An diesem Tag

Georg Heinrich Nöhden

Britischer Klassischer Philologe und Kunsthistoriker deutscher Herkunft

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Georg Heinrich Nöhden (* 23. Januar 1770 in Göttingen; † 13. März 1826 in London) war ein deutsch-britischer Erzieher und Philologe.

Georg Heinrich Nöhden war der Sohn des Göttinger Kürschners Johann Moritz Nöhden und dessen Ehefrau Anna Christina (geb. Werber); sein Bruder war der Mediziner und Privatdozent Heinrich Adolf Nöhden (1774–1804).

Er blieb zeit seines Lebens unverheiratet.

Georg Heinrich Nöhden besuchte bis 1788 das Gymnasium (heute Max-Planck-Gymnasium) in Göttingen, an dem er unter anderem Unterricht beim Rektor Johann Andreas Suchfort (1747–1824) hatte, der sein Interesse für die Philologie weckte. Er erlernte am Gymnasium auch die italienische, französische und englische Sprache.

Nach Beendigung des Gymnasiums immatrikulierte er sich 1788 zu einem Philologie- und Geschichtsstudium, mit Vorlesungen bei Johann Christoph Gatterer, an der Universität Göttingen. Weitere Vorlesungen hatte er unter anderem in Philosophie bei Johann Georg Heinrich Feder, in der Naturlehre bei Georg Christoph Lichtenberg und in der Naturgeschichte bei Johann Friedrich Blumenbach. Auf Empfehlung seines Rektors Suchfort wählte er die Hochschullehrer Christian Gottlob Heyne und Johann Gottfried Eichhorn zu seinen führenden Lehrern. Heyne, der das philologische Seminar von Johann Matthias Gesner übernommen hatte, nahm Georg Heinrich Nöhden als ordentliches Mitglied in das Seminar auf.

In dem philologischen Seminar erhielt er den Auftrag, die Göttinger Handschrift von Nikanders Alexipharmaka mit der Ausgabe Alexipharmaca und Theriaca von Johann Gottlob Theaenus Schneider zu vergleichen, und erhielt hierzu die Handschrift von Charles Townley; später gedachte Christian Gottlob Heyne dieser Arbeit in seiner Vorrede zum Homer.

1791 kam der wohlhabende Engländer Richard James Lawrence (1745–1830) mit seiner Ehefrau und seinen vier Söhnen nach Göttingen, dem die Reputation der Universität und der Ruf von Christian Gottlob Heyne gefiel; zu diesen Söhnen gehörte unter anderem der spätere Schriftsteller James Henry Lawrence. Wegen der Ausbildung seiner Söhne bat er Heyne um eine Lehrer-Empfehlung und dieser schlug unter anderem Georg Heinrich Nöhden vor, der die Ausbildung in griechischer, lateinischer und deutscher Sprache unterrichten konnte. Aufgrund seiner mangelnden Englisch-Kenntnisse, und weil er auch zuvor noch keinen Unterricht in seiner Muttersprache gehalten hatte, erlernte er sowohl die englische Sprache und machte sich auch mit den deutschen Schriftstellern vertraut, um daraus Regeln für eine Grammatik zu gewinnen; aus dieser Erfahrung entstand in der Folge seine deutsche Grammatik für Engländer, die von seiner Kenntnis der deutschen, englischen und anderen neuen und alten Sprachen geprägt war.

Nachdem Richard James Lawrence geplant hatte, mit seiner Familie und in Begleitung von Georg Heinrich Nöhden nach Italien zu reisen, folgte dieser dem Rat von Christian Gottlob Heyne und lehnte die Reise ab. Lawrence reiste zwar im Herbst mit seiner Familie nach Italien ab, ließ jedoch den zweiten und dritten Sohn in Göttingen, teils um von Nöhden weiter unterrichtet zu werden, aber auch, um weiter an den Vorlesungen in der Universität teilzunehmen.

Nöhden konnte seine Englisch-Sprachkenntnisse weiter vertiefen, weil mehrere Engländer in Göttingen studierten, mit denen er engeren Umgang hatte, da sich einige von ihnen auch von ihm unterrichten ließen; er las, gemeinsam mit ihnen, die lateinischen und griechischen Schriftsteller und unterrichtete sie auch im Deutschen.

1792 übernahm Nöhden auch für die Encyklopädie der lateinischen Klassiker, die im Verlag von Joachim Heinrich Campe erschien, die Erläuterungen des Vergils und beantwortete im gleichen Jahr die von der philosophischen Fakultät in Göttingen aufgegebene Preisfrage über Asiae Herodoteae difficiliora; trotz seiner hervorragenden Arbeit, hielt er seine Arbeit aus Schamgründen geheim, sodass er keine Hilfsmittel zur Ausarbeitung der Arbeit und somit auch keinen Preis erhielt.

1793 erhielt Nöhden eine Anfrage von Baron William Milner (1754–1811), ob er dessen vierzehnjährigen Sohn William Mordaunt Sturt Milner (1779–1855) als Hofmeister an die Schule nach Eton begleiten wollte; gern nahm er diesen Auftrag an. Im Dezember 1793 reiste er erstmalig nach London und dann am 15. Dezember 1793 weiter zum Landsitz von Baron William Milner nach Nun Appleton bei Appleton Roebuck in Yorkshire. Auf dem Landsitz traf er unter anderem auch den späteren Oberrichter von Ceylon, Alexander Johnston (1775–1849), wieder, dessen Bekanntschaft er während des Jurastudiums in Göttingen gemacht hatte. Er hielt sich bis Januar 1793 bei der Familie Milner auf deren Landsitz auf, bevor diese im Januar 1794 nach London umzog. Im Februar 1794 begleitete er William Mordaunt Sturt Milner nach Eton an das Eton College.

Während seines Aufenthaltes, als einziger Ausländer unter den dortigen Hofmeistern, machte er die Bekanntschaft mit dem Geologen und Vorleser der Königin, Jean-André Deluc, dem Astronomen Wilhelm Herschel und dem Philologen Jacob Bryant (1715–1804), dem er eine Empfehlung von Heyne vorlegen konnte, die zu einer freundschaftlichen Verbindung mit Bryant führte; er hielt sich auch gelegentlich am Hof in Windsor auf. Während der Ferienzeit begleitete er William Mordaunt Sturt Milner nach Nun Appleton und in dieser Zeit wurde er zu einer Reise mit William Milner durch die Gegend von Yorkshire mitgenommen, dabei machte er unter anderem die Bekanntschaft mit William Fitzwilliam (1748–1833), auf dessen Anwesen, Wentworthouse genannt, und dessen Sohn Charles Wentworth-Fitzwilliam (1786–1857).

Im Oktober 1796 reiste er gemeinsam mit William Mordaunt Sturt Milner nach Göttingen und traf dort im Oktober ein.

Weil er zu diesem Zeitpunkt immer noch ein Lehramt an einer deutschen Universität anstrebte, promovierte er nach seiner Rückkehr in Göttingen mit seiner Dissertation De Porphyrii Scholiis in Homerum zum Dr phil. und der Rechte. In dieser Zeit kam er auch wegen seiner Übersetzung von Friedrich Schillers Die Verschwörung des Fiesco zu Genua mit diesem in einen Briefwechsel, so unter anderem am 5. Juni 1799, in dem Friedrich Schiller ihm in einem Brief mitteilte, „auch die Wallenstein’schen Schauspiele bin ich gesonnen, in ein einziges Theaterstück zusammen zu ziehen, weil die Trennung derselben tragischen Handlung in zwei Repräsentationen aus dem Theater etwas Ungewöhnliches hat und die erste Hälfte immer etwas Unbefriedigtes behält. In ein Stück vereinigt, bilden beide aber ein sehr wirkungsreiches Theaterstück, wie mich die Repräsentation in Weimar belehrt hat.“

Im Juni 1797 ging er, gemeinsam mit William Mordaunt Sturt Milner nach Braunschweig und sie wurden, durch ihre Empfehlungsschreiben, am Hof von Herzog Karl Wilhelm Ferdinand aufgenommen. Bevor sie nach drei Monaten nach Berlin weiterreisten, lernten sie unter anderem Eberhard August Wilhelm von Zimmermann, Wilhelm Arnold Eschenburg, August Ferdinand Lueder und Karl Franz Christian Wagner kennen.

In Berlin machte er die Bekanntschaft mit Friedrich Nicolai und dem damaligen englischen Gesandten, Lord Thomas Bruce.

Im Oktober 1797 traf er, gemeinsam mit William Mordaunt Sturt Milner, wieder in England ein. Nach seiner Rückkehr nahm er auch seine freundschaftliche Beziehung zu Jacob Bryant wieder auf und begleitete diesen bei seinen Spaziergängen nach Cippenham oder der Philologe holte ihn in seinem Wagen ab.

Er traf auch seinen Freund John Stoddart (1773–1856) wieder, mit dem er gemeinsam die Übersetzung von Friedrich Schillers Don Carlos 1798 vornahm.

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