An diesem Tag

Gene Tierney

US-amerikanische Schauspielerin

Anúncio

Gene Eliza Tierney (* 19. November 1920 in New York City; † 6. November 1991 in Houston, Texas) war eine US-amerikanische Theater- und Filmschauspielerin. Tierney galt während der 1940er und frühen 1950er Jahre als eine der schönsten Schauspielerinnen Hollywoods.

Tierney begann ihre Laufbahn 1938 und wirkte bis zu ihrem Karriereende im Jahr 1980 in über 40 Filmen und vereinzelt auch in Fernsehserien mit. Ihre bekannteste Rolle hatte sie 1944 als Titelfigur in dem Film noir Laura. Für ihre Rolle in Todsünde, einem weiteren Film noir, war sie 1946 für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. In den folgenden Jahren gehörte Gene Tierney zu den führenden Schauspielerinnen Hollywoods. Sie spielte überwiegend ernste Rollen, war jedoch auch als Hauptdarstellerin in Komödien und Liebesfilmen zu sehen. Mitte der 1950er Jahre ließ ihr Erfolg nach, aufgrund privater Rückschläge litt sie zunehmend an Depressionen. 1962 gelang ihr mit einer Nebenrolle in Sturm über Washington ein Comeback. Bis 1980 war sie jedoch nur noch sporadisch in kleineren Filmrollen oder in Serien zu sehen.

Gene Tierney wurde 1920 als eines von drei Kindern – sie hatte einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester – des erfolgreichen Versicherungsvertreters Howard Sherwood Tierney und der ehemaligen Sportlehrerin Belle Lavinia Taylor in Brooklyn geboren. Sie erhielt ihren Vornamen Gene in Erinnerung an ihren Onkel, der im Alter von nur 17 Jahren an den Folgen von Diabetes verstorben war. Tierney wuchs in Westport auf und besuchte die St. Margaret’s School in Waterbury, ehe sie an die Unquowa School in Fairfield wechselte. Dort veröffentlichte sie Gedichte in der Schülerzeitung, in einer Schulaufführung von Louisa May Alcotts Roman Little Women trat sie erstmals als Schauspielerin auf.

Ab 1936 verbrachte Tierney zwei Jahre an der Brillantmont International School in Lausanne, wo sie unter anderem Französisch lernte. Während ihrer Zeit in Lausanne befreundete sie sich mit Maria Sieber, der Tochter von Marlene Dietrich. 1938 kehrte sie in die Vereinigten Staaten zurück und besuchte fortan die Miss Porter’s School in Farmington.

Während eines Familienausflugs an die Westküste der Vereinigten Staaten besuchte die damals 17-jährige Tierney das Filmstudio der Warner Brothers, wo sie die Aufmerksamkeit von Anatole Litvak erregte. Der Regisseur empfahl ihr eine Karriere als Filmschauspielerin und schlug sie für die Hauptrolle in seinem Film Die Schlangengrube vor, die dann jedoch Olivia de Havilland erhielt. Warner Brothers bot Tierney sogleich einen Vertrag an, den ihre Eltern aufgrund der niedrigen Gage aber ablehnten.

Im September 1938 wurde Gene Tierney von ihren Eltern als Debütantin „in die Gesellschaft eingeführt“. Sie hegte weiterhin den Wunsch nach einer Laufbahn als Schauspielerin. Ihr Vater stimmte diesem schließlich zu und verschaffte ihr einen Platz an einer kleinen Schauspielschule in Greenwich Village. Ihr Mentor wurde der erfolgreiche Theaterproduzent George Abbott.

Ehe mit Oleg Cassini, Rückschläge und psychische Probleme

Tierney hatte Berichten zufolge nach der Vorführung ihres ersten Films Rache für Jesse James im Jahr 1940 mit dem Rauchen begonnen, um ihre Stimme zu senken. Sie war der Meinung, sie klinge „wie eine wütende Minnie Maus“. Im Laufe der folgenden Jahre wurde sie eine starke Raucherin.

Im Jahr 1941 heiratete Tierney den Modeschöpfer Oleg Cassini. Zwei Jahre später kam die gemeinsame Tochter Antoinette Daria (meistens nur Daria genannt) zur Welt, die jedoch taub war und eine geistige Behinderung hatte. Tierney war während der Schwangerschaft an Röteln erkrankt. Angesteckt hatte sie sich vermutlich bei einem Fan, der sich trotz seiner Erkrankung aus der angeordneten Quarantäne entfernt und Tierney während ihres wohltätigen Dienstes in der Hollywood Canteen getroffen hatte. Die Schauspielerin erfuhr dies durch ein erneutes, zufälliges Treffen mit demselben Fan nach der Geburt ihres Kindes. 1948 brachte sie eine weitere Tochter namens Christina zur Welt.

Nach dem Scheitern ihrer Ehe im Jahr 1952 litt Tierney immer stärker unter Depressionen, was ihre Karriere bedrohte. So litt sie etwa ab 1953 unter Konzentrationsstörungen, was beim Filmdreh hinderlich war. 1955 musste sie sich zur Behandlung in ein Krankenhaus begeben.

Kurz nach der Scheidung von Oleg Cassini begann sie eine Affäre mit dem pakistanischen Prinzen Aly Khan, der zu diesem Zeitpunkt noch offiziell mit der Schauspielerin Rita Hayworth verheiratet war. Die Verbindung wurde durch das Eingreifen von Khans Vater Aga Khan III. beendet. Die Medien machten jedoch Tierneys psychische Verfassung für die Trennung verantwortlich.

Im Jahr 1960 heiratete Tierney den Ölbaron W. Howard Lee, der ab 1953 mit der Schauspielerin Hedy Lamarr verheiratet gewesen war. Das Paar lebte bis zu Lees Tod im Jahr 1981 zurückgezogen auf seinem Anwesen in Houston sowie in Delray Beach.

Gene Tierney trat nach dem Rückzug ins Privatleben nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. In den Jahren nach der Veröffentlichung ihrer 1979 erschienenen Autobiografie gab sie einige Interviews. Zu ihren letzten großen Auftritten zählte die Annahme eines Preises für ihr Lebenswerk 1986 beim Festival Internacional de Cine de San Sebastián, bei dem sie vom ebenfalls geehrten Schauspielkollegen Gregory Peck begleitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt litt sie bereits an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Gene Tierney starb nach langer Krankheit am 6. November 1991, 13 Tage vor ihrem 71. Geburtstag an einem Lungenemphysem. Sie wurde auf dem Glenwood Cemetery in Houston begraben. Auf dem Hollywood Walk of Fame erinnert seit 1960 ein Stern an die Schauspielerin auf Höhe des 6125 Hollywood Boulevard.

Sie galt als überzeugte Republikanerin und unterstützte unter anderem Richard Nixon und Ronald Reagan bei deren Wahlkämpfen.

Tierneys ältere Tochter Antoinette Daria litt häufig an gesundheitlichen Problemen und benötigte lebenslange Pflege. Einen großen Teil ihres Lebens verbrachte sie in einer Einrichtung in New Jersey. Trotz ihrer Behinderung spielte Daria 1999 eine kleine Rolle im Film Bagnomaria. Sie starb 2010 im Alter von 66 Jahren. Tierneys jüngere Tochter Christina verstarb fünf Jahre später ebenfalls mit 66 Jahren an den Folgen einer Eierstockkrebserkrankung.

Mit Hilfe ihres Mentors George Abbott und ihres wohlhabenden Vaters, der zur finanziellen Förderung der Karriere seiner Tochter eigens eine Kapitalgesellschaft einrichtete, gelang Gene Tierney 1938 der Sprung an den Broadway. Ihren ersten Auftritt hatte sie als Statistin im Stück What a Life!, in dem sie in einer einzigen Szene als Wasserträgerin zu sehen war. Dennoch fiel sie Kritikern auf, die ihre Schönheit lobten. Noch im selben Jahr spielte sie eine kleine Rolle in The Primrose Path. Der Durchbruch am Broadway gelang ihr 1939 mit der Rolle der Molly O’Day in Mrs. O’Brien Entertains, durch die Tierney trotz der baldigen Absetzung des Stückes Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Auch ihre Rolle als Peggy Carr in Ring Two im selben Jahr erhielt positive Kritiken.

1940 kehrte Tierney nach dem gescheiterten ersten Versuch einer Filmkarriere mit einer Rolle in dem Stück The Male Animal an den Broadway zurück. Erneut erhielt sie positive Resonanz von Publikum und der Kritik. Tierney war daraufhin in Interviews und Fotostrecken bekannter Zeitschriften wie dem Life Magazine, Harper’s Bazaar, Collier’s und der US-amerikanischen Ausgabe der Vogue zu sehen. Besonders seit ihrer Ehe mit Oleg Cassini galt sie als populäres Modell. Zu den Fotografen, die sie ablichteten, gehörte auch Claude Cahun.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken