Georg Friedrich Kersting (* 22. Oktober 1785 in Güstrow; † 1. Juli 1847 in Meißen) war ein deutscher Maler. Kersting war unter anderen mit Caspar David Friedrich befreundet und von diesem beeinflusst.
Er gehörte zu dem Kreis der Romantiker und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Vertreter der Interieurmalerei des Biedermeier.
Kersting wurde als Sohn eines kinderreichen Glasermeisters im Güstrower Handwerkerviertel in einem kleinen Fachwerkhaus der Hollstraße geboren. Er besuchte die Domschule Güstrow. Vermutlich hat schon sein Vater ihm ersten Unterricht in der Malerei erteilt.
Dank der Unterstützung wohlhabender Verwandter konnte er ab 1804 oder 1805 ein dreijähriges Studium an der renommierten Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen absolvieren, wo Nicolai Abildgaard und Christian August Lorentzen seine Lehrer waren, die ihn aber nur wenig beeinflussten. Dagegen war er anscheinend von der Malweise Jens Juels beeindruckt. Danach ging er nach Dresden, um sich an der dortigen Kunstakademie einzuschreiben.
In Dresden fand er Anschluss an einen Kreis, dem unter anderen Gerhard von Kügelgen, Theodor Körner, die Malerin Louise Seidler und Caspar David Friedrich angehörten. 1809 hielt er sich kurze Zeit in Rostock auf, wo zwei Ansichten der Stadt entstanden. 1810 war er wieder in Dresden, von wo aus er mit seinem Freund Caspar David Friedrich eine Wanderung in das Riesengebirge unternahm. Ab 1811 unterrichtete er die Kinder des Verlegers und Buchhändlers Carl Friedrich Ernst Frommann, den er viele Jahre später porträtierte, im Zeichnen.
Erste Erfolge erzielte er mit Interieurbildern von Ateliers seiner Künstlerfreunde, insbesondere mit einem Bild Friedrichs in seinem Atelier, das er 1811 in der Akademieausstellung zeigte. 1813 kaufte der Weimarer Hof auf Anregung Goethes den „Mann am Sekretär“ sowie die erste Fassung der „Stickerin“.
Das als besonders typisch für Kersting geltende Gemälde zeigt Louise Seidler am Fenster sitzend mit einer Handarbeit beschäftigt.
Goethe war durch Louise Seidler auf Kersting und dessen bedrängte Lage aufmerksam gemacht worden, weshalb Goethe außerdem eine Lotterie zugunsten Kerstings veranstaltete. Durch deren Ertrag konnte außerdem „Der elegante Leser“ angekauft werden. Das Los fiel auf Louise Seidlers Vater, der das Bild später an die herzogliche Sammlung verkaufte.
Nach der Niederlage Napoleons in Russland 1812 gewannen die nationalen Kräfte in Deutschland an Stimme, sodass schließlich der preußische König Friedrich Wilhelm III. am 3. Februar 1813 seine Zustimmung zur Bildung von Freikorps gab.
Auch Kersting, der bei den Kügelgens und den Eltern Körners verkehrte, war politisiert worden.
Er trat daher dem Lützower Corps bei, wobei ihm die Kügelgens und die Maler Caspar David Friedrich und Ferdinand Hartmann die Mittel zur Verfügung stellten, damit Kersting sich eine Montur anschaffen konnte. Aus diesem Grund hält er auf einem Selbstporträt als Lützower Jäger auch demonstrativ einen Beutel in der Hand.
Er nahm an verschiedenen Gefechten gegen die napoleonischen Truppen teil, zeichnete sich in der Schlacht an der Göhrde durch Tapferkeit aus und erhielt für seinen Einsatz das Eiserne Kreuz, das auch auf einem weiteren Selbstbildnis aus der Zeit zu sehen ist.
Nach Beendigung der Befreiungskriege kehrte Kersting 1814/15 nach Dresden zurück.
Im Jahr 1815 entstanden auch Bilder, die an die im Krieg gefallenen Kameraden erinnern. Das sehr bekannte Bild Auf Vorposten zeigt Heinrich Hartmann (liegend, links), Theodor Körner (sitzend, Mitte) und Friedrich Friesen (stehend, rechts) als Lützower Jäger in einem Stück prototypischen deutschen Eichenwaldes. Alle drei sind 1813/14 gefallen. Das Bild zeigt sie in Ruhe und nachdenklicher Stimmung, fern allem Schlachtenlärm.
Das Gegenstück zu Auf Vorposten ist Die Kranzwinderin. Es zeigt ein im Eichenwald sitzendes Mädchen, das aus Eichenzweigen einen Kranz windet, wie er zur erinnernden Ehrung deutscher Helden Verwendung finden mag. Zu ihren Füßen verläuft ein Bächlein. In die Eichenstämme hinter dem Mädchen sind die Namen Hartmann, Körner und Friesen eingeschnitten.
Kersting fand es aber schwierig, im vom Krieg stark mitgenommenen Dresden als Künstler Unterhalt zu finden. Daher arbeitete er ab Anfang 1816 bis 1818 als Zeichenlehrer für die Kinder der Fürstin Anna Zofia Sapieha in Warschau. In dieser Zeit entstand die zweite Fassung der Stickerin sowie das Paar am Fenster.
Vorsteher der Porzellanmanufaktur in Meißen
Am 23. Juni 1818 wurde Kersting zum Malervorsteher der Königlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur in Meißen ernannt, wo er bis zu seinem Lebensende tätig blieb.