An diesem Tag

Geert Wilders

Niederländischer Politiker

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Geert Wilders (* 6. September 1963 in Venlo, Provinz Limburg) ist ein niederländischer Politiker der rechtspopulistischen Partij voor de Vrijheid (PVV). Er ist seit 1998 Abgeordneter in der Zweiten Kammer der Generalstaaten. Wilders trat 2004 aus der rechtsliberalen VVD aus und gründete 2006 die PVV, deren Vorsitzender und einziges Mitglied er seither ist.

Er ist vor allem für seine Äußerungen gegen den Islam, gegen Einwanderer und in den Niederlanden lebende Muslime sowie gegen die Europäische Union bekannt. Nach herabwürdigenden Äußerungen gegen Marokkaner wurde er rechtskräftig der „Beleidigung einer Menschengruppe“ (Groepsbelediging) schuldig gesprochen.

Wilders wurde als Sohn von Johannes Henricus Andreas Wilders (1923–2005) und dessen Frau Maria Anne (geborene Ording, 1933–2024) geboren. Sein Vater stammte aus Maasbree in der Provinz Limburg, seine indonesisch-niederländische Mutter aus Sukabumi (damals in Niederländisch-Indien).

Wilders besuchte die Mittelschule (Mavo und Havo) des römisch-katholischen St. Thomas College in Venlo. In der römisch-katholischen Kirche getauft und erzogen trat er volljährig aus der Kirche aus und bezeichnete sich 2007 als Agnostiker.

1982 reiste Wilders mit Rucksack von Eilat (Israel) über die Grenze zu Ägypten. Er reiste nach Kairo und in den ägyptischen Badeort Scharm asch-Schaich und schrieb später, er habe dort Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebt, aber auch Angst vor „islamischen Herrschern“.

Nach Schule und Grundwehrdienst 1983/84 arbeitete er bei einer Versicherung und begann nebenbei Rechtswissenschaften an der Open Universiteit Nederland zu studieren. Er arbeitete einige Monate als Volontär in einer israelischen Siedlung namens Moschaw Tomer.

Wilders sagte 2007, er sei immer noch „verliebt in Israel“.

Er arbeitete von 1984 bis 1986 im (bis 1999 bestehenden) Krankenversicherungsrat, einer dem Minister für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport unterstellten Kontrollinstanz, und dann bis 1988 im Sozialversicherungsrat.

Er heiratete am 31. Juli 1992 in Budapest Krisztina Marfai, eine ungarische Diplomatin jüdischer Herkunft.

Wilders wurde 1989 Mitglied der Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD).

Er schrieb 1990 bis 1998 Reden und arbeitete zu sozialwirtschaftlichen Themen für die Parlamentsfraktion der VVD. Er war in der ungarischen Arbeitsgruppe der VVD, die sich gegen eine Aufnahme der Slowakei und Rumäniens in die EU einsetzte.

Wilders wurde nach einer kurzen Zeit als Gemeinderat in Utrecht bei der Parlamentswahl 1998 für die VVD in die Zweite Kammer der Generalstaaten gewählt, ebenso bei der Wahl im Mai 2002. Im September 2004 trat er aus der VVD aus, blieb als Einmannfraktion in der Kammer und verwendete den Begriff Groep Wilders. Anfang 2006 gründete er die PVV (Partij voor de Vrijheid, übersetzt Partei für die Freiheit). In dieser ist er einziges Parteimitglied. Die Partei trat bei den niederländischen Parlamentswahlen am 22. November 2006 an. Sie erhielt 5,9 Prozent und neun Sitze in der Zweiten Kammer.

Er wurde im Jahr 2007 von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Nederlandse Omroep Stichting zum „Politiker des Jahres“ gewählt, seine Wahl wurde damit begründet, dass er die „politische Diskussion beherrsche“ und „die Debatte an sich ziehe“.

Seit ein islamischer Fundamentalist den Regisseur und Filmemacher Theo van Gogh am 2. November 2004 ermordete, steht Wilders wegen Morddrohungen unter Polizeischutz. Wilders schlief angeblich jede Nacht an einem anderen Aufenthaltsort und sah seine Ehefrau nur „alle ein, zwei Wochen“. Er war 2010 der einzige Abgeordnete der Zweiten Kammer, dessen Wohnsitz nicht veröffentlicht wurde.

Im Februar 2009 verbot die britische Innenministerin Jacqui Smith (Labour) Wilders die Einreise ins Vereinigte Königreich. Das Verbot und Wilders’ anschließende Verhaftung in London lösten im In- und Ausland Proteste aus. Wilders wollte auf Einladung eines britischen Abgeordneten seinen islamkritischen Film Fitna im britischen Unterhaus vorführen. Wilders klagte anschließend erfolgreich vor Gericht und reiste im Oktober 2009 erneut nach London.

Bei der niederländischen Parlamentswahl am 22. November 2023 erhielt Wilders’ PVV 23,5 % der Stimmen (plus 12,7 Prozentpunkte) und 37 von 150 Sitzen der Zweiten Kammer des Parlaments.

Am 13. März 2024 gab Wilders bekannt, auf das Amt des Ministerpräsidenten zu verzichten. Dies sei das Ergebnis von Gesprächen mit drei weiteren rechten Parteien gewesen, die eine neue Regierung bilden möchten.

Das Kabinett Schoof wurde am 2. Juli 2024 vereidigt. PVV, VVD, NSC und BBB hatten am 15. Mai 2024 eine Koalition vereinbart. Wilders übernahm keinen Ministerposten.

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