An diesem Tag

Georg Reinbeck

Deutscher Schriftsteller und Ästhetiker

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Georg Reinbeck, ab 1837 von Reinbeck (* 11. Oktober 1766 in Berlin; † 1. Januar 1849 in Stuttgart) war ein deutscher Schriftsteller, Germanist und Pädagoge.

1791 übersiedelte er von Berlin nach St. Petersburg, wo er bis 1805 als Lehrer arbeitete und sich am Aufbau des deutschen Theaters beteiligte. 1808 ließ er sich in Stuttgart nieder und wirkte dort als Professor der deutschen Sprache, Literatur und Ästhetik am Gymnasium. Er und seine Frau Emilie Reinbeck führten das Hartmann-Reinbecksche Haus als ein überregional bedeutsames Zentrum des kulturellen Lebens in Stuttgart.

Georg Reinbeck war für das „Morgenblatt für gebildete Stände“ und andere Kulturzeitschriften tätig. Er hinterließ ein umfangreiches Œuvre von Dramen, Erzählungen, Reisebeschreibungen, deutschen Sprachlehrbüchern und Abhandlungen zur Theater- und Literaturtheorie. Zu seiner Lebenszeit wurde er durch seine schriftstellerische Tätigkeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Errichtung des ersten Schillerdenkmals deutschlandweit bekannt. Nach seinem Tod geriet er als Schriftsteller der klassizistischen Zeit und Schule alsbald in Vergessenheit.

Georg Gottlieb Sigismund Reinbeck wurde am 11. Oktober 1766 in Berlin als sechstes von sieben Kindern geboren (er hatte fünf Schwestern und einen älteren Bruder). Sein Vater war Otto Sigmund Reinbeck (1727–1805), Diakon an der Petrikirche in Cölln an der Spree. Seine Mutter war Margarethe Louise Holtorf, die Tochter eines Arztes in Freienwalde. Sein Großvater väterlicherseits war der Theologe und Königlich Preußische Konsistorialrat Johann Gustav Reinbeck, dessen Biografie er 1842 herausgab.

Er besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin unter dem Rektor Johann Heinrich Ludwig Meierotto und dem Professor der Philosophie und Schönen Wissenschaften Johann Jakob Engel. Seine Liebe zu Literatur und Theater wurden bereits in seiner Kindheit geweckt. Als Jugendlicher begann er, mit Altersgenossen kleine Theaterszenen aufzuführen.

Über die Zeit zwischen seinem Schulabgang bis zum Jahr 1791 berichtet Georg Reinbeck in seinen Erinnerungen nur bruchstückhaft und in vagen Andeutungen. Er verließ das elterliche Haus und lebte vier Jahre in Danzig „in einem englischen sehr gebildeten Hause“. Hier verbrachte er „diese glücklichste Zeit meines Lebens“, auch wenn ihm „Irrungen“, „Leichtsinn“ und die „Kraft der Jugend“ zu schaffen machten. Durch Besuche von Vorstellungen der Schuchischen Theatertruppe im Herbst 1784 „erhielt meine Neigung zur Bühne immer neue Nahrung und wurde noch durch eine zärtliche Neigung des Herzens zur vollen Flamme entfacht“, eine Anspielung auf die umjubelte, nur zwei Jahre ältere Sängerin, Pianistin und Komponistin Minna Brandes (1765–1788), die er anhimmelte, und von der ihm „manche unschuldige Gunstbezeugungen hinter den Coulissen“ zuteilwurden.

Nach vier Jahren führten ihn um 1788 nicht näher genannte „Verhältnisse“ nach St. Petersburg. Auf der Reise lernte er Anna Maria Helena von Pallandt (1762–1816) kennen. Die in Danzig geborene Frau war zu Besuch in ihrer Heimatstadt gewesen, lebte aber in St. Petersburg. Auf der Reise und während Georg Reinbecks mehrmonatigem Aufenthalt in St. Petersburg kam man sich näher. 1788 heiratete er die vier Jahre ältere Helena von Pallandt, die über „ein nicht unbeträchtliches unabhängiges Vermögen“ verfügte. Zurück in Deutschland, lächelte ihm jedoch nicht das Glück, wie er sich ausdrückte, weder beruflich noch geschäftlich, auch hatte seine Frau in Folge des Türkenkriegs zwei Drittel ihres Vermögens eingebüßt.

In ihrer prekären Lage begaben sie sich im Juni 1791 wieder nach St. Petersburg. Die nächsten vierzehn Jahre bis 1805 verbrachte das Ehepaar in der russischen Hauptstadt. Die Eintreibung offener Außenstände und das verbliebene Vermögen der Ehefrau gestatteten ihnen fürs erste, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Georg Reinbeck fand eine Stelle als Erzieher von Sergei Semjonowitsch Uwarow und dessen Bruder, die er nach einem Jahr wegen des Wegzugs der Familie wieder verlor. Daraufhin legte er 1794 vor der Prüfungskommission der deutschen „Petrischule“ die Lehramtsprüfung ab, und als im gleichen Jahr Johann Leonhardi starb, wurde ihm dessen Stelle als Oberlehrer der Ästhetik und der deutschen und englischen Sprache übertragen. 1804 übernahm er zusätzlich den Deutschunterricht an dem kaiserlichen Pagenkorps. Für die Petrischule verfasste er eine deutsche Sprachlehre, die bis 1820 mehrfach in Deutschland nachgedruckt wurde.

Sein Engagement beim Aufbau eines professionellen deutschen Theaters war, auch wegen ständiger Querelen mit dem Theaterdirektor, nicht von Erfolg gekrönt. In St. Petersburg schuf er seine ersten Theaterstücke, darunter die Posse „Herr von Hopfenkeim“, die auch unter Goethe am Weimarer Hoftheater aufgeführt wurde.

Nach 14 Jahren in St. Petersburg beschloss Georg Reinbeck aus Gesundheitsgründen nach Deutschland zurückzukehren. Das Ehepaar brach Anfang Juni 1805 in St. Petersburg auf, verweilte sechs Wochen in Moskau und reiste Ende Juli über Warschau und Breslau nach Dresden, wo sie sich ein Jahr lang niederließen. 1806 brachte Georg Reinbeck unter dem Titel „Flüchtige Bemerkungen auf einer Reise von St. Petersburg über Moskwa, Grodno, Warschau, Breslau nach Deutschland im Jahre 1805“ einen Bericht über diese Reise heraus, eine lebendige Beschreibung von Land und Leuten in Russland.

Dresden, Weimar, Heidelberg, Mannheim (1805–1808)

In Dresden lebten die Reinbecks ein Jahr lang bis zum Sommer 1806, dann in Tharandt und Leipzig, bis sie Ende September 1806 nach Weimar kamen, wo sie bis April 1807 verweilten. Sie begaben sich anschließend nach Heidelberg und im Oktober nach Mannheim, wo sie bis April 1808 blieben. Von 1805 bis 1808 arbeitete Georg Reinbeck als Buchautor und ab 1807 als freier Mitarbeiter für das „Morgenblatt für gebildete Stände“.

In Weimar lernte er den von ihm am höchsten unter allen deutschen Dichtern verehrten Goethe persönlich kennen. Bei den Abendgesellschaften von Johanna Schopenhauer, an denen auch Goethe bisweilen teilnahm, begegnete er auch anderen Vertretern des Weimarer Geisteslebens. Nach der Niederlage von Jena und Auerstedt erlebten die Reinbecks in Weimar die Plünderungen der Franzosen, kamen aber unbeschadet davon.

Nach seinem Aufenthalt in Heidelberg im Sommer 1807 veröffentlichte Georg Reinbeck Ende des Jahres unter dem Titel „Bruchstücke aus einer Reise durch Deutschland“ 12 Briefe über Heidelberg im Morgenblatt, die er 1808 als Buch herausgab. Der Inhalt der Briefe war überwiegend harmlos, wenn man von dem völlig haltlosen und unsachlichen Verdikt über Caroline Rudolphis „weibliches Erziehungs-Institut“ absieht, das auf frauenfeindlichen Vorurteilen gründete. Die Briefe führten zu einer überzogenen und ehrabschneidenden Reaktion von 18 Heidelberger Professoren. Sie erklärten

Die Heidelberger Professorenerklärung machte deutschlandweit Furore, und Georg Reinbeck wie der ebenfalls angegriffene Morgenblattverleger Johann Friedrich Cotta wehrten sich mit Gegenerklärungen. Die Heidelberger Romantiker verewigten 1808 Georg Reinbeck in ihrer „Zeitung für Einsiedler“ als Affe Rindbock, den Hausdiener des Horribiliscribifax (= Johann Heinrich Voß).

Im Mai 1808 wurde Georg Reinbeck von Johann Friedrich Cotta als Mitredakteur zum „Morgenblatt für gebildete Stände“ berufen (der andere Redakteur war der Dichter Friedrich Haug). Das Ehepaar Reinbeck übersiedelte nach Stuttgart und ließ sich endgültig dort nieder.

Georg Reinbecks Beiträge im Morgenblatt, soweit sie namentlich gekennzeichnet waren, bestanden hauptsächlich aus Vorabdrucken aus eigenen Werken und bühnentheoretischen Betrachtungen, außerdem ist anzunehmen, dass er auch als Rezensent tätig war. Nach dreijähriger Tätigkeit kündigte er 1811 seine Mitarbeit beim Morgenblatt auf.

Vor und nach seiner Tätigkeit für das Morgenblatt schrieb er auch für andere Zeitschriften. In St. Petersburg lieferte er für die in Riga erscheinende Zeitschrift „Nordisches Archiv“ Nachrichten und Kritiken über das St. Petersburger Theater. Seit 1812 bis mindestens 1833 war Reinbeck als Rezensent für die Allgemeine Literaturzeitung in Halle tätig. 1812 lieferte er Auszüge aus seinen eigenen Opern „Die Karthagerin“ und „David“ und einige operntheoretische Artikel für die „Zeitung für die elegante Welt“, in denen er die Gleichwertigkeit von Text und Musik postulierte.

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