dritten Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft. Der argentinische Verein River Plate konnte mit 3:0 besiegt werden.
Am 18. Januar 2019 verlängerte Piqué erneut und band sich vertraglich bis zum Sommer 2022 an den Verein. Am 25. August 2019 stand Piqué beim 5:2-Sieg gegen Real Betis Sevilla über die volle Distanz am Spielfeld, es war gleichzeitig sein 500. Spiel für den FC Barcelona.