Ein Geldautomat, Geldausgabeautomat (GAA), Bankautomat, Bankomat, Bancomat oder wie im Englischen ATM (automated teller machine) ist ein technisches Gerät zur Bargeldabhebung in Selbstbedienung bei Geld- und Kreditinstituten vom eigenen Giro- oder Kreditkartenkonto (siehe auch Electronic Cash). Mittlerweile kann bei vielen Automaten auch eingezahlt werden, und bei einigen davon ist das auch in Fremdwährungen möglich. Der Geldausgabeautomat war – noch vor dem PC – das erste Computerterminal, das breiten Bevölkerungsschichten weltweit zugänglich war.
Bezeichnung, Abgrenzung und Unterteilungen
In Deutschland hat sich der Begriff Geld(ausgabe)automat durchgesetzt. In Österreich ist der Begriff Bankomat gebräuchlich, aber auch die Bezeichnungen Bankautomat und Geldausgabeautomat sind etabliert. In der Schweiz und in Liechtenstein wird der Begriff Bancomat für Automaten, deren Betreiber eine Bank ist, sowie Postomat für Automaten der Post verwendet.
Geldautomaten werden unterteilt in
Kombinationsgeräte: beinhalten beide Funktionen (KEGA – kombinierte Ein- und Auszahlungsgeldautomaten), bei der „Cash-Recycling“-Variante (CRS) kann eingezahltes Geld selbst wieder durch den Automaten an Dritte ausgezahlt werden
Eine Unterteilung wird gleichfalls nach standortbedingter Bauform vorgenommen. Weitere Selbstbedienungsterminals im Bankbereich sind Kontoauszugsdrucker zum Drucken von Kontoauszügen und Überweisungsterminals zur Eingabe von Überweisungen. Um das Vorhandensein von Kleingeld auch außerhalb der Banköffnungszeiten zu garantieren, werden gelegentlich Münzwechselautomaten eingesetzt. Im Schalterbereich werden Automatische Kassentresore eingesetzt, die im Gegensatz zum GAA vom Personal der Bank bedient werden.
Die Bezahlmöglichkeit per Karte und einen ähnlichen Aufbau sowie ähnliche Sicherheitsproblematik wie ein Geldautomat besitzen Fahrkartenautomaten und andere Selbstbedienungsautomaten.
Aufbau, Handhabung und Sicherheit
Das Kernstück eines „GAA“ ist ein gepanzerter Tresor, der in Deutschland in der Regel vier Geldkassetten enthält, die jeweils 2800 Scheine Euro-Geldnoten aufnehmen können. Der Tresor ist in der Regel fest eingemauert oder auf andere Weise mit dem Boden oder der Wand armiert. Weitergehende Sicherungsmaßnahmen können eine Videoüberwachung und eine Zugangskontrolle durch einen Türöffner sein, denn viele GAA befinden sich in Vorräumen der Geschäftsstellen der Banken, sodass sie auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten zugänglich sind. Zunehmend werden Geldautomaten in Gebäuden von Einkaufszentren, in Bahnhöfen oder an anderen öffentlich zugänglichen Orten aufgestellt.
Neben dem Tresor ist der Hauptbestandteil ein herkömmlicher PC mit angeschlossener Spezialperipherie, wobei die Peripheriegeräte in der Regel zur Ausstattung von Geldautomaten gehören:
ein Auszahlmodul (bei reinen Geldausgabeautomaten) zum Vereinzeln und Präsentieren von Geldscheinen oder anderen papierbasierten Medien wie Quittungen
ein ID-Kartenleser zum Lesen von Debitkarten oder Kreditkarten
ein Encrypting PIN Pad (EPP) zur Erfassung und verschlüsselten Verarbeitung der Geheimzahl, weiteren Bedienfunktionen und zur sicheren und verschlüsselten Kommunikation
ein Bildschirm zur Ausgabe von Meldungen, zur Funktionsauswahl mit Touchscreen (ersetzt meist Softkeys) und zur Interaktion mit dem Nutzer
Softkeys: dies sind unbeschriftete Tasten am Bildschirmrand, deren Funktion am Bildschirm angezeigt wird
Optional können weitere Einheiten angeschlossen sein:
ein Cash-Recycling-Modul ermöglicht das Ein- und Auszahlen von Banknoten
ein Münzauszahler wird eingesetzt, um centgenaue Beträge auszahlen zu können