Georg Fabricius (eigentlich Goldschmidt; * 23. April 1516 in Chemnitz; † 17. Juli 1571 in Meißen) war protestantischer deutscher Dichter, Historiker, Epigraphiker und Antiquar. Er wirkte ab 1546 bis zu seinem Tod als Rektor der Fürstenschule St. Afra in Meißen.
Fabricius war ein Sohn des Goldschmiedes Georg Goldschmied († 1534) und dessen Frau Margaretha. Er stammte aus einer vermögenden Familie und besuchte zunächst die Thomasschule zu Leipzig, danach die Lateinschule in Chemnitz. 1534 wurde er Schüler des Johannes Rivius in Annaberg. Er freundete sich mit Adam Siber an und war ein Mitschüler von Hiob Magdeburg. Im Wintersemester 1536 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wechselte 1538 an die Universität Leipzig und war dann Lehrer in Chemnitz und Freiberg. 1539 unternahm er mit Wolfgang von Werthern eine Reise durch Italien und machte bis 1543 flächendeckende Studien der römischen Altertümer.
Das Ergebnis veröffentlichte er 1550 als Roma, wobei er den Zusammenhang zwischen jedem erwähnenswerten Relikt der Stadt und ihren Verweisen in der alten Literatur im Detail nachzeichnete. 1543 wurde er auf Schloss Beichlingen Hauslehrer der beiden jüngeren Brüder seines Gönners von Werthern, mit denen er 1544 nach Straßburg zu Johann Sturm ging.
1546 wurde er zum Rektor der 1543 gegründeten Fürstenschule St. Afra in Meißen ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod inne. Mit ungewöhnlichem Eifer setzte er sich trotz vielfacher Schwierigkeiten für die Förderung seiner Schüler ein und wirkte dadurch nicht nur prägend für die Fürstenschule selbst, sondern hatte auch erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des sächsischen Schulwesens.
Als Inspektor Heinrichs von Witzleben wurde Fabricius 1549 mit der Einrichtung einer Knabenschule im Kloster zu Roßleben beauftragt. 1549 publizierte er die erste kurze Auswahl römischer Inschriften, wobei er sich besonders auf juristische Texte konzentrierte – ein Meilenstein in der Geschichte der klassischen Epigraphik: zum ersten Mal zeigte ein Humanist ausdrücklich den Wert derartiger archäologischer Relikte für die Rechtsgeschichte im Druck, und gestand dabei stillschweigend den in Stein gemeißelten Inschriften den gleichen Rang wie Manuskripten zu.
1569 erschienen seine Annalium urbis Misnae libri tres („Annalen der Stadt Meißen in drei Büchern“), womit er die Meißner Stadtgeschichtsschreibung begründete und zu vielen Vorgängen seiner Zeit die einzige Quelle darstellt. Petrus Albinus führte diese Arbeiten nach seinem Tode weiter. In seinen geistlichen Gedichten vermied er jedes Wort, das auch nur den leichtesten Beigeschmack von Heidentum haben könnte und tadelte die Dichter für ihre Anspielungen auf heidnische Gottheiten. Am 7. Dezember 1570 wurde er auf dem Reichstag zu Speyer von Kaiser Maximilian II. zum poeta laureatus gekrönt und in den erblichen Adelsstand erhoben.
Aus seiner 1557 geschlossenen Ehe mit Magdalena Faust († 14. April 1572), einer Tochter des Schulverwalters Johann Faust, gingen sieben Söhne und drei Töchter hervor.
Georg besuchte 1578 die Fürstenschule
Jacob (* 12. Juni 1560) studierte in Straßburg, wo er 1587 den Magistergrad erwarb und als Rektor in Pegau ein Einkommen fand.
Heinrich hatte 1576 bis 1581 die Meißnische Fürstenschule besucht, wurde aber aus ihr wieder entlassen.
Magdalena ⚭ 1584 mit dem Meißner Bürger Leonhard Richter
Anna ⚭ 1. im November 1588 mit Gabriel Schaaf († 1592) aus Rochlitz, 2. mit Johann Schademann († 1605).
Maria (* 4. März 1572; † 24. Januar 1609) ⚭ am 14. Mai 1599 mit dem Stadtschreiber in Döbeln Magister David Zeidler (Zeithler).
Fabricius′ jüngerer Bruder war der Dichter Andreas Fabricius, der als Pastor in Eisleben wirkte.
Odarum libri tres ad Deum omnipotentem. Wittenberg 1545, Basel 1552.
De syntaxi partium orationis apud Graecos liber emendatior et auctior. Straßburg 1546, 1551, Köln 1561, 1564, Leipzig 1560.
Itinerum liber unus. Leipzig 1547, Basel 1550.
Elegantiarum puerilium ex M. Tullii Ciceronis epistolis libri tres. Leipzig 1548, 1563, 1565, 1572, 1575, 1576, 1582, Köln 1555, 1562, 1565, Dortmund 1565, Nürnberg 1556.