Georges Mathieu (* 27. Januar 1921 in Boulogne-sur-Mer; † 10. Juni 2012 in Boulogne-Billancourt) war ein französischer Werber, Ausstellungsmacher und abstrakter Maler. Er galt als einer der Hauptvertreter des Tachismus.
Georges Mathieu studierte Anglistik und unterrichtete Französisch in der letzten verbleibenden US-amerikanischen Militärbasis in Frankreich, bevor er eine Karriere in der Werbung begann und Werbedirektor der Transatlantiklinie United States Lines wurde. 1953 bis 1963 leitete er deren Zeitschrift United States Lines Paris Review. Von der am 23. Mai 1947 eröffneten Ausstellung von Wols in der Galerie René Drouin war er „überwältigt“ („bouleversé“).
1947 veranstaltete er mit dem Kritiker Michel Tapié die Ausstellung „L’imaginaire“ in der Galerie de Luxembourg. Mit Alfred Russell organisierte er 1948 eine Gegenüberstellung französischer und US-amerikanischer Maler in der Galerie du Montparnasse. US-amerikanische Galerien waren aus Furcht vor Verlust, Beschädigung und Zollauflagen aber lediglich dazu bereit, Werke auf Papier auszuleihen.
1951 nahm er an der Ausstellung „Véhémences confrontées“ in der Galerie Nina Dausset teil. 1952 war er an der Kunstschau „Un autre art“ vertreten. 1953 sprach er sich in einem Artikel der Zeitschrift Art Digest für das Werk des Malers Mark Tobey aus.
Mathieus Bilder sind meist ungegenständliche, von der Schnelligkeit des Malvorgangs bestimmte Kompositionen, das sogenannte Action Painting, für das vor allem Jackson Pollock bekannt war, dem er zusammen ausstellte. Die Entstehung seiner Bilder lehnt an der Methode der japanischen Kalligraphie an, die mit Meditation, Konzentration, Improvisation und Geschwindigkeit charakterisiert werden kann.
Mathieu inszenierte seine Malerei regelrecht, in dem er großformatige Bilder vor Publikum malte. Dem Entstehungsprozess des Kunstwerkes wird somit starke Bedeutung beigemessen. Er produzierte oft in hohem Tempo, seine Bilder entstanden oft in wenigen Minuten. Er war davon überzeugt, dass er nur so sein Innerstes unverfälscht zum Ausdruck bringen konnte. Bei dieser Art von Kunst hat der nachträgliche Betrachter eine viel geringere Bedeutung als in der traditionellen Malerei, trotzdem war Mathieu beim Verkauf seiner Bilder sehr erfolgreich. 1959 war er Teilnehmer der documenta II in Kassel.
1952: Hommage au Maréchal de Turenne
1954: La Bataille de Bouvines. Les Capétiens partout
1956: Quatre fresques en hommage au prophète Elie (Centre d’Etudes Carmelitaines, Paris). Couronnement de Charlemagne. La Bataille de Hastings.
1957: La Bataille des Esperous d'or
1958: La Bataille de Brunkeberg
1958: La Bataille de Tibériade
1959: Hommage au Connétable de Bourbon
1961: Saint Georges terrassant le Dragon
1961: Dessin inedit Weinetikett für den 1961er Mouton-Rothschild
1963: La Victoire de Denain. Hommage à Jean Cocteau, fresque pour la Maison de la Radio (Paris)
1965: Paris, Capitale des arts
1966: Tapisserie des Gobelins pour le Salon d’honneur du Pavillon français à l’Exposition universelle de Montréal