An diesem Tag

George Mason

US-amerikanischer Politiker

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George Mason IV (* 30. Novemberjul. / 11. Dezember 1725greg. vermutlich auf Mason Neck, Colony of Virginia; † 7. Oktober 1792 in Gunston Hall, Fairfax County, Virginia) war ein US-amerikanischer Politiker.

Nachdem er die ersten fünf Jahrzehnte seines Lebens eher zurückgezogen gelebt hatte, wurde er einer der führenden Politiker Virginias. Die größte Errungenschaft seiner politischen Karriere war die Virginia Declaration of Rights von 1776. Sie gilt als ein Kernstück der Amerikanischen Aufklärung und Revolution. Während des Verfassungskonventes wollte er eine stärkere Nationalregierung schaffen. Das Endergebnis, die heutige Verfassung der Vereinigten Staaten, enttäuschte ihn allerdings. Als einer der Anführer der Anti-Föderalisten führte er einen erfolglosen Kampf gegen ihre Ratifikation.

Warum er Anti-Föderalist wurde, ist in der Forschung umstritten. In älteren Werken werden als Beweggründe oft seine Opposition gegen die Beibehaltung des Sklavenhandels (obwohl Mason als Pflanzer selbst auch Sklaven hielt) und das Fehlen einer Bill of Rights genannt. In der neueren Forschung werden hingegen seine allgemeine Kritik am neuen amerikanischen Regierungssystem sowie das von ihm wahrgenommene Ungleichgewicht zwischen Nord- und Südstaaten betont.

Die im nördlichen Virginia ansässige Familie Mason führt sich auf George Mason I (* 1629; † 1686), einen laut Familientradition wegen des Bürgerkriegs Mitte des 17. Jahrhunderts aus England geflohenen Kavalier, zurück und war fester Bestandteil der örtlichen Pflanzer-Gentry. George Mason IV wurde 1725 als erstes Kind von George Mason III (* 1690; † 1735) und dessen Frau Ann Thomson (* vor 1700; † 1762), der einzigen Erbin einer ebenso wohlhabenden Familie, geboren. Sein Geburtsort ist unklar, liegt jedoch vermutlich auf der Halbinsel Mason Neck. Nach dem Unfalltod seines Vaters bei einem Schiffbruch ging seine Mutter entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen keine zweite Ehe ein, sondern zog sich mit dem neunjährigen Mason und seinen jüngeren Geschwistern auf das Anwesen der Thomsons zurück. Dort erwies sie sich als erfolgreiche Kauffrau, die das Erbe ihrer Kinder sicherte und expandierte.

Über Masons frühes Leben ist nur wenig bekannt. Wahrscheinlich erwarb er seine Bildung primär nicht durch den Schulbesuch, sondern autodidaktisch mithilfe der umfassenden Büchersammlung seines Onkels und Vormunds, des Anwalts John Mercer. Im Gegensatz zu seinem Bruder Thomson Mason entschied er sich jedoch dagegen, in die Fußstapfen des Onkels zu treten, und bereitete sich stattdessen auf ein Leben als Plantagenbesitzer vor. Am 4. April 1750 heiratete Mason die sechzehnjährige Ann Eilbeck. Ihre Ehe war allem Anschein nach glücklich. Sie hatten insgesamt neun Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten. Vier Jahre nach der Eheschließung begann er den Bau des Herrenhauses Gunston Hall. Mason lebte trotz seiner Tendenzen zum Abolitionismus von der Arbeit afroamerikanischer Sklaven. Zudem assoziierte er sich mit der Ohio Company of Virginia, deren Interessen er später auch politisch vertrat. Des Weiteren engagierte er sich als Laie in seiner anglikanischen Ortskirche. Die Unabhängigkeit der Kirchen in British America gilt unter einigen Historikern als einer der Gründe für den Einsatz der Gründerväter für Grundrechte wie die Religionsfreiheit. Als wohlhabender Mann übte Mason wie von ihm erwartet mehrere lokale Ämter aus, darunter als Justice of the Peace (1747–1752) und Abgeordneter (Burgess) im House of Burgesses (1758–1761). Er nahm diese allerdings nicht ernst und nahm fast nie an den Sitzungen teil. Der Tod seiner Frau 1773 in Folge einer Fehlgeburt erschütterte Mason tief. Er heiratete erst sieben Jahre später erneut, für damalige Verhältnisse ungewöhnlich spät.

Weg in die Amerikanische Revolution

Infolge des Siebenjähriges Krieges entschied sich die britische Krone, die Kontrolle über ihre nordamerikanischen Kolonien zu festigen und die bisher sehr niedrigen Steuern der Kolonisten zu erhöhen, zunächst mit dem Sugar Act 1764 und ein Jahr später mit dem Stamp Act. Schnell bildete sich unter den Kolonisten der Konsens, dass diese Gesetze rechtswidrig seien. Mason beteiligte sich am Widerstand der Kolonisten und verfasste einen Brief an seine Nachbarn George Washington und George William Fairfax, den Delegierten vom Fairfax County im House of Burgesses. In dem Brief zeigte er ein Schlupfloch im Stamp Act auf, das sich die Kolonisten zunutze machen konnten. Sein Biograf Jeff Broadwater hebt die Präambel hervor, in der Mason die Institution der Sklaverei als schädlich für die Weißen verurteilte. Die Proteste zwangen das Britische Parlament Anfang 1766, den Stamp Act wieder zurückzunehmen.

1774 spitze sich die Situation mit den „Intolerable Acts“ weiter zu. Mason engagierte sich gemeinsam mit Washington in einem Protestkomitee im Fairfax County, aus dessen Arbeit im Juli 1774 die großenteils aus der Feder Masons stammenden Fairfax Resolves hervorgingen. In diesen versprach er zwar Königstreue, warf dessen Ministern allerdings Tyrannei vor. Gemäß den „Rights of Englishmen“ dürfe ein Parlament, in dem die Kolonisten nicht vertreten seien, diese nicht besteuern (No taxation without representation). Er rief die Kolonisten zum erneuten Boykott britischer Exportgüter und zur Einrichtung eines Kontinentalkongresses auf, um sich vor dem Britischen Weltreich zu schützen. Ähnliche Beschlüsse sind in etwa dreißig virginischen Countys bekannt, doch hatten die Fairfax Resolves den größten Einfluss. Als Mitglieder des Committee of Safety von Fairfax County (zu Deutsch etwa Sicherheitskomitee), der Übergangsverwaltung der Countys, organisierten Mason und Washington erste Milizen zum Schutz gegen die Briten.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg brach am 19. April 1775 mit den Gefechten von Lexington und Concord aus. Auf Empfehlung seines Vorgängers Washington, der das Kommando der Kontinentalarmee übernommen hatte und deshalb zurückgetreten war, wurde Mason zum Mitglied der Virginia Convention gewählt. Diese diente dem späteren Bundesstaat sowohl als Übergangsregierung als auch als Verfassungskonvent. Er gewann bald an Macht und Einfluss und war maßgeblich an der Kriegspolitik beteiligt. Angebote, Virginia im Zweiten Kontinentalkongress zu vertreten, lehnte er mehrfach ab. Er müsse sich um seine schwache Gesundheit und seine neun mutterlosen Kinder kümmern. Vermeiden konnte er dennoch nicht, in das Committee of Safety von Virginia gewählt zu werden, das zwischen Sitzungen der Virginia Convention die Regierungsgeschäfte übernahm.

Mason nahm wegen einer immensen Frustration über die Regierungsgeschäfte nur ein Mal an einer Sitzung des Committee of Safety und gar nicht an der vierten Sitzung der Virginia Convention teil. Der Historiker Jeff Broadwater spekuliert über eine mögliche Depression. Den Winter 1775/76 verbrachte er mit der Arbeit im Committee of Safety des Fairfax County.

Virginia Declaration of Rights

Die fünfte Sitzung der Virginia Convention, in der eine neue virginische Verfassung bestimmt werden sollte, erreichte Mason nach einer knappen Wahl erst zwei Wochen nach deren Konstituierung. Als Präambel zur Verfassung entwarf er die Virginia Declaration of Rights, in der er den Bürgern Virginias eine freie, demokratische Gesellschaft zusicherte. Die älteste bekannte Fassung beginnt mit der Festlegung einiger republikanischer Grundprinzipien in den ersten fünf Artikeln: Er definiert die Grundrechte des Lebens, der Freiheit, des Eigentums und des Strebens nach Glück und Sicherheit, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung und freie Wahlen. Eine Erbaristokratie lehnt er explizit ab. Darauf nennt er eine Reihe an Maßnahmen zum Schutz der Bürgerrechte, darunter ein Verbot illegaler Enteignungen, das Aussageverweigerungsrecht sowie ein Recht auf ein schnelles Verfahren vor einer Jury. Artikel neun beinhaltet die Religionstoleranz, da die „Pflicht, die wir unserem göttlichen und allmächtigen Schöpfer schulden“ (englisch the Duty which we owe to our divine and omnipotent Creator) nur dem Verstand und dem Gewissen eines jeden Einzelnen gehorche. Eine Trennung zwischen Staat und Kirche sah Mason allerdings noch nicht vor. Damit folgte er dem Beispiel der Toleranzakte von 1689 und John Lockes Brief über die Toleranz. Dieser Artikel beinhaltet außerdem einen Aufruf zur christlichen Nächstenliebe. Die letzten beiden Artikel behandelten die Pressefreiheit und ein Rückwirkungsverbot für Gesetze.

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