An diesem Tag

Georgi Konstantinowitsch Schukow

Sowjetischer Marschall

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Georgi Konstantinowitsch Schukow bzw. Shukow (russisch Георгий Константинович Жуков, wissenschaftliche Transliteration Georgij Konstantinovič Žukov, ; * 19. Novemberjul. / 1. Dezember 1896greg. im Dorf Strelkowka nahe Ugodski Sawod im Russischen Kaiserreich; † 18. Juni 1974 in Moskau) war Generalstabschef der Roten Armee, Marschall der Sowjetunion und von 1955 bis 1957 sowjetischer Verteidigungsminister.

Schukow wurde durch die erfolgreiche Verteidigung Moskaus (1941/42) sowie als Sieger der Schlacht von Stalingrad (1942/43) und der Schlacht um Berlin (1945) international bekannt. In der Nacht auf den 9. Mai 1945 nahm er in Berlin-Karlshorst als Vertreter der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht entgegen.

Als Sohn streng russisch-orthodoxer Eltern in Strelkowka im Gouvernement Kaluga aufgewachsen, besuchte Georgi Schukow eine kirchliche Grundschule. Seine Eltern waren Bauern. Ab 1908 machte er bei seinem Onkel in Moskau eine Kürschnerlehre und bereitete sich an einer Abendrealschule (Городское училище) auf das Abitur vor, das er 1911 ablegte.

1915 wurde er zu einem Dragonerregiment der Kaiserlich Russischen Armee eingezogen, wobei er seinen Schulabschluss verheimlichte. Diesen Schritt begründete er später damit, dass ihm sein Nachbar in Strelkowka, der Offizier war, als abschreckendes Beispiel gedient habe. Für seine Leistungen im Ersten Weltkrieg, in dem er vor allem als Aufklärer tätig war, erhielt er die Georgs-Kreuze 3. und 4. Klasse. Im Jahr 1917 als Sergeant verwundet, erlebte er die erste Phase der Revolution als Rekonvaleszent in seinem Heimatdorf und schloss sich Mitte 1918 den Bolschewiki an.

In der Roten Armee begann Schukow als Schütze, stieg jedoch im Russischen Bürgerkrieg bald zum stellvertretenden Kompaniechef auf; 1919 führte er bereits eine Abteilung. 1919 wurde er bei Zarizyn (dem späteren Stalingrad, heute Wolgograd) verwundet.

Nach der Niederschlagung des Bauernaufstands von Tambow wurde ihm am 31. August 1921 seine erste sowjetische Auszeichnung, der Rotbannerorden, verliehen. Im Mai 1929 wurde ihm das Kommando über das 39. (Busuluker) Kavallerieregiment der 7. (Samaraer) Kavalleriedivision übertragen. Nachdem Schukow 1924 die höhere Kavallerieschule in Leningrad besucht hatte, kehrte er zur Truppe zurück und erhielt dort das Kommando über die 2. Brigade der 7. (Samaraer) Kavalleriedivision, die vom späteren Marschall Rokossowski geführt wurde. Im Folgejahr wurde Schukow nach Moskau versetzt, wo er als Gehilfe des Kavallerieinspektors Budjonny, eines Mitglieds des Revolutionären Militärrates der UdSSR, seinen Dienst versah. Im März 1933 erhielt er das Kommando über die 4. Kavalleriedivision, die er zu Höchstleistungen trieb, was ihm den Leninorden und im Juli 1937 das Kommando des 3. Kavalleriekorps einbrachte. Nach sieben Monaten wurde Schukow zum Kommandeur des 6. Kosakenkorps ernannt.

„Säuberungen“ und Krieg gegen Japan

Im Herbst 1936 begann Stalin die Zeit des Großen Terrors. 1937 begannen „Säuberungen“ in der Roten Armee. Viele von Schukow geschätzte Offiziere wurden angeklagt, verurteilt und hingerichtet. Ende 1938 trug man Schukow den Posten des Stellvertreters des Befehlshabers des Weißrussischen Wehrkreises an.

Schukow wurde am 1. Juni 1939 nach Moskau einbestellt und erhielt am 2. Juni von Verteidigungsminister Woroschilow den Auftrag, das Kommando über die sowjetischen Streitkräfte (verstärktes 57. Sonderkorps) und die Mongolische Revolutionäre Volksarmee an der mandschurisch-mongolischen Grenze zu übernehmen.

Das Kaiserreich Japan beging an dieser Grenze seit Jahren Grenzzwischenfälle (Japanisch-Sowjetischer Grenzkonflikt). Am 11. Mai 1939 hatte die Schlacht am Chalchin Gol begonnen. Schukow sollte der dort stationierten japanischen 6. Armee der Kwantung-Armee, mit der es laufend zu Grenzzwischenfällen am Chalchin-Gol kam, einen entscheidenden Schlag versetzen.

Schukow führte den Befehl am 20. August 1939 erfolgreich aus. Der Sieg seiner Truppen wurde dadurch begünstigt, dass die Japaner mit einer veralteten Taktik operierten und ihre Waffen veraltet waren. So hatte ihre Artillerie keine panzerbrechenden Granaten. Trotzdem verloren die Sowjets bei ihrem Angriff zahlreiche Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten. Schukow erhielt den Stern eines Helden der Sowjetunion (insgesamt erhielt er diese Auszeichnung während seiner Laufbahn viermal). Die geschlagenen Japaner waren sofort bereit, die Auseinandersetzung im Sinne des Stalin-Regimes zu beenden. Dem Waffenstillstandsabkommen folgte im April 1941 ein japanisch-sowjetischer Neutralitätspakt.

In der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs hatte es der Hitler-Stalin-Pakt der Sowjetunion ermöglicht, ihre Grenzen weit nach Westen zu verschieben und sich mit Zeitgewinn auf den unvermeidlichen Krieg mit dem nationalsozialistischen Deutschland vorzubereiten. Bei der Wiedereinführung des Dienstgradsystems im Mai 1940 erhielt Schukow den Rang eines Armeegenerals. Im Juni 1940 ernannte ihn Stalin zum Befehlshaber des Kiewer Besonderen Militärbezirks, des größten Militärbezirks des Landes, zu dem auch die zuvor annektierte Westukraine gehörte, und der zwei Armeen umfasste. Unmittelbar danach hatte Schukow am 28. Juni den Oberbefehl bei der kampflosen Besetzung der rumänischen Territorien Bessarabien und Nordbukowina, die die Sowjetunion anschließend annektierte.

Schukow hatte etwa ein halbes Jahr Zeit, sich einzuarbeiten, als sich immer deutlicher ein deutscher Aufmarsch gegen die Sowjetunion abzeichnete. Am 29. Dezember 1940 – elf Tage, nachdem Adolf Hitler mit der Weisung Nr. 21 die Vorbereitung auf das Unternehmen Barbarossa, den Angriff auf die Sowjetunion, befohlen hatte – unterrichtete der deutsche Diplomat Rudolf von Scheliha den sowjetischen Militärattaché in Berlin, General Wassili Tupikow, über den Inhalt dieser Weisung. Dennoch kam der deutsche Überfall für den Kreml völlig überraschend. Vorwürfe, es habe keine entsprechenden Pläne gegeben, weist Schukow in seinen Memoiren zurück:

Nach einer Serie von Kriegsspielen, in denen Schukow die Möglichkeit eines erfolgreichen sowjetischen Angriffs auf den deutschen Machtbereich demonstriert hatte, ernannte ihn Stalin im Februar 1941 zum Chef des Generalstabs und stellvertretenden Verteidigungsminister. In dieser Position war er für die Ausarbeitung der Pläne zum sowjetischen Aufmarsch an den westlichen Grenzen verantwortlich. Nach einer Rede Stalins vor den Absolventen der sowjetischen Militärakademien, in der dieser die Notwendigkeit offensiven Vorgehens betont hatte, erarbeitete Schukow gemeinsam mit Verteidigungsminister Semjon Timoschenko einen Plan für einen Präventivkrieg gegen Deutschland, den sie am 15. Mai 1941 vorlegten. Ob und wie weit diese Überlegungen des Generalstabs der Roten Armee zum Plan eines strategischen Aufmarschs der Streitkräfte der UdSSR für den Fall eines Krieges gegen Deutschland und seine Verbündete umgesetzt wurden, ist in der Forschung umstritten. Dass der deutsche Überfall vom 22. Juni 1941 erfolgte, um einem sowjetischen Angriff zuvorzukommen, wie die NS-Propaganda und später die geschichtsrevisionistische Präventivkriegsthese behaupten, gilt in der Forschung aber als widerlegt.

Schukow und Timoschenko mussten am Vorabend des Krieges mehrfach bei Stalin vorsprechen, damit er Maßnahmen zur Erhöhung der Gefechtsbereitschaft genehmigte. Stalin war zu dieser Zeit überzeugt, die Deutschen keinesfalls provozieren zu dürfen, um keinen Kriegsvorwand zu liefern. Daher schob er selbst geringfügige Entscheidungen immer wieder auf, was er später gegenüber Churchill so rechtfertigte: „Ich rechnete mit einem Monat (…Aufschub…) und hoffte auf sechs.“ Erst in der Nacht vor dem deutschen Angriff wurde um 00:30 Uhr der Befehl zur vollen Gefechtsbereitschaft gegeben.

Kriegsbeginn und Schlacht um Moskau

Zu Kriegsbeginn am 22. Juni 1941 befand sich Schukow in Moskau, wo er als Oberbefehlshaber den Auftrag hatte, die Operationen der Großverbände Südwestfront und der Südfront zu koordinieren. Dabei kam es im Raum Rowno, Dubno und Luzk zu der bis dahin größten Panzerschlacht, als sich etwa 700 Panzer der deutschen Panzergruppe 1 und die etwa 2800 Panzer von fünf mechanisierten Korps der beiden sowjetischen Fronten gegenüberstanden. Schukow verlor die Schlacht trotz überlegener Kräfte, es kam auf sowjetischer Seite zu keiner klaren Schwergewichtsbildung, zudem kam die größere Kriegserfahrung der deutschen Truppen sowie deren massive Luftunterstützung zum Tragen.

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