Georg Denzler (* 19. April 1930 in Bamberg; † 28. August 2026 in Breitbrunn) war ein deutscher römisch-katholischer Priester und Professor der Theologie.
Nach dem Abitur am Neuen Gymnasium in Bamberg studierte Denzler von 1950 bis 1955 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Bamberg Katholische Theologie und empfing am 31. Juli 1955 die Priesterweihe.
In den Jahren 1955 bis 1959 war er als Kaplan in Rehau, Scheßlitz, Forchheim und Schnaittach tätig. 1962 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert, 1967 habilitierte er sich im Fach Kirchengeschichte. Von 1967 bis 1971 war er als Dozent an den Hochschulen in München, Freising und Tübingen tätig. 1971 erhielt er einen Ruf auf einen Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Bamberg. 1998 wurde Georg Denzler emeritiert.
Nach seiner Heirat 1973 wurde Denzler durch den Augsburger Bischof Josef Stimpfle, in dessen Diözese er als Pfarrer tätig war, vom Priesteramt suspendiert und seine kirchliche Lehrerlaubnis widerrufen. Er weigerte sich, in den Laienzustand zurückversetzt zu werden.
Am 3. Juni 2001 wurde ihm der 1001-Christen-Preis für kritisches Engagement in der Kirche durch die Pfarrgemeinde St. Michael in Schweinfurt verliehen. Am 31. Juli 2005 feierte er sein Goldenes Priesterjubiläum im Kreise seiner Familie, da er nicht zur kirchlichen Jubiläumsfeier eingeladen wurde.
Denzler lebte seit 1971 in Breitbrunn. Er war lange Jahre mit seiner ehemaligen Haushälterin und Mitarbeiterin verheiratet. Seit 2020 war der Vater von zwei Kindern verwitwet.
Denzlers Lebensmotto lautete nach einem Wort von Theodor Seuss Geisel: Sei der, der du bist, und sag, was du fühlst! – Denn die, die das stört, zählen nicht – und die, die zählen, stört das nicht.
Kardinal Guglielmo Sirleto (1514–1585). Leben und Werk. Ein Beitrag zur nachtridentinischen Reform. (Münchener Theologische Studien, I. Historische Abteilung, Band 17; Hueber, München 1964)
Tagebuch des Konzils. Die Arbeit der dritten Session (mit Luitpold A. Dorn) (Sailer, Nürnberg-Eichstätt 1965)
Die Propagandakongregation in Rom und die Kirche in Deutschland im ersten Jahrzehnt nach dem Westfälischen Frieden. Mit Edition der Kongregationsprotokolle zu deutschen Angelegenheiten aus den Jahren 1649–1657 (Bonifacius, Paderborn 1969)
P.-P. Joannou: Die Ostkirche und die Cathedra Petri im 4. Jahrhundert. Bearbeitet von Georg Denzler (= Päpste und Papsttum, Band 3). Hiersemann, Stuttgart 1972.
W. Blasig / W. Bohusch: Von Jesus bis heute. 46 Kapitel aus der Geschichte des Christentums. Unter beratender Mitwirkung von Georg Denzler (Kösel, München 1973)
Das Papsttum und der Amtszölibat, 2 Teilbände (= Päpste und Papsttum. Band 5/I–II; Hiersemann, Stuttgart 1973–1976)
August Bernhard Hasler: Wie der Papst unfehlbar wurde. Macht und Ohnmacht eines Dogmas. Mit einem Geleitwort von Hans Küng und einem Nachwort von Georg Denzler. (Für die Taschenbuchausgabe erweitert von Georg Denzler (Ullstein, Berlin 1981))
Weshalb Priester? (Heyne, München 1982)
Die Kirchen im Dritten Reich. Christen und Nazis Hand in Hand? (mit Volker Fabricius) Band 1: Darstellung, Band 2: Dokumente (Fischer, Frankfurt 1984)
Widerstand oder Anpassung? Katholische Kirche und Drittes Reich (Piper, München 1984)
zus. mit Ernst Ludwig Grasmück, Geschichtlichkeit und Glaube. Gedenkschrift zum 100. Todestag Ignaz von Döllingers. Erich Wewel Verlag, München 1990