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Georg von Liechtenstein

Fürstbischof von Trient († 1419)

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Georg (III.) von Liechtenstein (* um 1360; † 20. August 1419 auf Schloss Neuspaur bei Sporminore) war ein österreichischer Adeliger und von 1390 bis zu seinem Tode 1419 Bischof von Trient. Seine Regierungszeit als Fürstbischof war vom Konflikt mit Herzog Friedrich IV. geprägt.

Georg von Liechtenstein war als Georg III. ein Abkömmling des Hauses Liechtenstein-Nikolsburg. In der Literatur wird er in der Regel als der Sohn von Hartneid III. von Liechtenstein angegeben. Bei Wurzbach erscheint er als Sohn Georgs II. von Liechtenstein. Sein Onkel Johann I. war mehrere Jahre lang Hofmeister von Herzog Albrecht III. von Österreich. Er war der einzige höherrangige Prälat der Familie Liechtenstein.

1377 schrieb Georg III. sich an der einige Jahre zuvor gegründeten Universität Wien ein, um Jura zu studieren. 1381 wurde er zum Dompropst von St. Stephan in Wien ernannt. Mit seiner Stellung war auch das Amt des Universitätskanzlers verbunden. Als solcher war er an der Neuausrichtung der jungen Wiener Universität zu Beginn des Abendländischen Schisma beteiligt. Dabei soll er nach Huter durch seinen streitsüchtigen Charakter aufgefallen sein. Mindestens seit 1389 war er zudem Domherr von Passau. Anfang 1390 war er in Rom an der Kurie von Papst Bonifatius IX. Seine Ernennung zum Apostolischen Protonotar fiel womöglich in diese Zeit.

Fast drei Wochen nach dem Tod von Bischof Albert von Ortenburg betraute das Domkapitel von Trient am 29. September 1390 Abt Bartolomeo da Bologna damit, einen Nachfolger für den vakanten Bischofsstuhl auszuwählen. Seine Wahl fiel auf den Dompropst von St. Stephan in Wien, Georg von Liechtenstein. Die Wahl fand die Zustimmung des Domkapitels, worauf ein Kanoniker auf den Weg geschickt wurde, um den Auserwählten von der Wahl zu benachrichtigen und seine Bestätigung einzuholen.

Die Wahl Liechtensteins wurde in der Vergangenheit rückblickend als der Versuch des Domkapitels gedeutet, nach der Unterzeichnung der Trienter Kompaktaten durch Bischof Ortenburg wieder mehr Eigenständigkeit gegenüber dem tirolerisch-österreichischen Landesfürsten zu erhalten. Dabei wurden allerdings die engen Beziehungen zwischen dem Liechtensteiner und dem Landesfürsten Herzog Albrecht III. außer Acht gelassen. Die Wahl kann deshalb als Huldigung gegenüber dem Habsburger verstanden werden, die auch die Zustimmung von Papst Bonifatius IX. fand, der im Zuge des Schismas um Verbündete buhlte und der die Wahl Liechtensteins am 10. Oktober 1390 bestätigte. Nach Vareschi kam seine Wahl sogar unter dem Zeichen einer massiven Einflussnahme des Innsbrucker Hofes zustande. So soll Herzog Albrecht III. zu der Überzeugung gekommen sein, dass der Liechtensteiner als treuer Untertan ein Garant zum Schutz der südlichen Landesgrenze der Grafschaft Tirol sei. Nach seiner Belehnung durch den Römisch-deutschen König Wenzel von Luxemburg konnte er im März 1391 das Fürstbistum Trient in Besitz nehmen. Nach Kögl war die Wahl Liechtensteins ein Kompromiss, mit dem man den bedeutendsten Prälaten des Herzogtums Österreich als Bischof wählte. Damit wollte das Domkapitel dem Herzog zuvorkommen, einen eigenen Gegenkandidaten aufzustellen, wie es bereits bei der Wahl des Churer Bischofs geschehen war.

Georg von Liechtenstein fand ein heruntergekommenes und verarmtes Bistum vor. Um die schlimmsten Missstände zu beseitigen, setzte er auch sein eigenes Vermögen ein. Sein Verhältnis zum Domdekan und den anderen Mitgliedern des Domkapitels war gut, und er fand Gelegenheit, sich als Mäzen hervorzutun, der nach Curzel danach strebte, Trient zu einem internationalen Zentrum der Gotik zu machen. Unter den von ihm in Auftrag gegebenen Arbeiten gehören die als „Zyklus der Monate“ bekannten Fresken im Adlerturm auf Schloss Buonconsiglio. Vorgehalten wurde ihm von seinen Gegnern, dass er sich vor allem auf seine böhmischen und mährischen Mitarbeiter stützte, denen er zu viel Freiraum gewährte und den sie ihrerseits für ihre eigenen Zwecke missbrauchten.

Zu Beginn seiner Amtszeit fand er die Unterstützung des Herzogs Albrecht III., der aber zugleich seine Amtsgeschäfte beeinflusste. So drängte er beispielsweise zur Einsetzung von Heinrich V. von Rottenburg als Landeshauptmann des Bistums. Auch unter Herzog Leopold IV. von Österreich kam es zu keinen größeren Spannungen. Lediglich die Unterzeichnung der Kompaktaten zögerte er bis Dezember 1399 hinaus. Einige Historiker deuteten dies als Hinweis, dass der Liechtensteiner nur widerstrebend die Unterwerfung seiner Person und des Fürstbistums akzeptierte.

Das Wohlwollen der Bevölkerung sicherte er sich zunächst mit großzügigen Geschenken. Gegenüber dem tridentinischen Adel ging er dagegen resolut vor. Von Beginn an versuchte er die verlorengegangene bischöfliche Autorität gegenüber den Vasallen im Hochstift wiederherzustellen und forderte zudem die Herausgabe entzogener bischöflicher Güter. Bereits 1391 löste er eine Pfandleihe von 3000 Florentiner ein, um in den Besitz der Burg Persen zu gelangen. Mit den Herren von Arco begann er sogar eine Fehde. 1395 zerstörten seine Truppen Castel Spine im Bleggio, und kurz darauf wurde Castel Drena eingenommen. Mit Vinciguerra d’Arco, dem Liechtenstein vorhielt die Viscontis zu unterstützen, bekriegte er sich noch bis zur Unterzeichnung eines Friedensschlusses im Juli 1398.

Als sein Onkel Johann I. 1394 bei Herzog Albrecht III. in Ungnade fiel, unterzeichnete auch Georg den vom österreichischen Herzog dem Haus Liechtenstein auferlegten Unterwerfungsakt. Die Familie verlor mit dem Akt zwar einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens, gewann aber relativ schnell wieder an Bedeutung am Hof der Habsburger. Bereits im Jahr darauf war Georg von Liechtenstein am Hof anwesend, als sich die Herzöge Wilhelm und Leopold IV. über die Verwaltung des liechtensteinerischen Besitzes berieten.

Nach seiner Rückkehr nach Trient trat er auf der Bühne der europäischen Diplomatie auf. Im Oktober 1401 empfing er in Trient König Ruprecht von der Pfalz auf dessen Romzug. Geschickt verhandelte er zwischen dem König und den italienischen Herrschern, insbesondere im Hinblick auf eine Koalition gegen die Visconti. Vor allem mit dem Herren von Padua, Francesco Novello da Carrara, pflegte er einen intensiven Briefwechsel.

Machtkämpfe mit Venedig und Friedrich IV.

Der Tod des Mailänder Herzogs Gian Galeazzo Visconti im September 1402 stellte den Status quo in Oberitalien in Frage und führte zu einer Neuordnung der Machtverhältnisse, von der auch das Fürstbistum betroffen war. Nutznießer der neuen Situation war Venedig, aber auch Georg von Liechtenstein konnte aus der neuen Situation Profit schlagen.

1404 konnte Liechtenstein die unter seinem Vorgänger, Bischof Giovanni di Pistoia, als Pfandlehen an die Scaliger abgegebenen und später an die Visconti gefallenen Riva, Tenno, Ledro und Tignale unter beträchtlichem finanziellen Aufwand wieder einlösen und unter bischöfliche Kontrolle bringen. Sorgen bereitete ihm die Republik Venedig. 1405 musste er einen venezianischen Vorstoß auf Trient mit der Hilfe von Herzog Leopold IV. abwehren, nachdem ein venezianisches Söldnerheer zuvor Gebiete in der Valsugana besetzt hatte. Mit den Venezianern sympathisierten außerdem einige bischöfliche Vasallen im Süden des Hochstifts, wie die Lodron, die Castelbarco und die Caldonazzo.

Eine neue Gefahr bahnte sich nach der Übernahme der Grafschaft Tirol durch Herzog Friedrich IV. im Jahr 1406 an. Letzterer hatte bereits die Bischöfe von Brixen und Chur, Ulrich Prustl und Hartmann von Werdenberg-Sargans, in ihre Schranken verwiesen und wandte seine Aufmerksamkeit nun zusehends dem Hochstift Trient zu. Beunruhigt durch die Expansionsbestrebungen Venedigs auf der Terraferma, versuchte der Herzog seinen Einfluss im Hochstift zu stärken. Es gelang ihm einige Vasallen, wie die Herren von Arco, dem Bischof abspenstig zu machen und an ihn zu binden. Erleichtert wurde Friedrichs Vorgehen auch dadurch, dass sich zusehends Unmut im Hochstift über Bischof Georg von Liechtenstein breit machte.

Aufstand von 1407 und Absetzung als Fürstbischof

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