An diesem Tag

Georg Ludwig Otto Plagemann

Deutscher Pädagoge und Philologe

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Georg Ludwig Otto Plagemann, eigentlich: Georg Plagemann, in der Literatur auch (irrig): Georg Otto Ludwig Plagemann, Pseudonym: Pacificus Bürgerfreund (* 19. Juli 1748 in Spornitz; † 7. März 1825 in Rostock) war ein deutscher Philologe, Gymnasiallehrer und Schulleiter.

Georg (Ludwig Otto) Plagemann wurde in Spornitz bei Parchim geboren, wo sein Vater Otto (Friedrich) Plagemann (* 1707 in Altkalen; † 1787 in Spornitz) als Pastor wirkte. Seine Mutter war Sophia Dorothea (* 1720 in Lützow bei Schwerin; † 1803 in Spornitz), die Tochter von Georg Christoph Könemann (* 1688).

Plagemann war verheiratet. Von seinen Kindern ist Johann Otto Plagemann (1777–1859) namentlich bekannt.

Die ersten zwölf Jahre seiner Schulausbildung erhielt Plagemann im häuslichen Unterricht. Danach folgte ein zweijähriger Aufenthalt auf der Schule in Parchim, den er allerdings aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen musste und weitere zwei Jahre bei seinen Eltern verbrachte.

Seine weitere Ausbildung fand bei dem Prediger Johann Abraham Capobus, gemeinsam mit dessen gleichaltrigem Sohn Johann, in Blankenhagen unweit Ribnitz statt. Dort war sein älterer Halbbruder Johann Joachim Friedrich Plagemann (* 29. April 1740 in Spornitz; 11. September 1806), der später als Rektor des deutschen National-Lyceums in Stockholm wirken sollte und 1806 starb, als Hauslehrer tätig. Die gründliche Unterweisung durch seinen Bruder erwies sich für Plagemanns intellektuelle Entwicklung als außerordentlich wertvoll.

Nach weiteren zwei Jahren in Blankenhagen wurde Plagemann, gemeinsam mit Johann Capobus, 1764 auf dem Gymnasium (siehe Domschule Güstrow) in Güstrow aufgenommen und durch den Rektor Johann Gabriel Pries (1724–1788) auch privat, zusammen mit Johann Capobus, durch Nachhilfeunterricht unterstützt; so erhielt er unter anderem auch Unterricht in der syrischen Sprache. Nach einem wiederum gleich lang dauernden Aufenthalt bezog er am 26. April 1768 die Universität Leipzig, um sich der Theologie zu widmen. Sein Aufenthalt in Leipzig beschränkte sich auf zwei Jahre, da er das Angebot seiner Mutter, ihm 300 Reichstaler zur Verfügung zu stellen, um in Bützow weiterzustudieren, ablehnte. Seiner Mutter wollte er ihre Ersparnisse nicht nehmen und war zudem der Überzeugung, dass sich in Bützow keine Lehrer von der Qualität Leipzigs finden würden.

Nach seinem Studium trat Plagemann eine Hauslehrerstelle beim Pastor Barthold Ernst Glüer (1790–1790) in Wattmannshagen bei Lalendorf an. Die Gelehrsamkeit seines Dienstherrn kam seiner Weiterbildung zugute. Kurz darauf lehnte er ein Präzeptorat am Pädagogium Bützow ab, das er später selbst als unbesonnenen Streich bezeichnete.

1773 nahm Plagemann das Konrektorat an der Großen Stadtschule Wismar an, eine Position, die seiner ausgeprägten Neigung zum Lehrerberuf entsprach. Nach kurzer Zeit in seinem Amt versammelten sich Kostgänger, Hausschüler und Privatschüler aus den angesehensten Häusern von Güstrow, Rostock und Schwerin um ihn. Zu seinen Schülern in Wismar gehörte unter anderem Johann Ernst Daniel Parow.

Sein wachsender Ruf als talentierter Lehrer führte zu seiner Berufung zum Konrektor der Großen Stadtschule Rostock, das er im Oktober 1788 antrat. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde er zum Rektor befördert. Neben dieser Tätigkeit hielt Plagemann als Privatdozent von 1790 bis 1804 regelmäßig Vorlesungen über griechische und lateinische Klassiker an der Universität Rostock.

Am 1. September 1813 wurde Plagemann während des Unterrichts von einer plötzlichen Augenschwäche überfallen, die sich zusehends verschlimmerte. Zu Ostern 1815 wurde er mit einer Pension von 400 Reichstalern emeritiert. Von diesem Zeitpunkt an erblindete er völlig und lebte die restlichen Jahre seines Lebens ohne Augenlicht.

Als Pädagoge wurde Plagemann das Zeugnis ausgestellt, dass er ein sehr tüchtiger Lehrer war, der die Schüler zog und seine Schule nicht vernachlässigte. Besonders lobenswert war sein Engagement für die Publizität und öffentliche Wahrnehmung seiner Schule – ein Anliegen, das lange vor ihm vernachlässigt und nach seinem Abgang wieder nicht systematisch verfolgt wurde. Er betrachtete Öffentlichkeit als die Seele aller öffentlichen Lehranstalten und als eine der ersten Schulnotwendigkeiten.

Veröffentlichungen und Schriften

Plagemann war ein produktiver Schriftsteller, der nach eigenem Geständnis teilweise anonym publizierte. Seine wichtigsten Werke waren:

Sein Lehrbuch zum Unterricht in der lateinischen Sprache von 1784 erlebte mehrere Auflagen bis 1811 und fand in vielen deutschen Schulen Verwendung. Seine Erleichterte lateinische Syntaxis von 1794 war in Deutschland gleich geschätzt. Ein weiteres bedeutsames Werk war die 1808 veröffentlichte Erleichterte lateinische Grammatik für Anfänger.

Die Ideen über die Privatstunden der Lehrer an öffentlichen Schulen von 1788 und Gedanken über den Verfall und die Aufnahme öffentlicher Schulen von 1789 wurden zusammen unter dem Titel Zwei Schulschriften 1790 veröffentlicht und zeigten sein tiefes Nachdenken über Schulwesen und Lehrerausbildung.

Neben wissenschaftlichen Publikationen verfasste er Gedichte wie 1789 Die Rückkehr der Musen, mit dem er die Wiederherstellung der Rostocker Akademie würdigte, und Die Bürger-Tugenden von 1801, veranlasst durch den Rostocker Tumult vom Oktober 1800 im Rostocker Butterkrieg.

Aus einer Kontroverse mit dem Dekan der Medizinischen Fakultät, August Gottlob Weber (1762–1807), resultierten 1800 die streitbaren Werke Zwei gegen Einen, Ein Federkrieg aus Konjekturen und Deuterokritik. Weitere wissenschaftliche Aufsätze behandelten Fragen der lateinischen Grammatik, etwa 1812 zur korrekten Verwendung des Wortes quod.

Plagemann veröffentlichte unter anderem in der Rostocker Monatsschrift von und für Mecklenburg Aufsätze zu schulischen Angelegenheiten, Übersetzungen aus klassischen Autoren und autobiografische Texte. Dazu publizierte er einzelne Gedichte und kleine Aufsätze in Eschenbachs Annalen.

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