An diesem Tag

Georgstag

Festtag zu Ehren des heiligen Georg

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Der Georgstag oder Georgitag (kurz Georgi) ist der Gedenktag des heiligen Georg, eines frühchristlichen Märtyrers aus Kappadokien. Er wird meist am 23. April, in einigen Regionen am 24. April, als Frühlingsfest gefeiert. Der 23. April ist der drittspäteste Ostertermin, aber auch über den Zusammenhang, den „Drachen Winter“ zu besiegen, ist der Georgstag ein wichtigerer Lostag. Für diejenigen orthodoxen Kirchen, die den julianischen Kalender verwenden, fällt der Georgstag derzeit auf den 6. Mai des gregorianischen Kalenders. In Anlehnung an eine alte katalanische Tradition ist der Georgstag (23. April) seit 1995 ebenfalls Welttag des Buches.

Die Verehrung Georgs begann im Vorderen Orient (v. a. Lydda-Diospolis) sowie im frühchristlichen Ägypten und Äthiopien. Am stärksten verbreitete sie sich auf Zypern, in Kappadokien (heute Türkei) und in Georgien. Von hier aus gelangte der Kult später nach Russland und auf den Balkan, wo er einer der wichtigsten Feiertage der Roma ist.

Im Westen sind Georgskirchen spätestens im 6. Jahrhundert u. a. in Mainz, Paris und Neapel nachweisbar. Vielerorts erinnert der Georgstag an die Überwindung des Drachen, der zum Symbol des Heidentums wurde. In Deutschland erreichte der Georgskult einen Höhepunkt, als Bischof Hatto von Mainz 896 das mutmaßliche Haupt des Märtyrers auf die Bodensee-Insel Reichenau brachte (Stiftskirche St. Georg in Oberzell). Da aber die historische Belegbarkeit mancher Erzählungen bezweifelt wird, ist die Georgsverehrung längerfristig im Abklingen.

Zum Leben des legendären Märtyrers existieren keine historischen Daten. Der zu den 14 Nothelfern zählende Heilige ist Schutzpatron vieler Orte und Länder, unter anderem von Russland, England, Katalonien und Georgien, der Stadt Moskau, der Stadt Genua, der Stadt Barcelona, der Stadt Freiburg im Breisgau und der Diözese Limburg. Überall dort wird der Georgstag feierlich begangen.

Der heilige Georg wurde 1222 bei der Synode von Oxford zum Schutzpatron Englands bestimmt, nachdem Richard Löwenherz ihn bereits zu seinem persönlichen Schutzherrn erwählt hatte. Allein in England sind ihm über 160 Kirchen geweiht. Am Georgstag wird in der St.-Georgs-Kapelle von Windsor Castle das Hosenband-Kapitel verlesen.

Georg ist Kirchen- bzw. Namenspatron von zahllosen Kirchen, Klöstern und Schulen. Daher ist der Georgstag ein beliebtes Datum für Kirchweih- und ähnliche Volksfeste.

Die Dienstboten konnten im Burgenland, wo der Tag besondere Bedeutung hat, am Georgstag ihren Dienstherrn wechseln, und Zinsen wurden höchstens bis zum Georgstag gestundet. Das dürfte mit dem Weinbau zusammenhängen, in den meisten anderen Gebieten des Ostalpenraums gilt das für Lichtmess (2. Februar).

Georgstag, Weißer Sonntag und 1. Mai waren am Lechrain die drei Freinächte der Ledigen, in denen allerlei Unfug getrieben wurde.

Mancherorts werden alte Georgsriten wiederbelebt, z. B. die Wachaufzüge in Bad Mergentheim, wo man der Schützengilden von 1500 bis 1695 und des Deutschen Ordens gedenkt. Weiteres Brauchtum sind manche Georgsglocken.

Der Drachentöter ist insbesondere der Schutzheilige der Pferde und Reiter. „Der Georgstag, der ist der Pferde Ehrentag“: Zum Brauchtum um den Georgstag zählen unter anderem der Georgiritt und Reiterprozessionen (die vielerorts wiederbelebt werden).

Vielerorts in Bayern und Österreich segnet man die Pferde und betet für ihre Bauern und die Reiter. Die traditionellen Pferdeumritte sind meist am folgenden Sonntag oder am Ostermontag. Nur in St. Georg bei Julbach wird der Umritt am Leonhardstag abgehalten.

Weiterhin ist er der Schutzpatron der weltweiten Erziehungsbewegung der Pfadfinder, nach dem Heiligen benannt ist die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg. Viele Pfadfindergruppen feiern ihren „Ehrentag“ mit einem Geländespiel.

Auf der maltesischen Insel Gozo wird – zusätzlich zum 23. April – am 3. Sonntag im Juli ein weiterer Georgstag gefeiert. An diesem Tag wird eine Statue des Heiligen in einer feierlichen Prozession von der Basilika San Ġorġ aus durch die Straßen der Hauptstadt Victoria, welche zu Ehren der britischen Königin benannt ist, getragen. Der Sonntag ist aber nur der Höhepunkt der Feierlichkeiten, die sich über eine ganze Woche hinziehen und u. a. ein Pferderennen sowie ein großes Feuerwerk beinhalten.

In Südosteuropa wird der Georgstag zumeist bei den Südslawen gefeiert. Er hat vermutlich vorchristliche, gemeinslawische Ursprünge und wird als typisches Frühlingsfest gefeiert, bei dem Lagerfeuer ähnlich wie in der Walpurgisnacht entzündet werden.

Entsprechend dem von den orthodoxen Kirchen verwendeten julianischen Kalender fällt er auf den 6. Mai, etwa 40 Tage nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Bei den orthodoxen Serben ist der Georgstag (serbisch Ђурђевдан Đurđevdan; ˈdʑuːrdʑeʋdaːn) ein Slava-Fest. Auch bei den orthodoxen Mazedoniern und Bulgaren wird der Georgstag (mazedonisch Ѓурѓовден Gjurgjuvden; bulgarisch Гергьовден) gefeiert.

Bei den katholischen Kroaten wird der Georgstag (kroatisch Jurjevo) hauptsächlich in den Regionen Turopolje und Gornja Stubica gefeiert. Im Turopolje werden nach slawischer Tradition die fünf schönsten Mädchen als Dodola (Regenmädchen) in Zweige gekleidet und zum Singen eines Regenbittliedes durch das Dorf geschickt.

Bei den katholischen Slowenen wird der Georgstag (slowenisch Jurjevanje) in der Region Bela krajina begangen. Hierbei wird ein junger Mann vollkommen mit grünen Zweigen verhüllt und von Sängern und Musikern begleitet, die alle Kräfte vertreiben sollen, die sich dem Frühling entgegenstellen. In Petschnitzen/Pečnica im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet wird am 22. April das „Georgijagen“ (slow. „Šent Jurja jahat“) begangen.

Außerdem feiern den Georgstag die Muslime im ehemaligen Jugoslawien, besonders die zum Islam konvertierten Goranen im südlichen Kosovo, vor allem im Ort Glloboqicë/Globočica bei Dragash/Dragaš.

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