An diesem Tag

Georg Adolph Demmler

Deutscher Architekt und Politiker, MdR

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Georg Adolph Demmler, auch: Georg Adolf Demmler (* 22. Dezember 1804 in Berlin; † 2. Januar 1886 in Schwerin) war ein deutscher Architekt, Sozialist und Politiker zunächst der linksliberalen Süddeutschen Volkspartei (DtVP) und später der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP). Als Architekt schuf er viele Bauten, die vor allem das Stadtbild Schwerins bis heute prägen. Einige sind denkmalgeschützt.

Georg Adolph Demmler wurde als außereheliches Kind des 45-jährigen Güstrower Schornsteinfegermeisters Johann Gottfried Demmler und der sechs Jahre jüngeren Catarina Maria Meincke, einer verwitweten Tochter des Brauereibesitzers Mau, geboren. Aus diesem Grund siedelten seine Mutter und sein Vater vor der Entbindung nach Berlin um, wo Demmler bis zu einem Alter von neun Jahren u. a. bei einer Pflegefamilie lebte. Dort besuchte er eine Privatschule, auf der Kinder ab dem fünften Lebensjahr aufgenommen und auf den Besuch des Gymnasiums vorbereitet wurden. Neben bürgerlicher Baukunst und freiem Handzeichnen gehörten auch mathematisches und Landkartenzeichen zum Unterricht.

Im Jahr 1813 trennte sich Demmlers Vater von seiner Frau und lebte von diesem Zeitpunkt an mit der Mutter seines Sohnes zusammen. Ein Ächterklärungspatent von 1816 führte dazu, dass Georg im Nachhinein als ihr (gemeinsamer) Sohn bestätigt wurde. Demmler hatte von Kindesbeinen an eine sozial gesicherte Lebensgrundlage. Sein Vater war sehr wohlhabend und besaß als Landesschornsteinfegermeister und als Mitglied des Güstrower Bürgerausschusses eine angesehene gesellschaftliche Position. Der Vater erkannte auch frühzeitig das Talent des Sohnes für das Gebiet der Architektur, denn Georg hatte bereits mit 14 Jahren den Entwurf für den Neubau des elterlichen Wohnhauses in Güstrow angefertigt. So wurde der Junge aus Berlin nach Güstrow geholt, wo er bis 1819 das Gymnasium besuchte. Der Vater förderte durch zusätzlichen Privatunterricht im Linearzeichnen, architektonischen und freien Handzeichnen die Begabung seines Sohnes für das Baufach.

Studienjahre und Beginn der Architekten-Karriere

Nach Abschluss des Gymnasiums studierte Demmler an der Berliner Bauakademie, wo er Schüler von Karl Friedrich Schinkel und Friedrich Gottlieb Schadow war. Ohne Anmeldung besuchte er zugleich auch naturwissenschaftliche Vorlesungen in der damaligen Universität zu Berlin. Wegen seiner seit 1821 bestehenden Mitgliedschaft in der Alten Berliner Burschenschaft Arminia wurde er 1823 von der Hochschule verwiesen. Er fand eine Anstellung als Feldmesser in Potsdam. Am 18. Juli 1823 wurde er als Bauconducteur vereidigt.

Nicht zuletzt aufgrund der Fürsprache Schinkels wurde Demmler 1824 in den mecklenburgischen Staatsdienst aufgenommen, zunächst ohne festes Gehalt und als Gehilfe des Oberlandesbaumeisters Carl Heinrich Wünsch. 1825 entging er seiner Einberufung zum Militärdienst, indem er einen Einsteher stellte, also einen Vertreter, der an seiner statt den Wehrdienst ableistete. Wünsch erkannte schnell Demmlers Talent fürs Bauen und setzte ihn bald als Baumeister vor Ort ein.

Schon 1823 legte Demmler seine ersten Entwürfe für den Bau eines neuen Glockenturmes der Dobbertiner Klosterkirche dem Klosterhauptmann Rittmeister Georg Friedrich von Raven auf Müsselmow in Dobbertin vor, doch diese wurden einstweilen zurückgestellt. Erst am 9. Februar 1825 erhielt er den Auftrag zum Turmbau nach Schinkels Entwürfen, den er 1829 begann und 1837 vollendete. Die Doppelturmanlage ist in Mecklenburg ohne jedes regionale Vorbild und ohne Nachfolge geblieben.

In mecklenburgischen Diensten wirkte Demmler vor allem in Schwerin, der Hauptstadt des Landesteils Mecklenburg-Schwerin. Ab 1830 war er zudem Lehrer an der von der Schweriner Freimaurerloge"Harpokrates zur Morgenröthe" (deren Mitglied er seit 1824 war) betriebenen Schweriner Sonntagsschule und unterrichtete dort unentgeltlich Handwerkerlehrlinge. 1832 erfolgte die Ernennung zum Baumeister. Da seine Eltern im gleichen Jahr kurz nacheinander starben und ihm ein großes Vermögen hinterließen, unternahm Demmler in diesem und dem folgenden Jahr mehrere Kunstreisen durch deutsche Städte, unter anderem Frankfurt am Main, Heidelberg und München.

Im Jahr 1835 wurde Demmler zum Großherzoglich-mecklenburg-schwerinschen Landesbaumeister ernannt. Der 1837 in die Regierung getretene Großherzog Paul Friedrich förderte den Architekten, der seine ambitionierten Ausbaupläne für Schwerin umsetzen sollte, und ernannte ihn noch im gleichen Jahr zum Hofbaumeister und 1841, im letzten Jahr seiner nur fünfjährigen Herrschaft, zum Hofbaurat. Unter den Hofbeamten stieß der aus einfachen Verhältnissen stammende Demmler auf Missgunst, zumal der Baumeister direkten Zugang zum Fürsten hatte und dessen persönliches Vertrauen genoss.

Während seiner Dienstzeit entwarf Demmler die meisten Pläne für den herrschaftlichen Ausbau von Schwerin. Das erste größere Projekt in mecklenburgischen Diensten war 1824 die Bauleitung für das von Carl Heinrich Wünsch entworfene Kollegiengebäude, das als Sitz der Regierung des Großherzogtums diente und heute die Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern beherbergt. Glanzpunkte seines Wirkens waren der Umbau des Schlosses, der Neubau des Arsenals am Pfaffenteich, der Marstall, das Hoftheater in Schwerin und viele weitere (siehe Bauten und Entwürfe).

Sein eigenes Wohnhaus (Demmler-Haus) zeigte deutlich Demmlers Vorliebe für Rundbögen und Turmaufbauten. Auf dem Gelände rund um den Pfaffenteich betätigte er sich in seiner zweiten Schaffensphase in den 1860er Jahren auch als Landschaftsplaner und schuf eine Parkanlage. Um das Arsenal am Westufer des Teichs wurde die Paulsstadt nach seinem Entwurf als neuer Stadtteil angelegt. Demmlers Wirken beschränkte sich aber nicht auf repräsentative Bauten, sondern umfasste auch die Schweriner Infrastruktur. So sorgte er für eine bessere Anbindung der ungeplant entstandenen Vorstadt an den alten Stadtkern. Dieses Bauprogramm fügte sich in die Pläne Paul Friedrichs ein, der die Residenz von Ludwigslust zurück nach Schwerin verlegte. Auch Bauwerke in anderen Städten Mecklenburgs beruhen auf Demmlers Plänen, beispielsweise das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow. An der Vervollkommnung der Bauten in Heiligendamm war Demmler maßgeblich beteiligt und errichtete mit dem Alexandrinen-Palais dort vielleicht das privateste Gebäude des Herzogspaares.

1826 war Demmler in die Schweriner Freimaurerloge Harpokrates zur Morgenröthe eingetreten, die liberales Gedankengut pflegte. Bereits vor der Revolution von 1848 engagierte er sich sozial. Er setzte sich vor allem für gerechte Löhne und die Krankheits- und Unfall-Absicherung für Arbeiter und Handwerker ein und begann, obwohl selbst eher ein Liberaler, mit der Arbeiterbewegung zu sympathisieren. Für „seine“ Schlossarbeiter richtete er einen Fonds für Kranken- und Unfallgeld ein. Solches umfassendes soziales Sicherungssystem gab es im gesamten Großherzogtum Mecklenburg bis dahin noch nicht.

Außerdem entwarf er Systeme für sozial gestaffelte Lohnzuzahlungen. Im Jahr 1848 ließ sich der inzwischen in Schwerin bekannte Architekt Georg Demmler als Kandidat für die Wahl zum neuen Landesparlament aufstellen. Er wurde als Abgeordneter gewählt und war alsbald beteiligt an fortschrittlichen Regelungen in der neuen Verfassung: das Bauernlegen, die Prügelstrafe, die Todesstrafe sowie die herrschaftliche Gerichtsbarkeit auf den Gütern konnten zunächst abgeschafft werden. Das blieb jedoch nicht lange so, denn die Reaktion kippte bald die erste bürgerliche Verfassung, und die alte städtische Ordnung wurde wieder eingeführt. Gegen diesen Rückschritt trat Demmler mehrmals öffentlich auf und verlor damit seine Position als Hofbaumeister. Zudem forderte ihn Friedrich Franz II. auf, „alle oppositionellen Handlungen“ unverzüglich einzustellen. Demmler zog nun die Konsequenz, am Schweriner Hof zu kündigen, eine Pension wurde ihm zugleich verwehrt. Das umzubauende Schweriner Schloss wurde ab sofort unter die Leitung von Friedrich August Stüler gestellt und ohne seine Mitwirkung im Jahr 1857 vollendet.

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Georg Adolph Demmler | World in Stories