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Georg Gawliczek

Deutscher Fußballspieler

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Georg Gawliczek (* 2. Februar 1919 in Schillersdorf, Provinz Oberschlesien; † 4. September 1999 in Karlsruhe) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer. Er war Vertragsspieler in der Oberliga West und Oberliga Südwest. In der Fußball-Bundesliga trainierte er die Vereine FC Schalke 04, Hamburger SV, Karlsruher SC, Tennis Borussia Berlin und Hertha BSC. Mit dem Freiburger FC, Tennis Borussia und Hertha BSC gelangen ihm Aufstiege, wenngleich bei den beiden letzteren sogleich Abstiege folgten. Mit dem FC Zürich gewann er den Schweizer Cup von 1970.

In der Bundesliga war er Trainer bei 167 Partien; mit einem Durchschnitt von 1,01 Punkten pro Spiel ist er dabei der in dieser Hinsicht der viertschlechteste Trainer mit mehr als 100 Spielen. Er war auch ein Pionier in Sachen Trainerentlassungen: Er war der zweite und der zehnte Trainer der Bundesligageschichte, der vorzeitig gehen musste, und dabei der erste, dem das ein zweites Mal passierte. In der 2. Bundesliga war er bei 161 Spielen Trainer.

Stationen als Spieler – Anfänge als Trainer

Der aus der Jugend des Meidericher SV hervorgegangene Spieler war vor dem Start der Oberliga West 1947 beim FC Schalke 04 aktiv. 1946 war er auch in der Auswahl des Westdeutschen Fußballverbandes im Einsatz. Danach spielte er 1947/48 und 1948/49 wieder zwei Runden für den Meidericher SV in der Landesliga Niederrhein und war auch in dieser Zeit in der westdeutschen Auswahl.

1949 absolvierte er zudem unter der Leitung von Bundestrainer Sepp Herberger, die Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Es war der 2. Lehrgang der nach dem Krieg in der Sporthochschule Köln durchgeführt wurde. Lehrgangskollegen waren:

Herbert Burdenski, Theo Kirchberg, Kuno Klötzer, Willibald Kreß, Helmut Kronsbein, Hans Pilz, Hans Wendlandt, Martin Wilke, Emil Izsó

Zur Runde 1949/50 wechselte zum 1. FC Kaiserslautern, wo er zusammen mit Fritz Walter Meister der Oberliga Südwest wurde. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft schieden die Pfälzer im Viertelfinale mit 2:5 gegen den VfB Stuttgart aus.

Danach übernahm er 1950/51 die Verbandstrainerstelle beim Fußball-Verband Mittelrhein. Nach einem Jahr folgte er aber dem Ruf des 1. FC Köln, bei dem von 1951 bis 1952 auch sein Bruder Gerhard Gawliczek war, und spielte dort noch zwei Saisonen in der Oberliga West. Unter Trainer Helmut Schneider wurde er dort an der Seite von Hans Schäfer 1953 Vizemeister. Der FC schied in der sich daran anschließenden Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1952/53 in den Gruppenspielen mit nur einem Sieg aus sechs Partien aus.

In der Saison 1953/54 spielte er mit 34 Jahren für Phönix Ludwigshafen, wo er seine Spielerlaufbahn als Sechster der Oberliga Südwest beendete. Er absolvierte dabei alle 30 Ligaspiele und kam auf 4 Tore.

1954 bis 1960: Vom Verbandstrainer zum DFB

Von 1954 bis 1956 war er Trainer des Südwestdeutschen Fußballverbands, ehe er 1956 vom DFB verpflichtet wurde und im Trainerstab des Bundestrainers Sepp Herberger aufgenommen wurde, wo er an der Seite von Helmut Schön und Dettmar Cramer wirkte. Höhepunkt war in dieser Tätigkeit die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 in Schweden, wo Deutschland Vierter wurde.

Während Schön spezielle Zuständigkeit für die Junioren- und die B-Nationalmannschaft hatte, war Gawliczeks besonderer Bereich die Amateurnationalmannschaft, die er auf die Olympischen Spiele 1960 vorzubereiten hatte. Mit der deutschen Auswahl setzte er sich zunächst in der damaligen „innerdeutschen“ Qualifikation gegen die quasi A-Nationalmannschaft („Staatsamateure“) der DDR durch. Bei der eigentlichen Qualifikation gelang der deutschen Auswahl aber nur ein Sieg gegen die Auswahl Finnlands, während die beiden Spiele gegen Polen, wiederum eine quasi A-Nationalmannschaft, verloren gingen.

Seine Zeit beim DFB war nach der Weltmeisterschaft zunehmend von den Gelüsten Schöns, Dettmar Cramers und ihm selbst auf die Nachfolge des beim Weltturnier bereits 61-jährigen Herberger geprägt. Nachdem Cramer zeitweise ausschied um eine Karriere als Journalist beim ZDF zu verfolgen, war dies auf eine Rivalität zwischen ihm und Schön reduziert. Gawliczek galt sogar als von Herberger bevorzugter Nachfolger, was sogar dazu führte, dass Schön 1958 beim DFB kündigte, wenngleich er alsbald vom Verband zum Verbleib umgestimmt werden konnte. Nachdem „der Alte“ sich keinerlei Rückzugswilligkeit anmerken ließ – er sollte bis 1964 im Amt bleiben – und sich auch öffentlich nicht auf einen Nachfolger festlegen wollte, meinte Gawliczek schließlich 1960, er könne nicht so lange warten.

Zur Saison 1960/61 unterschrieb er dann einen wohl besser dotierten Vertrag beim FC Schalke 04 in der Oberliga West, der ihm 3.000 Mark pro Monat einbringen sollte. Mit Schalke, im Vorjahr unter dem Ungarn Nándor Lengyel Vierter, kam er auf Anhieb hinter dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund auf den dritten Rang. 1962 konnte er die Vizemeisterschaft – nur einen Punkt hinter dem 1. FC Köln – erringen. Alle zwei Spiele gegen die Kölner hatten die Schalker für sich entscheiden können. In der Endrunde lief es aber dann nicht mehr so gut für die Knappen. Der Titelverteidiger 1. FC Nürnberg setzte sich in den Gruppenspielen gegen Schalke durch und zog dadurch wieder in das Finale ein, wo aber der 1. FC Köln überlegen mit 4:0 gewann. In der letzten Oberligasaison vor der Einführung der Bundesliga wurde Schalke nur Sechster, war aber dennoch für die neue Liga qualifiziert.

Als Pluspunkt der Trainerarbeit kann die Berufung der Spieler Hans Nowak und Willi Koslowski in die Nationalmannschaft bewertet werden. Beide waren dann auch zusammen mit Willi Schulz bei der WM 1962 in Chile dabei. Im letzten Oberligajahr gelang zudem der Einbau des Talentes Reinhard „Stan“ Libuda am rechten Flügel.

Der Start in die Bundesliga gelang am 24. August 1963 mit einem überzeugenden 2:0-Heimsieg durch Tore von Koslowski und Gerhardt. Die Euphorie wurde durch die neue Liga, die zwei Neuzugänge Günter Herrmann und Klaus Matischak und den 9:1 Punkte-Start gewaltig in die Höhe getrieben. Nach der Hinrunde hatte Schalke 20 Punkte und lag vier Punkte hinter Köln auf Platz fünf. Drei Mannschaften waren punktgleich vor Schalke, da sie den besseren Torquotienten hatten. In der Rückrunde erreichte Schalke nur noch neun Punkte, was in der Rückrundentabelle den vorletzten Platz bedeutete. Vier Siegen standen neun Niederlagen und ein Unentschieden gegenüber. Vor dem letzten Spieltag, nachdem Schalke noch einen 2:1-Heimsieg gegen den Karlsruher SC schaffte, wurde Gawliczek durch Fritz Langner ersetzt, der die Saison mit einem 1:1 beim Absteiger 1. FC Saarbrücken beendete und damit noch den achten Platz in der Gesamtabrechnung sicherte. Gawliczek, der sich in jener Zeit als erster Trainer der „Fachgruppe Bundesliga in der DAG“ anschloss, war dadurch nach Herbert Widmayer beim 1. FC Nürnberg der zweite Trainer der Bundesligageschichte, der vor Vertragsende von seinen Pflichten entbunden wurde.

Ob an der Auflösung der Mannschaft wirklich die „zu häufigen Besuche auf der Rennbahn“ des Trainers, der als Pferdenarr galt, überwiegend beitrugen oder doch die zwischenmenschlichen Zerwürfnisse im Kader – zwischen Berz und Koslowski gab es im Training eine Prügelei – und die Finanzprobleme die Spieler zu sehr vom Sport ablenkten, das ist auch im Nachhinein nicht klar zu beantworten. Andere meinten, dass sich Ernst Kuzorra zu oft in die Mannschaftsaufstellung und Traineranweisungen einnmischte. Auch die schon früh bekannt gewordenen Abwanderungsgelüste von Matischak und das Formtief des Spielmachers Herrmann waren weitere Punkte des drastischen Nachlassens der Schalker in der Rückrunde. „Er war ein sehr vernünftiger Mann, der selten laut geworden ist“ – Schalker Urgestein Willi Koslowski, der sehr gute Erinnerungen an den früheren Coach hat, in einer Nachbetrachtung. Nach Gawliczeks Abgang demissionierte schließlich auch der Vorstand und der ehemalige Nationalspieler Fritz Szepan wurde zum Notvorstand bestellt.

1964 bis 1966: Hamburger SV – Ende mit Spielerrevolte

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